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Schwein-O-Mat: Schweine-Fakten statt Wahlkampfgetöse

Thesen-Fakten-Einschätzung – so funktioniert der Schwein-O-Mat

Am Anfang war die Bauernregel, und die Bauernregel war bei Umweltministerin Hendricks, und Ministerin Hendricks machte mit ihrer Bauernregel die Landwirte böse.

So böse, dass die ISN – Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands hinging und ein Gegenprojekt auf die Beine stellte. Die Zustimmung war enorm. Da die Umweltministerin mit ihrer Kampagne zwischenzeitlich zurückgerudert war, wurde das Geld einem anderen Zweck zugeführt.

Schweine-Fakten statt Wahlkampfgetöse

Ergebnis ist der Online-Schwein-O-Mat. Anders als beim Wahl-O-Mat bleibt der Schwein-O-Mat der Politik allerdings fern. Er soll über die Schweinehaltung aufklären. Dazu reagieren die Projektinitiatoren mit Fakten auf Plattitüden.

Passgenau kam die folgende Steilvorlage aus dem Hause des Kanzlerkandidaten Martin Schulz:

Massentierhaltung ist unterhalb der Würde von Tieren. Zitat: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vom 5 September 2017 (Quelle: Zeit ONLINE)

Die Antwort des Schwein-O-Mats (auszugsweise):

„Massentierhaltung ist ein nicht definierter Begriff. Welche Kriterien werden hier angesetzt? Ohne zu wissen, was Massentierhaltung ist, hat deren Wertung überhaupt keinen inhaltlichen Wert.“ Und: „‘Ob ein Kuhstall mit 300 oder mit 30 Kühen besser für die Kühe ist, das kann man dem Kuhstall nicht ansehen‘, hat Robert Habeck, grüner Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, sehr trefflich dargestellt. Grundsätzlich: „Über welche Betriebsgrößen reden wir eigentlich? Im Mai 2017 gab es hierzulande noch 23.800 schweinehaltende Betriebe mit mehr als 50 Schweinen bzw. mehr als 10 Sauen. Im Durchschnitt wurden 228 Sauen bzw. 870 Mastschweine gehalten. Mehr als 88 % der Betriebe halten – überwiegend als Familienbetrieb organisiert – weniger als 2.000 Schweine.  Jährlich steigen zahlreiche Schweinehalter aus – seit 2010 fast die Hälfte.“ Wichtig: „Diese Entwicklung wird weiter gehen. Die verbleibenden Betriebe werden größer und spezialisierter – auch weil Sie die strengeren Vorgaben mit steigender Tierzahl eher umsetzen können.“

Die ersten fünf Thesen sind nur der Anfang. Geplant ist, Geld für weitere Aktionen zu sammeln und das Projekt „Fakten statt Wahlkampfplattitüden“ fortzuführen.

Die Schwein-O-Mat-Macher (die von dem eingeworbenen Geld auch Anzeigen in Tageszeitungen schalten) suchen weiter nach Plattem und freuen sich daher über sachdienliche Hinweise, munter nach dem Motto:

Gebt uns Plattitüden!

Fakten statt Wahlkampf  – hier entlang geht es zum Schwein-O-Mat!

Marcus Holtkötter und Bernhard Barkmann über Dialogbereitschaft. Causa Schulze Föcking II

Blick in eine Großbucht der Mastschweinehaltung von Christina Schulze Föcking
Mastschweine im Stall von Schulze Föcking, Juni 2017

Im Nachgang zur RTL-Ausstrahlung angeblicher Missstände auf dem Familienbetrieb von Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking hatte Dr. Ophelia Nick, grüne Direktkandidatin für Mettmann bei der Bundestagswahl 2017, bei #sternTV an einer Live-Diskussion teilgenommen. Dazu bezog sie später Stellung bei Facebook (22. Juli). In ihrem Statement äußerte sie unter anderem:

Wieso nicht zusammensetzen und ernsthaft und offen diskutieren? Wir können voneinander lernen und die Landwirtschaft in Deutschland weiterentwickeln. Ich stelle mich der Diskussion und will auch zuzuhören. Ansprechen, einladen, reden, handeln – nur so kommen wir weiter.

Landwirt Marcus Holtkötter hat Dr. Nick folgende Antwort bei Facebook gepostet:

Ich bin doch ein wenig verwundert, Sie sprechen jetzt hier plötzlich von Dialog, in der SternTV Sendung hat man davon aber nichts bemerkt. Dort habe ich nur unqualifizierte Angriffe gesehen. Wie Sie jetzt richtig sagen können Tiere auch krank werden und müssen dann versorgt werden. Nur genau das ist doch dort geschehen! Marcus Holtkötter und Bernhard Barkmann über Dialogbereitschaft. Causa Schulze Föcking II weiterlesen

die Macht der Bilder

zum von Greenpeace beauftragten Rechtsgutachten zur Schweinehaltung in Deutschland

Heute Vormittag stellte –perfekt inszeniert– Greenpeace ein selbst beauftragtes Rechtsgutachten vor, das die aktuell verbreitete Schweinehaltung als illegal bezeichnete.

Um für dieses Gutachten zu werben, verwendete Greenpeace drastische Bilder , die offenbar nächtlich, bzw. bei schlechten Lichtverhältnissen (& illegal?) aufgenommen wurden. Es wird der Eindruck erweckt, die dargestellten Szenen würden die Normalität aus deutschen Schweineställen dokumentieren. Das kann ich als Schweinehalter aber ausschließen.

Das untere Bild habe ich der Facebookseite von Greenpeace entnommen. Hier soll wohl klar ein schwarz/weiß-Szenario konstruiert werden. Tenor: mit Stroh ist alles gut, Spaltenböden sind ganz schlecht. Ich behaupte, dass die Realität viel komplizierter ist. Konventionelle Tierhalter könnten sich hier an den Pranger gestellt fühlen, aber bestimmt will Greenpeace hier auch nur mit den Landwirten ins Gespräch kommen….

(c) Greenpeace-Facebookseite (Klick führt zum Artikel bei Facebook)

Auch auf twitter war die Bildauswahl nicht besser. Skandalisierung ist wohl das Motiv: die Macht der Bilder weiterlesen

Bilder können täuschen

Es gibt sehr viele (nächtliche) Stalleinbruchvideos, die von Tierrechtsorganisationen erstellt worden sind und gerne auch von verschiedenen Medien gesendet und verbreitet werden.

In jedem dieser Videos soll suggeriert werden, dass die gezeigten Missstände die Bedingungen im gesamten Stall, dem gesamten Betrieb und gerne auch in der gesamten Branche vorherrschen.

Ich habe jetzt ein Video von der Gruppe (oder Organisation?) „Echte Tierfreunde“ bei YouTube entdeckt, dass zeigt, wie man mit Bildern und erst Recht mit geschickt musikalisch unterlegten und wenig belichteten Videos ein falscher Eindruck erweckt werden kann:

Anmerkung: Bilder können täuschen weiterlesen

Schweinehaltung – Neue Modelle mit Auslauf oder Auslaufmodell?

An der Diskussionsrunde zum Thema Schweinehaltung habe u.a. auch ich teilnehmen dürfen. Die Videos sind schon vor ein paar Tagen bei Stallbesuch.de erschienen. Ich reblogge hier den Artikel von Moderator und Stallbesuch-Betreiber Thomas Wengenroth:


Thomas Wengenroth, Gabriele Mörixmann, Michael Reber |(c) stallbesuch.de

Am 17. Februar trafen sich Schweinehalter zu einer Diskussionsrunde, um über aktuelle Probleme und zukünftige Entwicklungen zu sprechen. Der Video-Mitschnitt ist hier in fünf Teilen zu sehen, die man nicht unbedingt in der vorgegebenen Reihenfolge anschauen muss (aber die Teile 2, 3 und 4 auf jeden Fall).

Hintergrund-Informationen zu den Teilnehmern stehen ganz am Ende, am Anfang aber eine persönliche Erklärung: Wenn der Kameramann ausnahmsweise vor, statt hinter der Kamera sitzt, kann es passieren, dass ein Diskutant etwas „aus dem Rahmen fällt“. Das ist schon peinlich. Was Michael Reber zu sagen hat, versteht man allerdings sehr gut und wer ihn kennt, weiß: er steht mit beiden Beinen mitten im Leben!

1. Teil: Wo stehen wir heute?
1. Kann man Schweine, mit gutem Gewissen, rein nach dem gesetzlichen Standard halten?
2. Bekommen Landwirte höheren Aufwand in der Haltung auch bezahlt?
3. Was kommt zuerst: die Diskussion über alternative Haltungsformen oder Zahlungsbereitschaft?
4. Mit wem sollen Tierhalter diskutieren und mit wem eher nicht?

2. Teil: Was läuft schief im Stall?
Was sind die Gründe für Fehlentwicklungen in der Schweinehaltung: Genetik, Haltungssysteme oder auch der Mensch? Über Stalleinbrüche und schwarze Schafe, kranke Schweine, und Turbo-Sauen.

3. Teil: Handel, Verbraucher, Kommunikation
Wer zahlt fürs Tierwohl? Verbraucher, Staat oder die Wenigsten?
Immer stehen wir vor der „Citizen-Consumer-Gap“: Bürger fordern viel, Verbraucher zahlen jedoch wenig. Muss das so sein oder liegt es an der Kommunikation? Welche Rolle spielt der LEH? Ein Beispiel aus der Praxis regt zum Nachdenken an.

4. Teil: Neue Ställe braucht das Land!
Mehr Tierwohl in neuen und alten Ställen muss auch behördlich genehmigt werden. Aber es gibt auch Zielkonflikte, z. B. zwischen Emissions- und Seuchenschutz.

5. Teil: Hat Schweinehaltung eine Zukunft?
Label, Sterne, Markenfleisch. Aber: muss es auch die Stufe „Basic“ geben? Und hat Schweinehaltung überhaupt eine Zukunft in Deutschland oder eher in Brasilien?

Teilgenommen haben:

Nadine Henke,
Tierärztin und Ferkelerzeugerin aus Niedersachsen.
„Brokser Sauen“ im Video
auf Twitter @BrokserSauen
auf Facebook

Gabriele Mörixmann,
Schweinemästerin aus NRW
„Aktivstall für Schweine“ im Video
eigene Website

Bernhard Barkmann
,
Schweinemäster aus Niedersachsen
und Blogger
auf Twitter @blogagrar

Michael Reber,
Schweinemäster aus Baden-Württemberg
Twitter @MichlReber
Eigene Website

Weitere Runden zum Schwein und anderen Tierarten sind in Vorbereitung.


Am Ende noch ein Danke schön an Thomas Wengenroth für seine unermüdliche und besonnene Öffentlichkeitsarbeit. So weit es geht, werde ich das Projekt Stallbesuch.de weiter unterstützen.
Außerdem darf ich zu über 1 Millionen Zuschauern auf YouTube gratulieren! Herzlichen Glückwunsch! Wer noch nicht Abonnent ist, der kann das hier schnell nachholen: Kanal von Thomas Wengenroth 

meine Mail an den Deutschlandfunk

In einer Stunde geht´s los. Dann Beginnt die Live-Sendung „Heißt Mastbetrieb immer Tierquälerei?“ auf dem Hof Seeger. (Link zum DLF-Livestream)

Snapshot von deutschlandfunk.de
Snapshot von deutschlandfunk.de

Ich habe der Redaktion folgende Mail geschrieben und hoffe, dass ich mich noch in die Sendung einbringen kann (aufmerksamer Zuhörer bin auf jeden Fall):

Sehr geehrtes Team vom DLF,

ich bin Landwirt und auch Schweinehalter aus dem Emsland. Zur Sendung möchte ich folgendes sagen:

Ich bin kein Tierquäler, muss aber mit Tierhaltung Geld verdienen. Wir sind drei Generationen, die auf unseren fast 500 Jahre altem Hof mit und von der Tierhaltung leben.

Ganz viele Besucher, die sich die Ställe von innen ansehen, haben durchaus Verständnis für die Haltungsform. Deshalb müssen immer mehr Landwirte sich und ihre Ställe öffnen!

Natürlich geht mehr Tierwohl, aber das kostet Geld. Am besten wäre es, der Verbraucher zahlt das gerne und freiwillig über den Markt. Aktuell finanziert sich die Initiative Tierwohl aus Geldern des Lebensmitteleinzelhandels- die zweitbeste Lösung in meinen Augen.

Wenn gesetzliche Vorgaben verschärft werden sollen, dann müssen vorher Lösungen da sein, ansonsten droht eine Abwanderung ins kostengünstigere Ausland, womit nicht dem Bauern, nicht dem Tier und auch nicht dem Verbraucher gedient wäre.

Ich vermisse die Anerkennung durch Politik und NGOs für die Anstrengungen und Fortschritte bei vielen Problemfeldern wie Antibiotikaverabreichung, Gülleausbringung und dem Tierwohl. Es wird stattdessen allzu gerne pauschal auf die Landwirtschaft eingedroschen. 

Das lässt viele Landwirte verzweifeln und macht auch wütend. Wir Landwirte dürfen uns nicht aus der Mitte der Gesellschaft verdrängen lassen!

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Ich werde den Vormittag im Büro verbringen und wäre so auch telefonisch erreichbar sofern sie ein Interesse an einem telefonischen Beitrag von mir haben.

MfG Bernhard Barkmann