Ist die konventionelle Landwirtschaft das neue Waldsterben?

Hohe Nitrate im Wasser? Geht ganz ohne Intensivtierhaltung!

Gestern bin ich auf eine sehenswerte Dokumentation des Journalisten Michael Miersch zum Thema Waldsterben gestoßen. Sie wurde vor einigen Jahren für den Bayerischen Rundfunk produziert, aber nie ausgestrahlt. Der Sender hatte die Doku „Und ewig sterben die Wälder“ seinerzeit zurückgehalten.

*Nachtrag zum Film: Ein aufmerksamer Blog-Leser hat mich informiert, dass es Hinweise gibt, dass die Dokumentation am 13. Mai 2011 ausgestrahlt wurde, und zwar von Arte.

Ein Teil bezog sich auf die Berichterstattung und der ihr zugrundeliegenden Recherche deutscher Leitmedien zum Thema.

Verblüffend: Im Kontext der aktuellen Berichterstattung über die Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Umwelt generell bzw. mit Blick auf die jüngste Nitratsau, die soeben durch die Republik getrieben wird, habe ich Parallelen festgestellt zur Hysterie der 1980er Jahre.

Wiederholt sich die Geschichte?

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Scheint die Natur in Gefahr zu geraten, wird Alarm geläutet. Schrill, anhaltend, panisch. Eine sachliche Betrachtung des Themas, Nüchternheit, Ausgewogenheit – Fehlanzeige. Die deutsche Volksseele reagiert mit Panik und sieht sofort den Tag des Jüngsten Gerichts vor der Haustüre rumlümmeln. Oft haben Fakten das Nachsehen. Die Geschichte wiederholt sich.

Ergebnis ist, dass die konventionelle Landwirtschaft als eine Branche ohne Problemzonen gezeichnet ist – sie wird als ein einziges Problem dargestellt und auch so wahrgenommen. Differenzierung ist ihr nicht vergönnt. Glyphosat ist ein Beispiel, der Artenrückgang ein  weiterer. Aktuell sorgen sich die Menschen vor einer Verunreinigung des Wassers mit Nitrat (verständlicherweise auch vor den Folgekosten eines vermeintlichen Umweltproblems).

Muss das sein?

  • Das Umweltbundesamt kommt in einer Studie zu dem Resultat, Trinkwasser könnte um bis zu 45 Prozent teurer werden. Konjunktiv. Hätte-Hätte-Fahrradkette. Was soll die aktuelle massenmediale Schwarzmalerei? Abwarten! Den Vogel hat allerdings der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer mit einem Tweet abgeschossen: Der Konjunktiv hatte sich vom Acker gemacht. So schürt man Ängste. Gewollt?

    Minister Christian Meyer macht aus einem Szenario einen Fakt
  • Warum abwarten? Ganz einfach: Es ist in diesem Monat eine neue, verschärfte Düngeverordnung in Kraft getreten. Warum findet das keine Erwähnung?
  • In manchen Regionen mit wenig Intensivtierhaltung finden sich sehr hohe Nitratwerte. Grund: Die Geologie spielt eine Rolle, Bodenbeschaffenheit, Feldfrüchte. Die Bloggerin Schillipaeppa bringt es bei Twitter mit Schmackes auf den Punkt. Eine Karte ist der Beweis:

    „Die intensive Tierhaltung ist weder notwendige noch hinreichende Bedingung für Nitratbelastung im Grundwasser.“

    Hohe Nitrate im Wasser? Das geht ganz ohne Intensivtierhaltung
  • Überhaupt: Dass weniger als 20 Prozent aller gemessenen Standorte zu hohe Nitratwerte aufweisen und diese längst nicht immer in Regionen mit hoher Viehdichte anzutreffen sind – wer hat’s berichtet?

Kurz: Viele Faktoren spielen eine Rolle. Die meisten fallen allerdings elegant unter den Tisch. Wer sie hervorholen möchte – hier der Link zu einer Infosammlung rund um das Nitratthema.

Eigentlich ist alles gar nicht so schlimm wie es schwarzgemalt wird: Das Waldsterben lässt grüßen!

Parallelen

„Wir lügen nicht – wir sind schlampig, denkfaul und ein bisschen propagandistisch.“

Was die Berichterstattung über das Waldsterben betrifft, galt wohl bereits damals das Zitat von Hans-Ulrich Jörges aus der „stern“-Chefredaktion. Fehlt nur: „Außerdem haben wir eine Schwäche für Alarmismus.“

Ironie des Schicksals: Das Zitat von 2016 passt wie Faust aufs Auge. Als seinerzeit schon klar war, dass der deutsche Wald wohl nicht kollektiv vor seinem Schöpfer würde erscheinen müssen, haben die stern-Macher noch mal schnell eine ordentliche Panikschüppe draufgelegt, mit angsterregendem Coverbild und sonstigem Panik-Drum und -Dran.

Dass das Waldsterben wohl nur im deutschen Blätterwald stattfand, hatte ich schon häufiger mal gehört; auch, dass zu dem Thema jemand promoviert hatte. Aber es geht doch nichts über eine gut gemachte Doku, die sich ausführlicher auch dem Blätterrauschen widmet. Spannend. Stern, Spiegel und die Öffentlich-Rechtlichen, alle schienen sie einer kollektiven Hysterie anheimgefallen zu sein.

Fairerweise muss man zugestehen: Die Republik hat sich um ihre Wälder gesorgt. Die Menschen waren wirklich zu Tode erschrocken, das geht aus der Doku hervor. Und auch Journalisten sind nur Menschen. Aber so wenig Distanz? So viel Alarmismus und Panikmache? Und dazu dann die teils unsaubere Arbeit.

German Angst

Mich hat die Doku gleich an German „Angst“ erinnert. Ein Phänomen, für das wir Deutschen in der Welt bekannt sind. Ich hatte ein Déjà-vu: Glyphosat, Nitrat, industrielle Landwirtschaft …. Angst haben, sie hegen und pflegen scheint Bestandteil des deutschen Genpools zu sein. Es gibt dazu sogar einen Eintrag bei Wikipedia: German Angst

„bezeichnet hier entweder eine generalisierte Angststörung, eine unbegründete diffuse Furcht, oder ein nur ostentativ vorgetragenes „Leiden an der Welt“.

Sehr ausgeprägt zeigte sich in der Doku die deutsche Angst bei den Grünen (aber auch Helmut Kohl hatte etwas Schiss). Sie scheint sich in den Genpool der Partei regelrecht eingefräst zu haben. Ich finde, die sehr ausgeprägte Zurschaustellung von Emotionen in Worten, Schrift und Taten bzw. die Emotionalisierung als Instrument für ihr Agendasetting bzw. den Transport von Themen in die Öffentlichkeit dauert bis heute fort.

Vielleicht sogar ziemlich dolle heftig? Zumindest die Macher von extra 3 scheinen dieser Meinung zu sein:

Meme extra drei
Erwachet!

Warum ist die Dokumentation nicht gesendet worden ist? Hier die Begründung von Michael Miersch, wie ich sie gestern bei Facebook vorgefunden habe:

„Arte und WDR weigern sich eine Dokumentation über Antisemitismus in Europa zu senden. Erfreulicherweise empören sich viele Bürger, Institutionen und Zeitungen darüber und fordern die Freigabe des Films. Solche Zensur ist jedoch leider kein seltener Einzelfall. Die Wächter der guten Gesinnung in den Fernsehanstalten versuchen alles, um die Zuschauer vor allzu kritischen Beiträgen zu beschützen. 2011 forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger vom Bayerischen Rundfunk, dass mein Dokumentarfilm „Und ewig sterben die Wälder“ nicht gezeigt wird. Der Bayerische Rundfunk (der mich mit diesem Film beauftragt hatte) gehorchte und ließ ihn im Giftschrank verschwinden. Wer ihn noch nicht kennt, kann ihn sich hier ansehen:

*Nachtrag zum Film: Ein aufmerksamer Blog-Leser hat mich informiert, dass es Hinweise gibt, dass die Dokumentation am 13. Mai 2011 ausgestrahlt wurde, und zwar von Arte. Ein Dankeschön ins Schwäbische! http://christian-helfricht.de/2011/05/19/arte-doku-und-ewig-sterben-die-walder/

Michael Miersch am 10. Juni 2017 bei Facebook

 

47 Gedanken zu „Ist die konventionelle Landwirtschaft das neue Waldsterben?

  1. Na, da bin ich ja beruhigt! Artenrückgang, Nitratproblematik – alles nur Auswüchse einer Angststörung! Da können wir uns ja entspannt zurücklehnen und alles weiterlaufen lassen wie bisher. Milchkrise und Höfesterben hat es wahrscheinlich auch nie gegeben. Ich muss schon sagen, Bernhard, deine neuen Mitschreiber tun dem Niveau deines Blogs nicht gut. Wahrscheinlich dem beginnenden Wahlkampf geschuldet.

    1. Herr Ilchmann, ich bedanke mich für Ihr Kompliment. Sie dürfen sich aber gerne auch direkt an mich wenden. Ich bin schon groß und kann mit Kritik umgehen.

      Sie auch? Dann weise ich auf folgenden Satz hin: „Ergebnis ist, dass die konventionelle Landwirtschaft als eine Branche ohne Problemzonen gezeichnet ist – sie wird als ein einziges Problem dargestellt und auch so wahrgenommen. Differenzierung ist ihr nicht vergönnt.“

      Vielleicht hätten Sie mal genauer hinschauen sollen. Differenzierung ist das Zauberwort. Der Debatte würde eine differenzierte Betrachtungsweise sehr gut zu Gesichte stehen. Ihrem Kommentar auch.

      1. Liebe Christina Annelies,
        es ist amüsant, dass ausgerechnet Sie zur Differenzierung auffordern! Im übrigen können Sie oder auch Herr Böhrer gerne schreiben was Sie wollen, ich wollte nur Bernhard darauf hinweisen, dass sein Blog auf dem besten Weg ist, sich als ernstzunehmende Diskussionsplattform zu verabschieden. Das tue ich, weil ich ihn persönlich kenne und schätze und ihm seine Bereitschaft zur Diskussion eigentlich immer abgenommen habe.

        1. Was soll sich denn geändert haben? Ich habe eine Analyse in den Raum gestellt. Ferner: Wenn Sie die Verschlagwortung oben in Augenschein nehmen, sehen Sie, dass dort u.a. „Meinung“ aufgeführt ist.

          Diese scheint Ihnen nicht zu passen, was Ihr gutes Recht ist. Allerdings verstehe ich nicht, warum eine Ihnen nicht opportune Meinungsäußerung Sie dazu veranlasst, gleich das Todesglöckchen für eine ernstzunehmende Diskussionsplattform zu läuten.

          Möchten Sie das vielleicht begründen?

          Oder hat Ihnen hier irgendjemand das Recht auf Diskussion verwehrt?

          1. Die Frage ist, ob sich eine Diskussion noch lohnt, wenn offenkundige Tatsachen unter dem Vorwand der Meinungsäußerung geleugnet werden.

          2. Keine Begründung, keine Antwort auf meine Frage.

            Da ich nicht einmal weiß, welche Tatsachen ich leugne und Sie so gar nicht in die Hufe kommen mit konkreten Aussagen bzw. Argumenten, bin ich der Meinung, dass eine weitere Unterhaltung nicht lohnt.

            Bloß auf substanzlose Anwürfe zu reagieren macht keinen Sinn. Dazu ist mir die Zeit auch zu schade.

            Einen schönen Tag noch!

      2. Es wird höchste Zeit ,daß Sie mal Ihren Namen nennen !
        Wer ,wie Sie die Milchkrise und das Höfesterben leugnet und anderen mit einer überheblichen Oberlehrerdifferenzierung kommt ,kann von Landwirten, die die gesellschaftliche Akzeptanz wieder erreichen wollen, nicht ernstgenommen werden. Leute wie Sie, sind einer der Gründe für eine weitere Entfernung der Landwirte von der Bevölkerung. Für wie blöd halten Sie den Verbraucher eigentlich?

        1. Herr Mayer, an welcher Stelle im Artikel habe ich Milchkrise und Höfesterben geleugnet? Bitte nennen Sie mir die Stelle.

          Ansonsten bin ich schwer verwundert über Ihr aggressives Auftreten. Sie haben nicht ein einziges sachliches Argument eingebracht, sondern gehen mit einem Rundumschlag auf mich los.

          Darf ich wissen, warum?

          1. Sie haben auf den ersten Kommentar geantwortet, in dem Milchkrise und Höfesterben angeführt wurde. Ihren Duktus habe ich mir dann zum Vorbild genommen !

        2. Das ist kein Beweis. Den können Sie auch gar nicht erbringen, weil der Satz überhaupt nicht gefallen ist. Ansonsten verabschiede ich mich aus der Diskussion. Sie haben ein Problem mit mir. Das tut mir leid. Aber ich scheine nichts daran ändern zu können.

          Schönen Abend noch!

    2. Herr Ilchmann, wo sehen Sie ein „Höfesterben“ über den technischen Fortschritt hinaus?
      Und wo sehen Sie eine Milchkrise über gewöhnliche Marktentwicklungen hinaus?
      Kann es Sein, dass Sie den Angstkampagnen von Verbrauchertäuschungskonzernen auf den Leim gegangen sind?

      1. Höfesterben ist für Sie vielleicht ein technisches ,marktbereinigendes und notwendiges Erfordernis, aber auch nur bis zu dem Zeitpunkt bis Sie selbst dran sind .Landwirte verlieren zunehmens jede Emphatie für das Nutztier und nun auch vermehrt den Respekt vor und die Solidarität mit dem Dorfnachbarn.

    3. Ottmar, es geht darum, wie wir mit den Daten und Fakten umgehen!
      Das UBA hat eine eigentlich sachliche Datengrundlage gegeben, aber leider eine irreführende Überschrift drauf gesetzt. Und dann kommen Politiker und Medien und malen gemeinsam den Teufel an die Wand. Der Konjunktiv, der noch bei der UBA-Studie gepflegt wurde, wird weggelassen und die möglichen Szenarien als FAKT hingestellt. Dass hier Parallelen zum Waldsterben der 80er Jahre gezogen werden, finde ich schlüssig.

      1. Die Parallelen zum Waldsterben bestehen darin, dass es, ebenso wie die Nitratbelastung des Wassers, eine reale Gefahr war bzw ist. Nur durch entsprechende Gegenmaßnahmen konnte das Waldsterben gestoppt werden, so dass die schlimmen Befürchtungen nicht eintrafen. Das gilt auch für die Nitratproblematik. Bin gespannt, ob die Gegenmaßnahmen (neue Düngegesetzgebung) wirksam sein werden. Das wird eine Frage der konsequenten Umsetzung in den Problemregionen sein. Der Ansatz von Christina Annelies jedenfalls, das Waldsterben für irreal zu erklären und dabei die Maßnahmen, die es gestoppt haben, auszublenden, ist der ernsten Situation nicht angemessen.

        1. Ich wehre mich gegen die falschen Pauschalurteile wie „die Massentierhaltung verseucht unser Grundwasser“ oder „wegen der Massentierhaltung wird (möglicherweise) unser Trinkwasser um xxx € teurer“.
          Das ist einfach unredlich.
          Insgesamt hatten wir einen stetigen Rückgang der Nitratwerte zu beobachten bis das EEG die Biogasanlagen mit einer -düngerechtlich- langen Leine ausgestattet hat. Die Präzision und Effizienz der Düngung im Allgemeinen verbessert sich auch stetig. Das heißt aber natürlich nicht, dass wir nicht noch weiter Verbesserungspotenzial haben. Wer mit der neuen DüngeVO seine Pflanzen noch bedarfsgerecht ernähren will, der kann das mit älterer Technik kaum noch schaffen. Wenn man ehrlich ist, wird an dieser Stelle auch ein gewisser druck auf den Strukturwandel ausgeübt. Aber vielen Verbänden (auch AbL?) gehen die Restriktionen ja nicht weit genug, sie sagen, die Preise müssen hoch, dann können wir auch eine schlechte Nährstoffversorgung ertragen. Ich halte diesen Weg für Unrealistisch und Wunschdenken. Ein gewisser Pragmatismus sollte zu den Lösungsansätzen schon gehören. Das vermisse ich zu oft…
          Wenn wir also einigermaßen sachlich über pragmatische Lösungen reden wollen, dann sollte man bitte nicht noch Ängste schüren.

        2. Jetzt möchte ich Herrn Illchmann einmal direkt bitten, auf die Gegenmaßnahmen zum Waldsterben konkret einzugehen und diese zu erläutern. Also welche politischen Massnahmen haben zu der Verbesserung des Waldes geführt? Welche Auswirkungen hatten und haben diese bis heute auf das Einkommen der Waldbauern, steht dieser Beruf jetzt auf goldenen Boden? Konkrete Zahlen und Hinweise auf wissenschaftliche Ergebnisse und kein mimimi bitte…

      2. Herr Barkmann ,das was ihre Auftragsschreiberin hier veranstaltet, ist Wasser auf die Mühlen derjenigen kritischen Stimmen und Organisationen ,die die Landwirtschaft öffentlich vorführen und die Sie doch zu einem Dialog bringen wollen .

        1. wem hilft es denn, wenn in der Öffentlichkeit Ängste ala Waldsterben geschürt werden?
          Christina möchte ihren Namen nicht verraten, sie ist aber echt und scheut sich nicht, sich der Diskussion zu stellen. Ich respektiere das und werde mich weiter schützend vor sie stellen.

          1. Offensichtlich sind Landwirte ja sehr kompetent die Risiken der Wasserversorgung zu beurteilen. Ich verlasse mich da doch lieber auf die Profis von den Wasserversorgern,die haben mit den Dingen unter der Erde mehr Erfahrung. Und übrigens kommen ja auch noch andere Begleitstoffe aus der Landwirtschaft in Wasser. Und ja , ich weiß,daß auch aus anderen Herkünften Emissionen kommen ,aber wir sind Landwirte und sollten erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren. Jetzt so zu tun, als hätten Landwirte bereits vor Jahren das Problem in vorauseilendem Gehorsam erkannt und beseitig ist völlig neben der Realität.Bislang wurde die Düngung ,die maßgeblich den Ertrag bestimmt gerade im Emsland wegen der Bodenbonitäten „vorgehalten“. Da gibt es auch ein schönes Video vom Herrn Wester (Landvolk auf Taz oder NOZ).Wenn sich das demnächst ändert umso besser.

    4. Herr Ilchmann, wir haben in den letzten Jahrzehnten einen Rückgang der Nitratwerte im Grundwasser (Siehe Nitratberichte der Bundesregierung 2008/12/16). Wieso sehen Sie diesen Rückgang als proplematisch?

  2. In den link zum Film hat sich ein zweiter eingeschlichen.
    Über rechtsklick – link kopieren – neuen Tab öffnen – link einfügen – den ersten Teil löschen, lässt sich der Film aufrufen.

    Ich habe mich zu der Zeit schon köstlich über das Waldsterben amüsiert, habe mit zig Forstwirten darüber gesprochen – Auch damals gab es diverse medieninkompetente Fachleute, die die Diskrepanz zwischen Meldungen und Realität nicht erkennen konnten oder wollten.

  3. Ausgezeichnete und notwendige Analyse. Wäre eigentlich die Aufgabe von Journalisten. Auf Alarmismus wächst Angst und Angst legt den Grundstein für schärfere Gesetze, die zu weiteren Betriebsaufgaben und weiter wachsenden Betrieben führen wird.

    1. Angst hat nur die ängstliche Änne. Der draufgängerische Dragon sch… auf Risiken. Friedrich dem Frustrierten ist eh alles egal. – Mein kleiner Beitrag zur „Differenzierung“ des menschlichen Verhältnisses zum Risiko (habe ich vom BfR-Chef Hensel). Damit Sie weniger Angst vor der ängstlichen Änne haben, die politisch nicht das Maß aller Dinge sein dürfte. 🙂

      1. @AdT Bischen kryptisch für diese Uhrzeit, meinen Sie nicht?

        Eine gute Nacht wünscht in die muntere Runde Ihre Oberlehrerin!

    1. Ja, Bernhard, habe ich schon aufmerksam gelesen, unter anderem steht da:

      Wercham: „Das ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen, denn selbst wenn die Zahlen nachvollziehbar wären, besteht zwischen ihnen kein Zusammenhang. Für das Grundwasser im Emsland ist es völlig unerheblich, wie ich im Oderbruch wirtschafte.“ In neunzig Prozent der Fläche habe es nie Probleme mit einer Überdüngung gegeben,…

      Dem kann ich nur beipflichten! Leider müssen 90 % der Betriebe, die keinerlei Grundwasserbelastung verursachen, für die „schwarzen Schafe“ in den Intensivregionen in Mithaftung gehen. Ich bin sehr gespannt, wie Niedersachsen das Düngerecht umsetzt und ob es wirklich gelingt, die Hauptverursacher zu packen. Das wird rechtlich nach wie vor gar nicht so einfach sein.

      1. Also Ottmar, auch bei der Düngung gibt es nicht nur weiße und schwarze Schafe. Dazwischen gibt es viele Graustufen. Es hat in der Vergangenheit einige Lücken gegeben, die einige findige Landwirte auch ausgenutzt haben. Und es gibt heute immer noch Landwirte, die mit älterer Technik ihre Düngung bewerkstelligen.
        Den ordnungsrechtlichen Freifahrtschein für Biogas haben nicht die Bauern zu verantworten, sondern eher die Grünen.
        Die Verursacher für erhöhte Nitratwerte im Grundwasser ausfindig zu machen, dürfte sehr schwierig sein, denn in erster Linie sind es die Bodenbeschaffenheiten, die die Nitratauswaschung begünstigen. Eine Korrelation zwischen Viehhaltung und Nitratwerten ist nicht da. Was wiederum aber auch nicht heißt, dass die Viehhaltung nicht für erhöhte Nitratwerte verantwortlich sein kann.
        Das neue Düngerecht halte ich für überzogen, sorgt jetzt schon für einen überspannten Pachtmarkt. Ich hoffe, dass die technischen Innovationen so in diesem Bereich weiter gehen. Es gibt eine Fülle von Ideen, wie wir in den Gülleüberschussregionen dem Problem Herr werden können. Das wird wirklich spannend.
        Andererseits gibt es auch Überlegungen einiger Berufskollegen, Flächen (verhältnismäßig billig) in den angrenzenden Regionen zu pachten. Dann wäre ihre Viehhaltung wieder Flächengebunden. Kann eigentlich aber auch nicht das Ziel sein, oder? Lasst uns die überbetriebliche Nähtstoffverwertung vernünftig gestalten!

        1. seh ich auch so, Bernhard. Da macht er es sich zu einfach: 10% auf die black list, die man nur noch „packen“ muss, aber das „Recht“ passt nicht?
          platter gehts kaum noch. Geht auch anders: Da investieren die 10% in neuen Lageraum, in Technik, digitalisieren ihren Düngeroutput und schaffen neue Flächen ran und schon machen 90% ein langes Gesicht…weil sie nachholen müssen

          1. Ja, wenn die 10 % diese Investitionen noch stemmen können, dann ist´s ja gut! Sie werden das aber nur tun, wenn sie durch Kontrollen dazu gezwungen werden. Und ob die rechtlichen Grundlagen dazu ausreichen, die für die Kontrolle bestimmter Betriebskonstruktionen nötigen Datenabgleiche durchzuführen, daran habe ich Zweifel geäußert. Wird auch eine Frage des politischen Willes sein. Jahrzehntelang war dieser nicht vorhanden, und das hat uns die Nitratproblematik eingebrockt. Da gebe ich gar nicht den pfiffigen Landwirten die „Schuld“, sondern den falschen politischen Rahmensetzungen. Daran haben sich übrigens alle Parteien beteiligt, die Grünen natürlich beim Biogasausbau, andere Parteien auf anderen Gebieten.

        2. Genau diese Zupacht in den angrenzenden Regionen passiert ja, Bernhard. Hier im südlichen Ostfriesland kann man jeden Tag die Kollegen mit Cloppenburger oder Emsländer Nummernschild mit ihren Güllewagen vorbeifahren sehen. Ob die Pachten verhältnismäßig billig sind, weiß ich nicht, es werden durchaus 1.000 Euro und mehr bezahlt. Vielleicht rechnet sich das doch nicht so richtig, wenn man noch die Transporte dazurechnet. Für so manchen kann letztendlich die Verringerung des Tierbestandes die bessere, weil wirtschaftlichere Lösung sein, ist zudem auch noch gut für´s Tierwohl durch geringere Belegung der Ställe. Technische Lösungen wie Separieren der Gülle halte ich nur für eine Überganszeit für sinnvoll, nicht als Dauerlösung. Und die ältere Ausbringtechnik ist kein so großes Problem, wenn man nicht von Vornherein zu viel Gülle hat und sich bei der Ausbringung nach der Witterung richtet.

  4. ist ja nicht so, dass nur die „10%“ stemmen, liefern müssen, der Rest (weiße Schafe) doch auch, dort wird dann der gleiche Anteil hinten rüberfallen (in der Anzahl sind das aber erheblich mehr). Ist das gewollt? Schlimmer noch, wer aufhören und verpachten will, muss ja ab jetzt erst einmal sämtliche Nährstoffe (Gülle/Mist/Futter) vom Hof haben (sonst schwarzes Schaf!) bevor jemand Pacht für den Düngernachweis bezahlt, danach hat bisher nie ein Hahn gekräht. Willkommen in der schönen neuen Welt. Da muss jemand schon eine robuste Portion Patriotismus mitbringen,um sich in den letzten beiden Jahren bei hohen Pacht- und niedrigen Milchpreisen an die Strasse zu stellen und den Nummernschildern eifriger Güllefahrer nachzugaffen…

    1. Komische „Argumentation“! Was muss denn jemand stemmen, der eine flächenangepasste Viehhaltung hat? Und was haben denn auf dem Hof vorhandene Restmengen von Nährstoffen mit dem Verpachten des Landes zu tun? Und um die Nummernschilder zu sehen, brauche ich nicht „gaffend“ an der Straße zu stehen! Lassen Sie uns doch die Entwicklung mal ganz gelassen abwarten, und bei Unklarheiten zum neuen Düngerecht empfehle ich den Besuch eines Vortrags von Franz Jansen-Minßen, dem Leiter der neuen Düngebehörde. Aufschlussreich!

        1. Die AbL ist und war immer für die Derogation für Grünlandflächen! Die Derogation wurde leider ausgesetzt, weil infolge der Nitratprobleme ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet wurde. Das hatte zur Folge, das den Grünlandbewirtschaftern, die diese Probleme nicht ausgelöst hatten, die Möglichkeit zur erhöhten Stickstoffausbringung genommen wurde. Also auch hier wieder: Diejenigen, die sich korrekt verhalten, werden für die Verfehlungen anderer mitbestraft.
          Für die Grünen kann ich nicht sprechen, Minister Meyer jedenfalls hat sich immer für die Derogation eingesetzt und wird das sicher auch weiterhin tun.

    2. „danach hat bisher nie ein Hahn gekräht“, diese Zeiten, in denen Landwirte praktisch machen konnten was sie wollen mit Nährstoffen ,sind nun wohl endgültig vorbei .Die Kammer hat in der Vergangenheit fast immer den Landwirten den Rücken frei gehalten,muß nun aber erkennen ,daß es ohne Kontrolle und einen Strategiewechsel nicht mehr funktioniert, auch weil die Kammer zunehmens in den Focus der Öffentlichkeit gerät und endlich die langfristig denkenden Verantwortlichen ans Ruder kommen..

        1. Damit überhaupt etwas passiert in den Dörfern, muß zunächst mal mit diesen 10% begonnen werden ,damit die Vorbildfunktion dieser ( Wenn der das darf ,dann will ich das auch ) wegfällt.
          Es drängt sich hier der Verdacht auf ,daß einige hier im Blog das gar nicht wollen und möglichst viel Druck auf den Kessel geben, um die Landwirte insgesamt zu verunsichern aus strategischen und politischen Erwägungen.
          Dies ist ja kein Blog, der sich für die Interessen der kleinen Betriebe einsetzt: Das wird hier ganz deutlich. Die kleinen sind aber noch deutlich in der Mehrheit und sollten endlich sich in die Öffentlichkeit wagen,auch wenn man dort einen schlechten Stand hat, wie die Reaktionen auf O. Ilchmann zeigen.
          Oder gerade deswegen !

        2. Abertausende von Höfen, die im Prinzip nicht viel falsch machen, werden als lebendes Schutzschild für eine weitere Entwicklung einer einseitigen Elitenlandwirtschaft mißbraucht.Die Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit mit der viele dieser Höfe dann auch noch von Kollegen in die Kategorie nicht markt – und überlebensfähig gesteckt wird, ist schon erschreckend .Wir benoitigen in D endlich und dringend eine Wissenschaft ,die sich unvoreingenommen mit Technik, Pharma und Effizienz auseinander setzt.

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