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Rettet das Dorf

Bereits im Februar wurde im Deutschlandfunk ein Gespräch mit dem Autor(*) Gerhard Henkel gesendet. Thema der Sendung: „Zukunft des Dorfes – Dorf der Zukunft„.
Ich fand die Sendung unheimlich spannend und wurde in meinem Gefühl bestätigt, dass man auch kleinen Verwaltungseinheiten (und das sind die Dörfer im Amtsdeutsch oft) möglichst viel Autonomie gewähren sollte. Dorfbewohner wollen ihr Schicksal möglichst selbst in die Hand nehmen und nicht von fernen Rathäusern ferngesteuert werden.

In meiner emsländischen Heimat hat zwischenzeitlich ein offensichtlich profilierungssüchtiger SPD-Politiker aus der Nachbarstadt die Schließung der Grundschule meines Heimatdorfes gefordert. Das sorgte zurecht für einen riesigen Aufschrei in der Dorfbevölkerung und führte zu einer großen Solidaritätskundgebung am folgenden Tag.

Foto: Heinz Krüssel (Lingener Tagespost)

Auch unsere örtliche freiwillige Feuerwehr steht immer wieder vereinzelt in der Kritik. Sie sei zu teuer heißt es dann.
Ihre Arbeit machen die Feuerwehrleute sehr zuverlässig und auch ihre Jugendarbeit ist über die Region hinaus vorbildlich, was z.B. auch die Einladung zum Bundespräsidenten Gauck dokumentiert. Ehrenamtliches Engagement durch und durch!
Dass eine Zentralisierung  der Feuerwehren zum Bumerang werden kann, erleben wir aktuell in Ostfriesland, wo nun über eine Pflichtfeuerwehr diskutiert wird (Bericht des NDR).

Deshalb lege ich den Lesern hier folgenden Ausschnitt aus der Radiosendung ans Herz. Gerhard Henkel plädiert leidenschaftlich für möglichst selbstständige Dörfer und belegt dieses auch mit Ergebnissen aus Studien und mit Zahlen. Aktives Dorfleben ist ein Standortfaktor für Dörfer, diesen darf man nicht voreilig aus vordergründig finanziellen Erwägungen aufopfern!


(*)
Gerhard Henkel hat eine eigene Homepage und u.a. diese zwei Bücher zum Thema Dorf und Dorfleben veröffentlicht:

 

Hendricks erwägt wechsel zu den Grünen!

Da bahnt sich noch vor den Bundestagswahlen eine kleine Politiksensation an: Wie Spiegel-Online gestern berichtete, führt die Parteispitze von Bündnis90/die Grünen bereits seit Anfang des Jahres Gespräche mit Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) über einen Wechsel der Parteimitgliedschaft.

Die Lust an der großen Koalition ist ihr vergangen: Barbara Hendricks;  (c) Bayrischer Rundfunk

Laut dem Bericht von Spiegel-Online reagiert Hendricks Parteikollege und Fraktionsvorsitzender der SPD, Thomas Oppermann, gelassen:

„Ich höre zum ersten Mal davon und kann mir nicht vorstellen, dass sie zu den Grünen wechselt. Schließlich ist es nicht auszuschließen, dass sie sich dann nach den Bundestagswahlen in der außerparlamentarischen Opposion wiederfinden wird.“

Hendricks versteht die Aufregung um ihre Person nicht:

„Mein Herz schlägt grün, bisher gibt es aber nur Gedankenspiele. Und die Gedanken sind schließlich frei. Das gilt hoffentlich auch für Ministerinnen. Im übrigen gibt es nichts Neues zu verkünden.“

Grünen-Chefin Peter gibt eher nur Allgemeinplätze zur Causa Hendriks von sich:

Frau Hendricks würde sehr gut in meine Partei passen. Der Vorstand von Bündnis90/die Grünen würden Frau Hendricks sehr freundlich begrüßen, wie wir auch jedes andere neue Mitglied freundlich begrüßen würden.!

tweet des Tages – mit @aufmacher & @Thorsten_Wehner

Die Hängepartie um die Glyphosat-Zulassung geht in die nächste Runde. Bei twitter bin ich auf folgende Konversation gestoßen.
Beteiligt sind der Journalist Jan-Phillipp Hein (@aufmacher) und Thorsten Wehner (@Thorsten_Wehner), agrarpolitischer Sprecher der SPD in Rheinland-Pfalz:

snap_glyphosat_wehner_hein_spd

In diesem Zusammenhang ist auch der dpa der wahre Grund für die Kehrtwende der SPD aufgefallen. Martin May hat es getwittert:

Liebe SPD,

von Michael Miersch*

miersch_fb_profilbilddu glaubst dein Problem sei‚ dass die “Die Linke“ und die jetzt auch noch die AfD dir die Stimmen der ärmeren und nicht-akademischen Wählerschichten wegnehmen. Irrtum, liebe SPD: Du selbst hast deine Wähler verlassen. Dein Problem sind nicht zu sehr die linken und rechten Falschspieler mit ihren Ressentiments und scheinbar einfachen Patentrezepten. Dein Problem sind 30 Jahre selbstzerstörerische Anbiederei an grüne Antifortschrittspolitik. Hast du immer noch nicht gemerkt, dass dies der sichere Weg in die Bedeutungslosigkeit ist?

tweet_spd_glyphosat_01Umverteilung von den Normalverdienern zugunsten reicher Wind- und Solar- und Biogas-Abzocker, irrationaler Anti-Atom-Rigorismus, Gentechnikverbot, Fracking-Verhinderung und jetzt auch noch Verbot von Glyphosat, des am besten untersuchten und erprobten Pflanzenschutzmittels. So wird das nichts, liebe SPD. Für Chemophobie und irrationale Verbote gibt es schon die Grünen. Wer das will, wählt das Original nicht die Kopie.

Du warst einmal die Partei des Fortschritts, des Zukunftsoptimismus, die Partei der Arbeit. Und jetzt? Eine Partei für grün-elitäre Beamte, die Industrie nicht als Basis des Wohlstands betrachten, sondern als unästhetisch empfinden. Liebe SPD, weiterlesen

Abschreiben – Nur was für Könner

oder: Quo Vadis, Glühphosphat?

von Bettina Hanfstingl (Die Pflanzenbau-Reporterin)

War doch irgendwie in der Schule schon ungünstig, wenn in einer Prüfung mehrere Leute dieselben Aufgaben gleich falsch beantwortet hatten und der Lehrer sich dunkel erinnern konnte, dass sie beim Schreiben nebeneinander gesessen hatten. Das Resultat solcher Aktionen war dann außer der trotz Abschreibens immer noch schlechten Note ein fortan misstrauisches Verhältnis von Seiten des Lehrkörpers, das es dann auszuhalten galt.

Der digitale pflanzenbau_logoNachfolger dieser Vorgänge (Copy & Paste) birgt, so locker-lässig-modern er auch daherkommt, ebenso ein Restrisiko – nämlich dann, wenn die „ausgeliehenen“ Inhalte den eigenen Wissensstand / die Fähigkeit, den Grad der Richtigkeit ausreichend abzuschätzen, über die Maßen übersteigen.

In der Schule lernt man (zum Teil schmerzhaft), dass selber lesen/lernen bildet und eines mündigen Bürgers Pflicht ist (und meist vor derlei Blamagen schützt). Als vielseitig interessierte Landwirtin habe ich deshalb die umfangreiche Berichterstattung rund um die Zulassungsverlängerung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat in den letzten Wochen aufmerksam verfolgt.

Ich geb´s zu, ich habe die Übersicht darüber, wer zu diesem Thema wann was gesagt/ erforscht/ dementiert/ verteufelt/ verglichen/ untersucht/ gefordert hat, mittlerweile fast verloren.

Dieser Tweet wurde inzwischen gelöscht
Dieser Tweet wurde inzwischen gelöscht

Deshalb war ich angesichts des gestrigen Tweets der Bundestagsfraktion einer „großen“ Volkspartei, in dem stand, dass Glyphosat ein Düngemittel sei, nur mehr zu einem gequälten und erschöpften Lächeln fähig. War halt knapp daneben, kann ja jedem mal passieren, angesichts der überall raren Zeit, sich achtsam mit etwas zu beschäftigen.

Erfrischend war es jedoch dann, zu beobachten, wie sich das „Düngemittel Glyphosat“ wie ein radioaktiv markiertes Teilchen in den folgenden Stunden in den Medienkosmos aufmachte und an den unterschiedlichsten Stellen strahlend wieder auftauchte.

Zeitungsberichte über Glyphosat, mit Bildern von Mineraldüngerstreuern garniert, sind jetzt noch nicht das große Problem – sie fordern vom Leser ein gewisses Maß an Fachkenntnis, um sich darüber aufregen zu können (ist das jetzt gut oder schlecht?).

Aber der Facebook-Post einer Hörfunkredaktion, wonach Erdbeeren, Spargel und Kartoffeln bei der Verwendung des Düngemittels Glyphosat besser gedeihen, machte mich hellwach.

Aber hallo, ich sag´s ja: lesen bildet wirklich – das mit den Erdbeeren wusste ich echt noch nicht, obwohl ich als Landwirtin die Pflanzenschutzmittel-Sachkundeprüfung abgelegt habe, den Anwenderausweis im Scheckkartenformat besitze und selbstredend auch die im Dreijahresturnus vorgeschriebene Weiterbildung fristgerecht absolviert habe.

Ja, wer hat denn nun recht, wer hat besser recherchiert? Ich glaube, ich frag nochmal nach. Denn falls Glyphosat wirklich ein Düngemittel wäre, wäre das genial: es bräuchte keine Zulassungsverlängerung als Pflanzenschutzmittel, und die unendliche Diskussionsgeschichte wäre zu Ende. Merkel, Schmidt und die SPD würden sich freuen.

 

Flip-Flops sind tödlich!

Bauer_Willi_AusschnittAuch Bauer Willi widmet sich der aktuellen Glyphosat– bzw. Pflanzenschutzmittel-Debatte. In seinem aktuellen Blogpost beschreibt er die Möglichkeiten der modernsten Mess- und Analysetechniken und veranschaulicht dem Leser, was Milli,,Mikro, Nano und Piko bedeuten.

Wann können wir von Rückstandsfrei sprechen?

Die Forderung nach rückstandsfreien Lebensmitteln sei wegen des Vorsorgeprinzips unbedingt geboten- sagen nicht nur die Politiker der Grünen, sondern auch die SPD-Politiker in der Regierung.

Das Vorsorgeprinzip sei die Mutter der Verbotspolitiker, meint Bauer Willi:

Flip-Flops sind tödlich!


bauer_willi_flipflop

Politik muss Nein zu Glyphosat sagen?

In einem aktuellen Kommentar fordert Claudia Plaß von NDRinfo ein NEIN zu Glyphosat.

Meine Antwort stelle ich hier mit einigen ndr_info_glyphosat_plassZusatzinformationen online:

Sehr geehrte Frau Plaß,
Sie fordern in Ihrem Kommentar eine schonende Bodenbearbeitung. Vielleicht sollten Sie wissen, dass die konservierende Bodenbearbeitung ohne Unkrautregulierung per Glyphosat nur schwer umzusetzen ist. Das Gegenteil wird mit einem Verbot bewirkt. Es wird wieder vermehrt gepflügt werden, die Intensität der Bodenbearbeitung wird wieder zunehmen. Die Folge wird dann

  • vermehrte Bodenerosion durch Wind und Wasser
  • Abbau der organischen Substanz (verschlechtert auch die CO2-Bilanz)
  • Reduzierung des Bodenlebens
  • schlechtere Wassernutzungseffizienz wegen höherer Verdunstung
  • Ausweichen auf neue, wenig getestete Herbizid-Cocktails sein.

Politik muss Nein zu Glyphosat sagen? weiterlesen

Gabriels Foulspiel

Beitrag vom Bauernverband Schleswig-Holstein

„Die Politik des Staates sollte darauf gerichtet sein, wirtschaftliche Machtgruppen aufzulösen oder ihre Funktionen zu begrenzen.“

Von wem stammt dieser Satz? Von den Linken natürlich! Nein, diese radikale Aussage stammt von Walter Eucken. Und Eucken gilt als der Vater der Sozialen Marktwirtschaft. Wie passt denn das zusammen? Sehr gut:

edeka_tengelman_gabriel
(c) Ich liebe Landwirtschaft

Euckens Ziel: Alle Marktteilnehmer tragen zur Preisbildung bei, aber niemand von ihnen kann sie beeinflussen. Dann nämlich erst kann die unsichtbare Hand den Markt steuern – und die gehört dem Verbraucher. Was es dazu allerdings braucht, ist eine politische Grundsatzentscheidung für den vollständigen Wettbewerb. Denn ein wirksamer Wettbewerb ist abhängig vom Schutz durch den Staat. Gabriels Foulspiel weiterlesen

Bauer Willi und die Parteien

bauerwilli_logo_180x45Bauer Willi hat in den letzten Tagen auf seinem Blog die Parteiprogramme von fünf Parteien hinsichtlich ihrer Landwirtschaftspolitik gescannt.
Heute hat er ein Fazit gezogen, das jeder (Landwirte, Politiker und Verbraucher) lesen sollte- es lohnt sich (!):

Parteien-FinaleLIEBER POLITIKER…
…jetzt habe ich Ihres und alle andere Parteiprogramme gelesen. Mein Grundproblem als Bauer ist, dass sich Ihre Partei, ebenso wie andere Parteien auch, immer mehr dem Mainstream der sogenannten öffentlichen (oder besser: „veröffentlichten“) Meinung anpassen. Und in der kommen wir immer schlechter weg. Neulich war ich auf einem internationalen Symposium als Podiumsteilnehmer und durfte mir von einem Professor Vorwürfe (ja eigentlich schon Beschimpfungen) anhören wie „Sie verseuchen mein Grundwasser, sie verpesten unsere Ackerböden, in meinem Urin ist Glyphosat“.  Solche Vorwürfe, zumal sie von einem Wissenschaftler vor einem Publikum aus aller Welt vorgebracht wurden, sind schwer zu ertragen. Der normale Bürger denkt genauso, womit ich aber aufgrund meines fortgeschrittenen Alters noch einigermaßen zurechtkomme. Der Bürger weiß es halt nicht besser. Wie denn auch, bei dieser medialen Übermacht der Kritiker.

Für unsere Jugend sind diese Vorwürfe schon schwierig zu verkraften. Ich war bei  Landjugendverbänden eingeladen, auf denen [weiter bei Bauer Willi]“

Willis Betrachtungen zu den einzelnen Parteien finden sich hier:

(CDU) (SPD) (GRÜNE) (LINKE) (FDP)

 

Meine persönliche Wahlprognose

Ich bin jetzt mal so mutig und male mir aus, wie die deutsche Bevölkerung morgen abstimmen wird:

CDU/CSU: sie werden die 40% nicht halten können. Einige Umfragen sahen die Union ja bereits so stark. Für mich liegt sie aber knapp darunter, aber wird deutlich stärkste Partei. Dass Merkel weiter Kanzlerin bleibt, ist hoch wahrscheinlich. 39%

SPD: Steinbrück ist für mich ein guter Kanzlerkandidat. Er hätte mit seiner Politik viel mehr Stimmen im bürgerlichen Lager einwerben können, müsste er nicht gleichzeitig auch für die Rot-Grüne Koalition werben. Dadurch entsteht ein unstimmiges Bild, das ihm auch viele Arbeiter nicht abnehmen werden. Aber der wackere Wahlkampf wird mit 28,5% belohnt werden.

LINKE: Sie sind im Osten eine Volkspartei und im Westen immer mehr Splitterpartei. SPD und Grüne halten sie für nicht regierungsfähig. Deshalb ist eine Regierungsbeteiligung der Linken unwahrscheinlich. Die Versprechungen aus der Totalopposition heraus werden 9,5% der Wähler anlocken.

Bündnis90/Die Grünen: Befinden sich seit der durch Merkel im Alleingang vollzogenen Energiewende im Sinkflug. Angekündigte Steuererhöhungen und die Veggie-Day-Diskussionen konnten diesen Trend nicht aufhalten. Auch die Pädophilie-Debatte dürfte einige potentielle Wähler abschrecken. Letztlich wird sich nun die harte Stammwählerschaft herauskristallisieren, so dass 8,5% der Stimmen übrig bleiben.

FDP: Ist für viele überflüssig. Trotzdem werden sie wohl wieder in den Bundestag einziehen, weil einige Strategen ihr die Stimme „leihen“ werden, damit die FDP nicht an der 5%-Hürde zerschellt und die Schwarz-Gelbe-Koalition fortgeführt werden kann. 6% der Zweitstimmen für die FDP.

AfD: Ist gegen den Euro und Europa. Und das könnte tatsächlich ausreichen, um in den Bundestag einzuziehen. Ich befürchte, dass uns morgen um 18 Uhr ein Krimi beschert wird, in dem die Afd nah an der 5%-Hürde dran ist. Potentielle Protestwähler können grausam sein und deshalb traue ich der AfD 5,1% zu.

NPD: Da hoffe ich, dass sie in die absolute Unbedeutsamkeit hinabstürzen und man sich ein Verbotsverfahren sparen kann!

So und nun mein Tortendiagramm:

Buggys Wahlprognose (Stimmenverteilung in %)
Buggys Wahlprognose (Stimmenverteilung in %)

Dieses Wahlergebnis führte dann zu folgender Sitzverteilung:

Die Sitzverteilung in %
Die Sitzverteilung in %

Das wäre ein Wahlergebnis, dass zu sehr vielen Diskussionen einladen wird. Letztlich wird es nur eine stabile Variante geben: die Große Koalition

Ich bin gespannt wie es wirklich ausgehen wird. Aber wichtig ist vor allem eines: Wählen zu gehen! Eine hohe Wahlbeteiligung würde mich sehr freuen!

Wählen gehen! (c) Klaus Suttmann www.politik-kommunikation.de
Wählen gehen!
(c) Klaus Suttmann www.politik-kommunikation.de