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ProVieh ist ContraBauern

von Sönke Hauschild, Bauernverband Schleswig-Holstein

Gestern postete der Nutztierschutzverein Provieh einen Meinungsartikel aus dem Weserkurier:

Autorin ist die in Bremen tätige Ärztin Imke Lührs vom Verein „Ärzte gegen Massentierhaltung“.

Sie fährt fort: „Wegen spezieller Züchtungen, drangvoller Enge, schlechter Luft und unnatürlicher Lebensweise sind die Tiere besonders anfällig. Eine industrielle Tierhaltung ist ohne diese Medikamente nicht denkbar. Viele tierische Lebensmittel sind deshalb, wenn sie in den Handel kommen, mit resistenten Erregern behaftet, die so vom Menschen aufgenommen werden. Bei schlechter Abwehrlage oder bei Einnahme von Antibiotika vermehren sich diese Keime rasant und können dann nicht mehr behandelt werden.

Bemerkenswert, dass eine Ärztin fachlich derart „unbeleckt“ scheint, dass sie die wahren Zusammenhänge nicht kennt. Denn 97,5 % der multiresistenten Keime stammen aus Krankenhäusern und Pflegeheimen. Haushunde sind viermal häufiger mit resistenten Keimen besiedelt als Hähnchen. Die Geflügelhaltung steht (ebenso wie die Schweinehaltung) in keinem Zusammenhang mit der Zahl der MRSA-Fälle beim Menschen. Es sind Fakten des Bundesinstitutes für Risikobewertung.

Wir meinen: Frau Lührs kennt diese Zahlen!
Wir meinen: Auch Provieh kennt diese Zahlen!

Und es ist unredlich, gar gefährlich, dieses Problem zu verneinen, um der Landwirtschaft „einen mitzugeben“. Bauern-Bashing der feinsten Sorte, die aber von der wahren Gefahr ablenkt: Der Humanmedizin. Frau Lührs weiß das. Was sie macht, ist fahrlässig. So bekommen wir das Problem mit den resistenten Keimen nie in den Griff! ProVieh ist ContraBauern weiterlesen

Respekt

Ein Appell an die Bauern, an meine Community:

für mehr gegenseitigen Respekt

Über die Diskussionskultur im Netz

Liebe Berufskollegen, liebe Community, ich sitze gerade im Zug nach Hause. Mit Marcus und Nadine habe ich gerade für die „Wir machen euch satt„-Initiative eine Pressekonferenz abgehalten. Wie es war, wie wir waren werden wir später erfahren, wenn über unsere Initiative berichtet wird und vor allem: wie berichtet wird.

Das soll aber gar nicht mein Thema jetzt sein. Mir geht es jetzt in diesem Beitrag darum, wie wir im Internet kommunizieren, wie wir miteinander umgehen, oder sollte ich besser schreiben: GEGENEINANDER?

sie geben sich die Hand: Trump und Obama (c) AP, Focus

Gerade wenn die Diskussion um die zukünftige Ausrichtung der Landwirtschaft oder speziell um Glyphosat, MRSA und Nitrat geht, dann reichen in der Diskussion die Argumente und Fakten anscheinend nicht mehr aus. Zu häufig wird zur Verdeutlichung, wie ernst man es mit der eigenen Meinung hat, diese mit mehr oder weniger deutlichen persönlichen Anschuldigungen untermalt.

Das meine ich jetzt im Bezug auf den Umgang unter uns Landwirten, aber auch im Umgang von uns mit Journalisten. Ja, es gibt Berichterstattung, die mich fürchterlich ärgert. Aber auch da müssen wir versuchen, zu argumentieren. Fakten bringen, eigene Meinung deutlich machen. Aber bitte auch genau unterscheiden: Ist der Journalist jetzt Überbringer einer Botschaft oder ist es seine Meinung, die er in einem Kommentar äußert?

Ich bin froh, über jeden Journalisten, aber auch jeden Landwirt, der sich in sozialen Netzwerken der Diskussion stellt bzw. sich einbringt. Aber viel zu oft ist die Diskussion unsachlich, von persönlicher Abneigung geprägt. Einfach keine angenehme Diskussionskultur. In Blogposts, in denen mit dem Ottonormal-Verbraucher Kontakt aufgenommen werden soll, ist ein solches Klima unter den Beiträgen, in den Kommentaren wirklich schädlich.

Keine Frage, es sind nicht nur die Landwirte, die die Schärfe rein bringen. Ganz sicher nicht, aber für neugierige Verbraucher kann es schon abschreckend sein, wenn sich wirklich hitzige, ins persönliche abschweifende Debatten in den Kommentarspalten abspielen.

Deshalb meine Empfehlung. Nehmt euch alle ein wenig zurück. Überlegt zweimal, ob ihr einen Post absenden wollt oder vielleicht doch besser nicht.
In Beiträgen, die den Verbraucher ansprechen sollen, bitte auch den Verbraucher in den Mittelpunkt stellen: jeder Kommentar ist dann für den Verbraucher da und nicht für eigene Nebenkriegsschauplätze.

Ich fordere Selbstkritik ein und frage mich auch, ob ich alles richtig gemacht habe bzw. mache. Das ganz gewiss nicht, aber ich möchte mich bessern und möchte gerne an diese meine Worte erinnert werden, wenn ich im sozialen Netz auf Abwegen geraten bin.

Uns fehlt vielleicht die Kritkfähigkeit und die Kraft, auch andere Einstellungen und Meinungen zu akzeptieren. Lasst uns streiten, aber bitte sachlich und fair. Das wäre dann gelebte Demokratie.

Ich habe keine Lust mehr!

von Roland Schulze Lefert

Roland Schulze Lefert
Roland Schulze Lefert

Ich habe keine Lust mehr, …
… mir von der Bundesumweltministerin und vielen ihrer Länderkollegen erklären zu lassen, dass wir Landwirte durch den Maisanbau die Flutkatastrophen der letzten Tage begünstigt hätten, während jeden Tag Hektar um Hektar Grün- und Ackerland durch Häuser und Straßen versiegelt wird.

Ich habe keine Lust mehr, …
… mir von der SPD das Nein zur Zulassung von Glyphosat mit dem Vorsorgeprinzip erklären zu lassen, während es weiterhin ohne große Einschränkungen möglich ist definitiv krebserregenden Alkohol, Kaffee und Tabak zu konsumieren.

Ich habe keine Lust mehr, …
… mir vom Bundeswirtschaftsminister erklären zu lassen, dass die Übernahme von Kaisers-Tengelmann durch Edeka keine Auswirkungen auf den Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel hat, während jeden Tag landwirtschaftliche und handwerkliche Lebensmittelproduzenten an der Übermacht der Handelsriesen scheitern.

Ich habe keine Lust mehr, …keine_lust_mehr
… mir vom Bundeslandwirtschaftsminister das neuerliche verteilen von Hilfs-Almosen nach dem Gießkannenprinzip als Erfolg verkaufen zu lassen, während weiterhin keinem Familienbetrieb im Milchsektor die unternehmerischen Mittel und Werkzeuge zur Verfügung stehen sich aktiv auf die nächste Phase mit niedrigen Preisen vorzubereiten.

Ich habe keine Lust mehr, …
… mir von Ärzten und sonstigen Beteiligten des Gesundheitssystems erklären zu lassen, wie gefährlich der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung für die Allgemeinheit ist, während täglich hunderte Menschen durch mangelhafte Hygiene in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen geschädigt werden oder gar sterben.

Ich habe keine Lust mehr, …
… dass sogenannte Tier- und Umweltschutzorganisationen durch Kampagnen gegen die Landwirtschaft nicht die Umwelt sondern ihre Spendenkonten schützen, während wir Landwirte täglich mehr Geld in den Erhalt unserer Umwelt und den Schutz unserer Tiere stecken ohne dafür gerecht entlohnt zu werden.

Ich habe keine Lust mehr…
… mir von Verbrauchern von einem reich gedeckten Tisch aus erklären zu lassen, wie Landwirtschaft zu funktionieren hat und wie gerne sie doch Bio und Regional kaufen würden, während die schweigende Mehrheit billige Importprodukte im Aldi oder Lidl kauft.

Ich habe keine Lust mehr, …
… mir den Umstieg auf biologische Erzeugung von den grünen Bioprinzen anpreisen zu lassen, während meine Biokollegen aus der einträglichen Marktnische in einen ruinösen Preiskampf bei den Lebensmittelhändlern gedrängt werden.

Ich habe keine Lust mehr…
… über die Unterstützung von bäuerlichen Kleinbetrieben auf den Wahlplakaten der Grünen zu lesen, während die Verordnungen und Gesetze der Minister und Fraktionen dieser Partei mehr Kleinbetriebe zur Aufgabe gezwungen hat als der normale Strukturwandel durch technischen Fortschritt.

Ich habe keine Lust mehr…
… Beiträge von Journalisten zu lesen, zu sehen oder zu hören, die offensichtlich mehr Zeit auf die Pflege ihres eigenen Weltbildes im Punkt Landwirtschaft verwenden als für die ausgewogene Fakten-Recherche, während undemokratische Kräfte in diesem Land genau dieses Vorgehen in anderen Themenbereichen als Vorwand für eine Demontage der 4. Gewalt in unserer Demokratie nehmen.

… Und so langsam dämmert mir wie es ist als Bundesjogi mit 80 Millionen Bundestrainer zu leben… Naja sein Schmerzensgeld dürfte höher ausfallen als das der meisten Landwirte, dann wird es wohl doch nicht so schlimm sein…

Trotzdem werde ich den Mut nicht verlieren und weiter machen!

Für jedes noch so kleine Aha-Erlebnis bei meinen Gesprächs- und Diskussionspartnern,
für den noch immer geraden und stolzen Blick in den Spiegel,
für den erhobenen Kopf bei aufrechter Meinung
und natürlich um weiterhin diesem tollen Beruf frönen zu dürfen der so viel mehr kann als nur verdammt gut verdammt viele Menschen zu ernähren!

ALSO SCHLUSS MIT ZWEIFELN! UND RAN AN DIE WISSENS-, AHNUNGS-, MEINUNGS- UND MANCHMAL AUCH GEDANKENLOSEN GANZ NORMALEN BÜRGER!

Der Rest kann mir mal gepflegt den Buckel runter rutschen 😜

Woher kommen die multiresistenten Keime?

Infografik zu Herkunft und Verbreitung multiresistenter Keime Quellen: BfR, BVL und RKI gefunden auf www.geflügel-thesen.de
Infografik zu Herkunft und Verbreitung multiresistenter Keime
Quellen: BfR, BVL und RKI gefunden auf www.geflügel-thesen.de

Auf der Internetseite Geflügel-Thesen.de habe ich eine ganz tolle und übersichtliche Infografik gefunden, die leicht verständlich erklärt, wo die resistenten Keime her kommen und wie sie verbreitet sind.
Im dazugehörigem Blogbeitrag heißt es:

In den Medien ist derzeit viel von multiresistenten Keimen die Rede. Oft wird in diesem Kontext auch ein Zusammenhang zwischen der Nutztierhaltung und der Entstehung von Antibiotikaresistenzen skizziert – zu Unrecht, wie eine Vielzahl aktueller Studien zeigt. Denn tatsächlich spielt die Tierhaltung hierbei eher eine Nebenrolle. So zeigt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), dass multiresistente Keime des Typs MRSA („Methicillin-resistente Staphylococcus aureus“) ihren Ursprung nahezu ausschließlich in der Humanmedizin haben.

Auch ein Blick nach Niedersachsen, also dem Bundesland mit der höchsten Tierdichte in Deutschland, zeigt: Es gibt keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen der Tierhaltung und dem Auftreten von MRSA-Fällen beim Menschen. Daten des Robert-Koch-Instituts belegen, dass die Landkreise mit viel Geflügel eine unterdurchschnittliche Anzahl an MRSA-Fällen pro Einwohner aufweisen. In Landkreisen mit wenig Tierhaltung ist die Zahl der MRSA-Fälle dagegen überdurchschnittlich hoch. Außerdem gilt, dass genauso wie Nutztiere oder Zugvögel auch Haustiere Träger von antibiotikaresistenten Keimen sein können. Laut einer Studie des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind beispielsweise Hunde und Pferde relativ häufiger mit antibiotikaresistenten Keimen besiedelt als Hähnchen.

Ich würde mich freuen, wenn diese Grafik verbreitet und geteilt werden würde. Lange, z.T. wissenschaftliche Texte werden nicht so häufig gelesen wie anschauliche und lehrreiche Grafiken.

Angstmacherei in Mettingen

Elternbrief der Gesamthauptschule
Elternbrief der Gesamthauptschule

Ende Februar nutzte die Schulleiterin der Josef-Gesamthauptschule in Mettingen (NRW) ihr Amt als Schulleiterin dafür, den Eltern mittels eines Elternbriefes ein vorgefertigtes Einspruchschreiben gegen einen Stallbau in Mettingen auszuhändigen. top agrar berichtete u.a. von diesem Ereignis, das unter

Seite 2 des Elternbriefes
Seite 2 des Elternbriefes

Landwirten sowohl lokal als auch überregional für Aufsehen sorgte.
Aus diesem Brief geht hervor, dass sie sich große Sorgen um die Gesundheit ihrer Schüler macht und verweist dabei auf die Recherche-Ergebnisse von correctiv, die im November letzten Jahres an der äußerst unausgewogenen Berichterstattung der ZEIT beteiligt waren. An dieser Stelle lässt sich mal wieder „bewundern“, wie schlechte und falsche Berichterstattung in vermeintlich seriösen Medien für großes Unwissen bzw. gefährliches Halbwissen und -damit verbunden – Ängste sorgt.

Plakate gegen Massentierhaltung verärgerten die Landwirte (c) http://www.ivz-aktuell.de/
Plakate gegen Massentierhaltung verärgerten die Landwirte
(c) http://www.ivz-aktuell.de/

Gestern fand eine Informationsveranstaltung zu dem Bauvorhaben des örtlichen Landwirts statt. Die Mettinger Wählergemeinschaft (MWG), die FDP und die Grünen luden hierzu ein.
Die Veranstalter wollten über die Gefahren intensiv betriebener Ställe aufklären. Als Referent kam Prof. Dr. Ueberschär, Veterinärpathologe im Ruhestand nach mettingen, als Moderator stellte sich ein Polizist im Ruhestand zur Verfügung.
Der Tenor der Veranstaltung war sehr schnell klar:

Es ging darum, Verunsicherung und Angst zu verbreiten.

Fachwissen, wissenschaftliche Einordnungen traten leider in den Hintergrund, im Vordergrund standen Vermutungen, Behauptungen, Mutmaßungen, Hirngespinste und Unwahrheiten.
Dr. Ueberschär verharrte in seinen Ausführungen lange in vergangenen Zeiten und zeigte Bilder, auf denen seiner Meinung nach tierquälerische Massentierhaltung zu sehen war. Zu den Fotos gab er Erläuterungen, die häufig weit ab jeglicher praktischer Relevanz bzw. einfach nur unwahr waren. So behauptete er beispielsweise, Sauen würden ihr ganzes Leben lang im Kastenstand eingesperrt. Im Anschluss an seine umfangreichen falschen Behauptungen sagte er, dass Menschen, die ihre Tiere so halten, eine kranke Psyche/Seele haben. Unter den anwesenden Gästen waren übrigens auch Landwirte. Gänzlich aus dem Ruder liefen seine Erklärungsversuche beim Thema Antibiotikabehandlung und -resistenz. Prophylaktische, flächendeckende Antibiotikaverabreichungen sind seit 2003 verboten. Das hätte eigentlich auch ein Ruheständler wissen müssen. Mit keinem Wort erwähnte er das engmaschige Kontrollnetz bei der Medikamentenvergabe, das heute über den Betrieben liegt. Beim Antibiotikaverbrauch ist dem Professor dann der Überblick vollends entglitten, seine Ausführungen waren auch für die Zuhörer nicht mehr nachvollziehbar. Von aktuellen Veröffentlichungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) schien er keine Kenntnis zu besitzen. Auch dass nach derzeitigem Kenntnisstand der nutztierassoziierte laMRSA nur äußerst selten zwischen Menschen übertragen wird und dass die Gefahr für andere MRSA auf dem Übertragungsweg Krankenhaus die Wurzel des Problems ist, hat er verschwiegen. Gerade dieser Punkt aber wäre von besonderer Bedeutung gewesen, um den besorgten Eltern ihre (unbegründete) Angst zu nehmen. Der geladene Veterinärexperte schürte diese Angst sogar noch weiter mit seiner Äußerung, „dass wohl erst das erste Kind an MRSA sterben muss, ….“.
Einladungen zu Betriebsbesichtigungen, ausgesprochen durch anwesende Landwirte, wurden leider seitens der Schülervertretung nicht angenommen, „zu groß sei die Angst, einen Stall zu betreten“.

Der Referent Prof. Dr. Ueberschär muss sich an dieser Stelle den Vorwurf gefallen lassen, dass er die Chance eines weiterführenden Dialoges vereitelt hat.

An einem konstruktiven Dialog haben die Veranstalter offensichtlich aber auch kein Interesse. Das Ziel einer Informationsveranstaltung sollte die Information der besorgten Bürger sein. Doch davon konnte keine Rede sein. Man hätte für Pro- und Contra ein ausgewogenes Podium präsentieren können. Das ist leider ausgeblieben. So kann man durchaus davon sprechen, dass Grüne, FDP und MWG aus Mettingen bewusst die Ängste in der Bevölkerung schüren möchte.

netzfrauen_mettingen_stall_schuleDer Streit in Mettingen, aus Ausnutzen der Position der Schulleiterin sorgt dafür, dass mittlerweile bundesweit auf diese Auseinandersetzung geschaut wird.
Die Fakten-resistenten Netzfrauen beziehen eindeutig Stellung pro Schulleiterin und skandalisieren die Vorwürfe der Bauern.
Was in Mettingen meiner Meinung nach wirklich bitter nötig ist, ist nicht die Verhärtung der Fronten, sondern zuerst eine wirklich gründliche Aufklärung um die Gefahren und dann eine sachliche Auseinandersetzung beider Seiten mit diesem Thema.
Ich wünsche den Mettingern, dass sie diese Zerreißprobe bestehen und zukünftige Konflikte um die Landwirtschaft im fairen Dialog gelöst werden können!

Ich bedanke mich für die Augenzeugenberichte von Nadine Henke und Marcus Holtkötter, ohne die ich nicht so ausführlich von der gestrigen Veranstaltung berichten könnte. Beide sind übrigens u.a. Initiatoren von FragdenLandwirt.de.

mein Leserbrief von heute in der NOZ

Ich bin froh, dass die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) heute einen Leserbrief von mir veröffentlichte. Leicht gekürzt, aber immerhin- besser als gar nicht(s).

In Folge der breiten Berichterstattung und die folgende Diskussion in der NOZ um resistente Keime und die Rolle der intensiven Tierhaltung in diesem Zusammenhang, wurden am 7. Januar zwei Leserbriefe abgedruckt, die gespickt waren mit vielen Vorwürfen und teils auch bösartigen Unterstellungen gegen die Landwirtschaft.

Leserbriefe in der Rubrik "Dialog" in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 7. januar 2015
Leserbriefe in der Rubrik „Dialog“ in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 7. januar 2015

Der Impuls, auf diese Leserbriefe zu reagieren war sehr groß.
Herausgekommen ist nun dieser Leserbrief (meine ursprüngliche, ungekürzte Version- die gekürzten Stellen habe ich farblich gekennzeichnet): mein Leserbrief von heute in der NOZ weiterlesen

Endspurt

Ich möchte hier einmal Werbung machen und alle Leser auffordern, für eine tolle Aktion einen Euro (oder auch etwas mehr) zu spenden!

aktuelles Spendenschwein
aktuelles Spendenschwein

Worum geht´s?
Über die unausgewogene Berichterstattung der Wochenzeitung die ZEIT habe ich ja bereits mehrfach berichtet (siehe auch die Links am Ende dieses Beitrages).
Dort wurden in den ersten beiden Teilen einer vierteiligen Serie Landwirte und Tierärzte gleichermaßen heftig kritisiert und fälschlicherweise für den Tod von tausenden MRSA-Patienten in deutschen Krankenhäusern verantwortlich gemacht.

Diese mit „tödliche Keime“ titulierte Serie löste unter Bauern und Tierärzten großen Unmut und Empörung aus. Es folgten unzählige Kommentare auf facebook und twitter, Blogbeiträge (nicht nur bei mir) und offene Briefe.
Rolf Nathaus, ein Tierarzt aus dem Münsterland, hatte die Idee, eine Anzeige bei der ZEIT zu schalten, in der wir (Tierärzte und Landwirte) gemeinsam eine Gegendarstellung formulieren. Um die Sache etwas anzufeuern, formulierte er daraus eine Wette:

Aus Anlass der heute begonnenen Serie in der Wochenzeitung “DIE ZEIT” (Titel des ersten Teils : Die Rache aus dem Stall!”) wette ich, dass es dieser Gruppe nicht gelingt, rund 33.000 Landwirte und Tierärzte zu mobilisieren, die jeweils einen Euro spenden, um in besagter Wochenzeitung auf einer ganzseitigen Anzeigen ihren Protest gegen diese Form des Journalismus zum Ausdruck zu bringen… Ich bin gespannt, Dr. Rolf Nathaus, VetTeam Reken
Der erste Wettaufruf lautete noch so: Aus Anlass der heute begonnenen Serie in der Wochenzeitung “DIE ZEIT” (Titel des ersten Teils : Die Rache aus dem Stall!”) wette ich, dass es dieser Gruppe nicht gelingt, rund 33.000 Landwirte und Tierärzte zu mobilisieren, die jeweils einen Euro spenden, um in besagter Wochenzeitung auf einer ganzseitigen Anzeigen ihren Protest gegen diese Form des Journalismus zum Ausdruck zu bringen…
Ich bin gespannt, Dr. Rolf Nathaus, VetTeam Reken

Nicht nur ich finde diese Aktion absolut klasse, auch viele andere haben bereits insgesamt knapp 28000 Euro überwiesen. Es fehlen für eine Anzeige aber noch einige tausend Euro.
Deshalb möchte ich diese Aktion noch einmal anstubsen: ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam schaffen können. Der landwirtschaftliche Ortsverein Messingen, dessen Vorsitzender ich bin, wird auch noch einmal spenden. Vielleicht wird ja auch die ein oder andere Vereinigung sich dem anschließen?

Dazu die Kontoverbindungen: 
Inhaber: Dr. Rolf Nathaus
IBAN: DE 73 428 612 391 037 988 601
BIC: GENODEM 1 RKN (Spadaka Reken)

Weiterführende Links:

Landblogger: Wetten…dass?
top agrar: ZEIT-Artikel: Tierarzt ruft zu 1 €-Spenden für Anzeigenkampagne auf
ISN: Eine Wette für eine faire Berichterstattung!

Facebookseite von Dr. Rolf Nathaus
geschlossene Gruppe zur Aktion bei Facebook

 

Bisher wurde in diesem Blog zu diesem Thema veröffentlicht:

die ZEIT: ….. einfach unglaublich (unterirdisch)!
die ZEIT: Reaktionen auf “die Rache aus dem Stall”
die ZEIT scheut den öffentlichen Diskurs

 

die ZEIT: ….. einfach unglaublich (unterirdisch)!

erst der erste Teil
erst der erste Teil

Ich bin auf der Suche nach einer angemessenen Überschrift für das was die eigentlich renommierte Wochenzeitung die ZEIT da gestern und wohl auch heute abzieht.
Sie macht ihre heutige Ausgabe mit dem Titel „Die Rache aus dem Stall“ auf. In der Werbung für ihr Blatt suggerieren ZEIT-Investigativ-Chef Stephan Lebert und Giovanni di Lorenzo, ZEIT-Chefredakteur, in diesem Video, dass diese Story ganz neu ist und von ihnen entdeckt wurde.

Ein einigermaßen informierter Landwirt ahnt, dass hier wieder die alten und lange entkräfteten Vorwürfe neu aufgewärmt werden. Das allerdings wirklich sehr einseitig.
Aber nicht genug des Ärgers. Sachliche Kritik, die die pauschalen Anschuldigungen gegenüber der Landwirtschaft belegen, werden auf Facebook gelöscht! Keine Beschimpfungen, nein- sachliche Kritik. Ich kann es kaum glauben– deshalb diese Überschrift.

Die ZEIT startet anscheinend eine Serie. Die Ursachen für unwirksame Antibiotika sollen dargestellt werden. Dabei scheint die Landwirtschaft als der Hauptverursacher bereits ausgemacht zu sein. Es wird, so sehe ich es voraus, die Massentierhaltung als Brutstätte allen Übels ausgemacht; die Tierärzte werden angegriffen und in Folge dessen deren Dispensierrecht angezweifelt, die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen angeprangert und zu guter Letzt von den Politikern entschiedene Maßnahmen gefordert.

Doch bevor ich hier meine Finger wund tippe, möchte ich folgende Grafik vorschicken:

Nutztiere je Einwohner und MRSA-Fälle je 100000 Einwohner
Nutztiere je Einwohner und MRSA-Fälle je 100000 Einwohner (keckl.de)

Hier lässt sich erkennen, dass der Zusammenhang zwischen MRSA und intensiver Nutztierhaltung nicht unbedingt vorhanden ist. Ich könnte jetzt mit dem Schreiben aufhören….
….aber: Mich ärgert auch die unsachliche Aufbereitung dieser Story. Hier soll Angst verbreitet werden.

aus der ZEIT 48/2014
aus der ZEIT 48/2014
aus der ZEIT 48/2014
aus der ZEIT 48/2014

Ich habe folgende 9 Aussagen gefunden, mit denen die ZEIT auf Facebook für ihre Zeitung wirbt und mit einem Kommentar zu diesen Bildchen untertitel, den kritische Facebook-User dazu gepostet haben:
(zum selber nachlesen –> https://www.facebook.com/diezeit?hc_location=timeline 18. Nov. ´14)

Und dazu kommt noch das Löschen von Kommentaren.
Zensur bei der ZEIT!! Folgende Screenshots können das belegen:zeit_zensur_01
Links fällt auf, dass der durch und durch sachliche Kommentar von Thomas Wengenroth grau erscheint. Ich habe mir sagen lassen, dass ein Facebookseitenbetreiber Kommentare so einstellen kann, dass sie nur noch von mit dem Autor des Kommentars befreundeten User gelesen werden können. Einige wenige bekommen den Kommentar in „grau“, die allermeisten dürfen sollen können diesen Kommentar nicht lesen.
Da das auffiel, hagelte es eine Menge Proteste von vielen anderen Facebook-Nutzern, auch auf zeit_zensur_03Twitter (rechts)
Würde das die BILD machen, würden sich alle darüber her machen, aber hier scheint es irgendwie hingenommen zu werden. Für mich ist es ein Skandal!

So jetzt haben wir gleich 3 Uhr. Ich weiß, ich habe mich noch nicht detailliert mit den Vorwürfen in der ZEIT auseinandergesetzt, das wird aber noch folgen… versprochen!