LANDWIRTE ENTTÄUSCHT VON MISEREOR

Niederlangen (VEL). Bisher bildete die Katholische Kirche stets einen festen Anker für die Landwirtschaft. Jetzt besteht die Gefahr, dass beide zukünftig getrennte Wege gehen. Grund ist die Teilnahme von Misereor an einer Protestbewegung gegen die moderne Landwirtschaft anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Einen Versuch, die Wogen zu glätten, unternahm daher die Landjugend Neulangen. Sie lud Vertreter aus Landwirtschaft und Kirche zu einem Dialog ein.

Der Saal in Niederlangen war voll besetzt mit Landwirten. Allen gemeinsam ist das Unverständnis über das Verhalten von Misereor (c) Knoll, VEL
Der Saal in Niederlangen war voll besetzt mit Landwirten. Allen gemeinsam ist das Unverständnis über das Verhalten von Misereor (c) Knoll, VEL

Die Fronten sind verhärtet. Bernhard Barkmann, Landwirt aus Messingen, ist von der Haltung Misereors gegenüber der modernen Landwirtschaft zutiefst enttäuscht. Landwirte würden heutzutage für alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht. Einen Rückhalt in der Gesellschaft sieht er kaum noch. Dass sich nun auch eine kirchliche Organisation offensichtlich gegen die Landwirte stellt, verletzt ihn und seine Berufskollegen. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ organisierten Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbände eine groß angelegte Protestdemo in Berlin – aktiv beteiligt auch das katholische Hilfswerk Misereor. Tausende Menschen gingen im Januar auf die Straßen. Sie hielten Plakate mit scharfen Parolen in die Luft. „Was wollt Ihr Euren Kindern sagen“ oder „Tiermörder“, waren nur einige der Sprüche, die die Landwirte wie ein Dorn mitten ins Herz trafen.

Bernhard Barkmann (rechts) sprach den vielen anwesenden Landwirten bei dem Podiumsgespräch aus der Seele (c) Knoll, VEL
Bernhard Barkmann (rechts) sprach den vielen anwesenden Landwirten bei dem Podiumsgespräch aus der Seele (c) Knoll, VEL

Felix zu Löwenstein, Mitglied des Misereor-Beirates, sah die Demonstration hingegen nicht als Aktion gegen einzelne Landwirte. Er stellte vielmehr die Systemfrage: „Es geht nicht darum, ob Biobauern gut und konventionelle Landwirte böse sind. Wenn so viele Höfe sterben, frage ich, ob das System als ganzes so noch funktioniert“, so Löwenstein, der selber biologischer Landwirt ist. Aus dem Publikum meldete sich daraufhin Arnold Krämer, Leiter der Landwirtschaftskammer Bezirksstelle Emsland, zu Wort: „Wie soll die Systemalternative denn aussehen? Wäre es ethisch vertretbar, in unserer Gunstregion nur noch Ökolandbau zu betreiben, der ein Vielfaches an Fläche benötigt? Das wäre, als würden wir mit angezogener Handbremse wirtschaften.“

Auch viele Vorurteile gegen die moderne Landwirtschaft wurden an diesem Abend ausgeräumt. Dass Landwirte für den Hunger in der Welt verantwortlich seien, ist laut Landwirt Barkmann zu kurz gedacht. So stehe gerade das in der Schweinehaltung eingesetzte Sojafutter in der Kritik, Kleinbauern in Südamerika in die Armut zu drängen. „Sojabohnen werden wegen ihres Öles angebaut. Das Schrot ist nur ein Restprodukt. Die meisten Futtermittel wie Getreide für unsere Tiere bauen wir auf unseren heimischen Höfen an“, stellte der Schweinehalter klar.

„Ihr habt Euch die falschen Sündenböcke ausgesucht“, ärgerte sich ein Landwirt aus Osnabrück. Er rief die Misereor-Vertreter dazu auf, mutig zu sein und den Verbraucher in die Pflicht zu nehmen. Denn heutzutage würden so viele Lebensmittel wie nie zuvor achtlos auf dem Müll landen. Mit den ständigen Beschimpfungen der Landwirte würde genau das Falsche erreicht: Die Landwirte, die mit Herz und Leidenschaft arbeiten, hören auf. Denn welcher junge Landwirt wolle noch einen Hof übernehmen, wenn er nur beleidigt wird?

38 Gedanken zu „LANDWIRTE ENTTÄUSCHT VON MISEREOR

    1. Ob Ökolandbau ethisch vertretbar ist, ist Auslegungs-Sache
      Von der Preis-Seite spricht nicht viel dagegen, denn jeder der sich die Produktionskosten von Lebensmitteln leisten kann, hat auch genug zu essen. Würde noch mehr produziert, könnte passieren, dass die Erlöse unter die Produktionskosten fallen. Wie immer ist aber auch ein „Aber“ dabei, denn man könnte natürlich den möglichen Aufwuchs energetisch nutzen, was die Ölreserven schont, und hervorragendes heimisches Eiweißfutter generiert.
      Ich würd deshalb den Ökolandbau ethisch nicht als unvertretbar, sondern als ethisch fragwürdig einstufen. Ökolandbau kann im Falle von Grünlandnutzung und Wiederkäuern sogar ökologisch sinnvoll sein. Eine ökologische Katastrophe wirds erst, wenn man Ökolandbau auf dem Acker versucht. Denn jedes Kind kann ausrechnen, dass dort jedes Korn mit der doppelten CO2-Emission verbunden ist.

      Misereor kann seine Thesen nur aufrecht halten, weil man sich gegenseitig mit „selbstgebastelten Weltagrarberichten und Lügenatlanten“ auf die Schulter klopft. Man bastelt sich die Themen so zusammen, dass sie optimal zur Spendenwerbung dienen, und dass die Politik ihnen durch falsche Entscheidungen mindestens 500 Mio Hungernde sichert. Das ist das Fundament, auf dem die Bewegung „WHES“ baut.
      Im Übrigen das Gegenteil von uns Bauern. Man versteht dann ein bisschen besser, warum gerade jene Bauern, die mit den Ressourcen besonders effizient und sorgsam umgehen, in den Mittelpunkt der Kritik der Organisatoren geraten.

      Erntedank war gestern – Heute ist Erntebashing

      1. Moin Bauer Hubert,

        Ökoland und Grünland ist also ökologisch Sinnvoll. Das habe ich jedenfalls so verstanden. Das Emsland ist oder war zumindest eine starke Grünlandregion, müsste also ethische, finanziell sinnvolle und ausreichende Ernährungssicherheit bieten durch Öko. Intensiver Ackerbau auf moorigen Böden, von denen es im Emsland ja genug gibt, ist auch nicht immer sinnvoll bezüglich CO2. Doppelte Erntemengen heißt ja nicht zwangsläufig, dass die benötigte CO2-Menge auch nur halb so hoch ist. Jede Seite bastelt sich ihre Wissenschaft zurecht, deswegen frage ich ja hier mal auf einer Bauernseite. In der Landwirtschaft hat man leider die leisen Stimmen vor Jahrzehnten nicht gehört, deshalb erntet man nun das, was vorher gesät wurde.

        1. Pauschal kann man nicht sagen, dass Grünland in Verbindung mit Ökolandbau sinnvoll ist, deshalb das „kann“ – es kommt auf viele Gegebenheiten und Umstände an. Wenn man herausfinden will, was die sinnvollste Methode für jeweiligen Standort ist, kommt man am Schnellsten zu einem schlüssigen Ergebnis, wenn man den ansässigen Bauern fragt, welche Methode er anwendet. Oft wird für solche Entscheidung eine Generation lang überlegt, und wenn es nicht passt, gehts relativ schnell wieder zurück, sonst bewirtschaftet in Kürze ein anderer Bauer die jeweilige Fläche.
          Von der Ferne lässt sich nicht entscheiden, was wo sinnvoll ist.
          Der zweite Teil, was den Bio-Ackerbau angeht… Den CO2-Verbrauch kann man auch am nötigen Verkaufspreis messen. Wesentlich höhere Bioprämien reichen jedenfalls nicht aus, um den Mehrverbrauch abzudecken, es bedarf auch noch signifikant höherer Erzeugerpreise, um kostendeckend zu sein.

          1. Es freut mich, dass zumindest Öko und Grünland eine Option für das Emsland sein könnten. Die Verkaufspreise für Bioprodukte sind keine CO2-Äquivalente, sondern die Folge ‚gerechter‘ Bezahlung für vermehrten Aufwand und Vermeidung unnötiger Ressourcenschädigungen sowie den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft. Höhere Erzeugerpreise durchzureichen, ohne, dass sich die nachgelagerten Bereiche (Verarbeitung und Handel) daran unangemessen bereichern, halte ich persönlich für machbar und nicht besonders problematisch. Extreme Umweltschutzorganisationen und Aktionsbündnisse sind oft eine Reaktion auf besonders extreme Landwirtschaft. Das heißt: Je extremer die Form der Landwirtschaft, um so extremer werden auch die gegensätzlichen Strömungen positionieren.

        2. Absolutes Grünland ist in jedem Fall sinnvoll zu nutzen (jetzt mal im Vergleich zur Veggie-Diskussion gesehen, die solche Flächen aus der Produktion nehmen wollen / müssen).
          Wie man solches Land nutzt, hängt aber nicht nur von der Ideologie ab. Angesichts einer ständig steigenden Weltbevölkerung bei abnehmender Fläche kann es kaum sinnvoll sein, Ertragsrückgänge hinzunehmen. Und wer zwei „niedrigleistende“ Kühe fütternwill während ein anderer eine HF satt macht, der setzt die Wirtschaftlichkeit ja nicht einfach nur „um die Hälfte runter“, er braucht sogar mehr Ressourcen pro Liter Milch als „nur“ zweimal so viel.

          1. Das Grünland war jahrhundertelang die Mutter des Ackerlandes. Das sagten jedenfalls die Bauern. Im Grünland steckt viel mehr Potenzial als dass man diese in trostlose Mais- oder Hackfruchtflächen umwandeln sollte.
            Eine Öko-Kuh kann auch 8000 Liter Milch geben. Die 10.000 Liter HF benötigt schon ein intensives Flächenmanagement und entsprechende Energierzufuhr. Und manchmal kosten die prestigeträchtigen letzten 20 % Leistung unverhältnismäßig viel Energieeinsatz.

  1. Sehr geehrter Herr Meyer,

    Für sich alleine gedacht ist ein ökologisch wirtschaftender Betrieb sicherlich ethisch vertretbar, aber wenn man meint alle müssten ökologisch produzieren geht die eigentliche Aufgabe der Landwirtschaft , die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen, verloren.
    Dann müssten wir auch in Deutschland Grundnahrungsmittel importieren und würden um Brotgetreide mit anderen konkurrieren, wo ärmere Regionen auf jeden Fall den kürzeren ziehen würden und das ist ethisch absolut nicht vertretbar!
    Anders gesagt, wenn jede Nation aus Ihren Ressourcen nachhaltig nicht das Optimum heraus holt ist das grob fahrlässig und nicht mehr ethisch vertretbar, weil dann andere dafür zahlen (hungern) müssen!
    Konventionelle Landwirtschaft und konventioneller Ackerbau ist mit gezielter Düngung und gezieltem Pflanzenschutz schon lange nachhaltig und effektiv.
    Auch die Tierhaltung hat sich stetig weiter entwickelt und wird sich auch weiterhin am Wunsch des Verbrauchers in Art und Masse weiterentwickeln.
    Sehen wir das ganze doch bitte realistisch und ehrlich.

    1. Hallo Herr Hoffrogge,

      keiner, der realistisch ist, glaubt an 100% Bio und außerdem gibt es Bio in allen möglichen Varianten und Standards. Da könnte für jeden was dabei sein. Ich glaube so mancher konventioneller Bauer weiß gar nicht, was so alles zulässig ist im Ökologischen Landbau um gute Erträge zu erwirtschaften. Ich glaube im Emsland werden auch noch große Flächenpotenziale, die nicht unmittelbar zur Ernährung des Menschen oder den Tieren dienen, genutzt. Die schon lange praktizierte gezielte Düngung und der gezielte Pflanzenschutz wird wohl nicht mehr lange toleriert werden von der Gesamtbevölkerung bzw. dem Wähler.

      1. Ich würd da den Teufel nicht an die Wand malen. Die Verbraucher-Verängstigungs-Industrie von NABU und Co. werden in Zukunft wesentlich vorsichtiger lügen und verzerren müssen. Man lässt sich nicht mehr alles gefallen – egal welches Thema. Es geht dabei nicht im Vordergrund darum, dass der Verbraucher aufgeklärt ist, sondern um den Erhalt unserer Demokratie. Politiker aller Parteien lassen sich von der Lügen-Industrie schon viel zu sehr in die Ecke drängen – mit Unterstützung von Medien und Kirchen.
        Kein Mensch braucht je wieder sowas: http://www.focus.de/digital/multimedia/forschung-und-technik-medizin-braune-flecken-auf-gruenen-idealen_aid_729991.html

          1. Hat nichts mit NPD zu tun, es sind ur-grüne Themen, und erweitern auch den Blick in Bezug auf Grüne, und deren Handlanger wie BUND, Misereror und Co.
            Passend dazu auch der Link in meinem untenstehenden Kommentar vom 13.02.2015 um 22:36
            Im übrigen wurde Misereor zur kreativsten Marke des Jahres 2014 gekürt, gefolgt von Hornbach und Audi. Man hat eine aus meiner Sicht besonderst dreiste Art der Spendenwerbung für das eigentlich schon sehr dreckige Geschäft entwickeln lassen.
            Jeder kann es selbst nachlesen:
            http://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Kreativranking-2014-Misereor-ist-die-kreativste-Marke-des-Jahres–Hornbach-und-Audi-auf-den-Folgepleatzen-131884

            …oder auch per Videoclip ansehen:
            https://www.youtube.com/watch?v=ZcqsRhMHo8o

            Wenn man sich zulange vor der Realität versteckt, lebt man plötzlich in einer fiktiven Welt der Lügen. Misereor und viele Gleichgesinnte machen das schon Jahrzehnte, und feuern sich noch gegenseitig an. Nur so konnte es soweit kommen, dass sie der besten Landwirtschaft, die es je gab den Rücken kehren und zusammen mit Volksverhetzern gegen sie Stimmung machen. Sie werden ganz bestimmt – irgendwann zusammen mit Unterstützung von Agrarwissenschaftlern zurück auf den Boden Realität kommen, aber der Aufprall wird ein Erdbeben auslösen, dass noch die Fundamente in Rom erschüttert. Je eher sie damit beginnen, und je schonungsloser sie die Sache angehen, desto geringer der Schaden für ALLE.

      2. Herr Meyer,

        Nur noch kurz dazu, weil hier wohl eine Beratungsresistenz vorliegt und es keinen Sinn macht weiter auszuholen.
        Wenn der Wähler gezielte Düngung und gezielten Pflanzenschutz nicht mehr toleriert, kann man sich auch über das 1 mal 1 beschweren.
        Sowas dummes habe ich selten gelesen!
        Wenn der Wähler das Ihrer Meinung nach so sehen wird, dann muss man eben hungern. ..

        1. Sie gehen davon aus, dass die Düngung und der Pflanzenschutz optimal durchgeführt werden. Kritik (die ich im Übrigen noch gar nicht geäußert hatte) daran dulden Sie anscheinend in keiner Form und werden persönlich und unsachlich.

          Wie soll ich mit Ihnen diskutieren, wenn Sie von Vornerein schon Recht haben und anderen eine Beratungsresistenz unterstellen, die wohl ein Spiegelreflex zu sein scheint?

          Die Realität in der Landwirtschaft bezüglich Dünger und Pflanzenschutz sieht leider so aus, dass jeder glaubt, optimal ausgebildet zu sein, wohlüberlegt und rücksichtsvoll zu handeln, während selbst die Landwirtschaftskammer in diesen Punkten erheblichen Handlungsbedarf sieht.
          Muss ich annehmen, dass für Sie große Bevölkerungsschichten, die sich um Tierschutz und Ressourcenschutz sorgen, dumme Menschen sind?
          Gezielte Düngung und gezielter Pflanzenschutz ist immer das, was der Anwender darunter versteht und die anderen sind die „intoleranten“.

          1. Natürlich kann man davon ausgehen, dass Pflanzenschutz und Düngung korrekt ausgeführt werden. Warum sollte man das nicht?
            Jeder Bauer wägt jede Düngung und jeden Planzenschutz-Einsatz ganz genau ab. Viele verwenden dazu modernste Satelitentechnik und Analysemethoden, um den Aufwand möglichst gering zu halten. Eine Landwirtschaftskammer ist garnicht in der Lage, dass zielgenau zu beurteilen. Dazu müssten sie zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Acker stehen. Steigende Erträge bei sinkendem Aufwand belegen das regelmäßig.

            Ihre Frage: „Muss ich annehmen, dass für Sie große Bevölkerungsschichten, die sich um Tierschutz und Ressourcenschutz sorgen, dumme Menschen sind?“
            Nein, es sind nicht alle dumm. Das Thema wurde schon oft behandelt, und wenn man sich länger damit befasst, kommt man zum Schluss, dass sich Dummheit und schlechte Absicht inetwa die Waage halten. Je höher der Organisations-Grad, desto mehr die Tendenz Richtung schlechter Absicht – je mehr in Richtung unentschlossene Mitläufer, desto mehr in Richtung Dummheit. Eines haben sie aber alle gemeinsam, und das ist die Neigung zur Radikalisierung.

  2. Hallo Herr Meyer,
    Nur weil ich direkter schreibe und nicht immer versuche politisch korrekt „Ich glaube so mancher konventioneller Bauer weiß gar nicht, was so alles zulässig ist im Ökologischen Landbau um gute Erträge zu erwirtschaften“ zu schreiben heißt das noch lange nicht, das es unsachlich ist.
    Für Sie steht doch die Sachlage scheinbar auch schon fest, was hat das dann mit diskutieren zu tun?
    Wenn man von gezielter Düngung und gezieltem Pflanzenschutz spricht, ist das das Ideale was passieren kann, dass ist nunmal Fakt.
    Wenn Sie die Düngung und den Pflanzenschutz kritisieren wollen, was Sie nach meiner Auffassung mit der Aussage, dass der Wähler das nicht mehr toleriert, gemacht haben, sollten Sie Ihre Wortwahl ändern und aus Ihrer Sicht von übertriebenen Pflanzenschutz oder übertriebener Düngung sprechen. Das tun Sie aber nicht.
    Für mich bringt eine Diskussion nur etwas wenn man direkt die Dinge anspricht und nicht versucht Begriffe falsch zu belegen.
    Außerdem Bitte ich um eine Differenzierung, in der Landwirtschaft allgemein wird schon mal gar nicht falsch Gedüngt. Hier die Berufsausbildung jedes Landwirten in Frage zu stellen ist eine Absolute Frechheit und mir wollen Sie unkorrekte Schreibweise vorwerfen?
    Für Sie ist doch der Ökolandbau der Heilige Gral und damit haben Sie auch Ihre Meinung schon festgelegt.
    Sie werfen sehr vielen Menschen hier Dummheit vor!

    1. Ich bin für jede Art selbstbestimmter und selbstverantworteter Landwirschaft. Der Ökolandbau als Marke ist nur ein Weg von vielen zu mehr Umweltschutz, Tierschutz und kleinbäuerlicher Landwirtschaft und ganz sicher nicht mein ‚Heiliger Gral‘. Der Ökolandbau nähert sich in seinen Strukturen immer mehr denen der konventionellen Landwirtschaft an, was dazu führt, dass der Bauer ein fremdbestimmter Wirtschafter ist, der zahlreiche Abhängigkeiten von Lobbyisten, Vermarktern, Verbänden aufweist.
      Im Übrigen scheinen Sie mir alle sehr reizbar zu sein.
      Es ging nicht um die Ausbildung, sondern es war meine Absicht, die Praxis der Anwendung von z.B.Pflanzenschutzmitteln zur Diskussion zu stellen. Seit längerem dokumentiere ich die gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz. Der entsprechende Bericht wird demnächst hier erscheinen, unter dem Titel: Die Bioökonomie- ein Krieg gegen die Natur?
      Bis dann!

        1. Die „andere Seite“ als Einheit oder gemeinsamen Block gibt es nicht . Wir haben heute eine breite umfassende kreative Bewegung ,sehr dynamisch und hoch motiviert ,die bestehenden Verhältnisse zu verändern. Das ist eine Chance für die Landwirtschaft ,die doch sehr monoton vom Wettbewerb und technischem Fortschritt überformt ist.

      1. Johann Meyer schrieb: „Der Ökolandbau als Marke ist nur ein Weg von vielen zu mehr Umweltschutz, Tierschutz und kleinbäuerlicher Landwirtschaft“
        Ich möchte mal anzweifeln, ob es sinnvoll ist, „kleinbäuerliche Landwirtschaft“ anzustreben. Gewisse Einheiten sind einfach notwendig, um eine ökologische Effizienz zu erreichen. Sie sind auch notwendig, um der nächsten Generation eine Perspektive zu bieten. Wir können herumdoktern wie wir wollen, der Verbraucher wird immer nur den Preis zahlen, den er für unsere Konkurrenzprodukte (egal woher) auch zahlen muss.
        Dass du im Ökolandbau einen von vielen Wegen zu mehr Umwelt- und Tierschutz siehst, macht mich jedoch stutzig. Weißt du schon, wann damit begonnen wird? Ich bin auf jeden Fall an jeder Form der Ökologisierung interessiert, und setze schon seit Jahren jede sinnvolle Erkenntnis an meinem Betrieb um – was aber leider eine Mitgliedschaft in einem Öko-Anbauverband ausschließt. Wer ökologisch denkt, findet keine gemeinsamen Schnittstellen. Bisher leben Bioverbände davon, alle anderen schlecht zu reden, und gehen notfalls auch noch mit dem letzten verlogenen Abschaum gemeinsam auf die Straße. Sowas tut man nicht.
        Auch ich bin gespannt auf deine Ausführungen.

  3. Gerade bin ich über ein Textdokument der Grünen gestolpert, dass an Radikalität und Unverfrorenheit nicht zu überbieten ist. Es vermittelt sich der Eindruck, als wäre die Feder von der Hand des Teufels persönlich geführt worden:
    Hier ein Ausschnitt wörtlich:
    „Zeitgleich fand eine „Gegendemo“ von konventionell
    wirtschaftenden Landwirten statt. Das Motto: „Wir machen euch satt.“
    Tatsächlich macht die konventionelle Landwirtschaft uns nicht mehr satt in einem
    umfassenden und gesunden Sinn, sondern führt zur Verseuchung unseres
    wichtigsten Lebensmittels Wasser, führt zu Monokulturen, Höfesterben und
    Verarmung in anderen Teilen der Welt. Sie führt zu Tierleid und verschärft den
    Klimawandel. Wegen dieser realen Missstände und nicht weil wir Grünen auf diese
    aufmerksam machen, verlieren immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher ihr
    Vertrauen in die Landwirtschaft. „

    http://www.gruene-fraktion-bremen.de/fileadmin/media/LTF/fraktionbremen_de/homepage/newsletter/umwelt_bau_stadtentwicklung_verkehr_verb/NL_Umwelt__Bau__Stadtentwicklung__Verbraucherschutz__Energie___Verkehr_113_20.02.2015.pdf

      1. Zu sagen ,Ökolandbau sei unethisch und benötige ein „Vielfaches“ an Fläche ,ist auch nicht klug. Und das vom Leiter des flächengrößten Kammerbezirkes !!! Das zeugt nicht von Sachkenntnis und wirft ein Blick auf eine völlig falsche Einschätzung der gesellschaftlichen und ökonomischen und ökologischen Gegebenheiten eines Gestrigen.Da wurden in den letzten Jahrzehnten große Chancen für das Emsland vergeben.

        1. Der Ökolandbau braucht nicht mehr Fläche, und nicht viel mehr Energie auf der Fläche, als der konventionelle Landbau. Er ernährt nur viel weniger Menschen, was die eh schon durch ineffiziente Vertriebswege katastropahle Ökobilanz von Ökokonsumenten erheblich verschlechtert.
          Diese Verschwendung wird zum Teil mit dem teureren Verkaufspreis vom Ökokonsumenten selbst getragen, und zum Teil durch höhere staatliche Zuwendung ergänzt.

    1. Ja, diesen Text habe ich auch schon gesehen. Das macht mir klar, dass die Gräben zwischen moderner Landwirtschaft und der Welt, wie sie sich die Grünen (und auch Misereor?) wünschen, riesengroß sind.

      Die Grünen können es nicht nachvollziehen, warum so viele Landwirte ihre Partei nicht als die Bauernpartei ansehen. Genauso sagt Misereor, dass wir Landwirte doch eigentlich alle mit der „Wir haben es satt“-Demo marschieren müssten.

      Das hat wohl viel mit Wunsch und Wirklichkeit, Theorie und Praxis zu tun. Landwirte sind eben eher die bodenständigen, aber nicht technik-scheuen Praktiker und keine Traumtänzer.

      1. Bei den Grünen müssen wir das akzeptieren. Da gehts um politische Macht und persönliche Entfaltungs-Möglichkeiten. Wahrheit hat da keinen Platz. Trotzdem fühlen sich angeblich einzelne Personen in diesem Lügenkartell auch nicht mehr wohl, und versuchen sich vorsichtig an der Wahrheit. Ein Bekannter hat das so erlebt: http://www.landtreff.de/post1262416.html#p1262416

        Was für die Grünen gilt, kann aber für Misereor nicht gelten. Misereor ist eine „Tochter“ der katholischen Kirche. Man gaukelt den Spendern vor, Not und Elend bekämpfen zu wollen. In Wahrheit tun sie genau das Gegenteil. Misereor ist in seiner Grundstruktur direkt von Armut und Elend abhängig. Und man bekämpft (wahrscheinlich deshalb, oder zum Teil auch aus Unwissen) jegliche Form von Landwirtschaft, die Menschen mit ausreichend und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgen kann, und fördert eine Subsistenzlandwirtschaft, die oft nie in der Lage sein wird, die Bauernfamilie selbst zu ernähren. In Städten wird man deshalb immer auf Importe angewiesen sein. Das wäre nicht weiter schlimm, würde Misereor nicht auch noch gegen diesen Versorgungsweg durchtrennen wollen.
        Ein weiterer Punkt, der Misereor vorgeworfen werden muss, ist das Engagement auf den Philippinen. Obwohl sie die Situation von Not und Elend dort direkt selbst spüren, tragen sie durch ihre Zusammenarbeit mit Greenpeace eine Mitschuld an tausenden erblindeten und toten Kindern infolge Vitaminmangels. Der WHO zufolge erblinden daran jährlich eine halbe Million Kinder weltweit, und die Hälfte davon sterben innerhalb des ersten Jahres. Dass Misereor daran einen erheblichen Teil der Schuld trägt, ist eine Schande für die westliche Welt. Wir Christen sollten die katholische Kirche unablässig darauf drängen, sich von diesem Verein abzuspalten, und in heiligen Messen auch dieses Thema anzusprechen. Weiters sollte man alle Verantwortlichen in Deutschland dazu drängen, die Voraussetzungen zum Erlangen des Gemeinnützigkeits-Status zu überarbeiten.
        Misereor sammelt für Blindenschulen. Für Nachwuchs ist gesorgt, wenn die Hälfte der zweckmäßig Erblindeten überleben.

        perpetuum mobile?

        1. Hallo Bauer Hubert,

          ja, ich weiß dass es Kritiker gibt, die die Arbeit von MISEREOR in der dritten Welt kritisieren.
          Da hört sich vieles sehr schlüssig an. Aber ich möchte jetzt nicht so weit gehen und Misereor ohne eigenes breites Hintergrundwissen die Kompetenz vor Ort abzusprechen.

          Mir geht es in erster Linie darum, dass Misereor nicht die deutsche oder europäische Landwirtschaft für fast jedes Übel hier und auf der ganzen Welt verantwortlich macht.
          Für den Hunger in der Welt sind immer noch in erster Linie Krieg, Bürgerkrieg, Vertreibung, Dürren und schlechte Regierungen vor Ort verantwortlich und nicht unsere guten Erträge auf unseren guten Böden!
          Misereor sollte die Leistungen der Landwirtschaft anerkennen und nicht uns Bauern mit der Teilnahme an der WHES-Demo zu beleidigen und diffamieren.
          Deshalb bleibe ich auch dabei: Wir machen Euch satt! Nicht BUND, nicht der NABU und auch nicht Misereor- es sind die Bauern, die satt machen und dabei insgesamt sehr gute Arbeit machen!

          1. Guten Tag, Bauer Hubert. Sie schreiben über Misereor: „Man gaukelt den Spendern vor, Not und Elend bekämpfen zu wollen.“ Ich möchte dazu sagen: Hochengagierte und aus dem christlichen Glauben heraus wirkende Entwicklungshelfer/innen sind für Misereor und andere Hilfsorganisationen in der Welt unterwegs. Weil wir Christen im Nächsten, im Notleidenden Gott selber sehen, wollen wir Leid bekämpfen. Die einen, indem sie Geld spenden, weitere durch Gebet, andere durch tätige Nächstenliebe. Sprechen Sie den Christen bitte nicht ab, aus dieser Haltung heraus zu handeln, auch nicht den Christen, die für Misereor arbeiten. Streiten Sie statt dessen gerne weiter über die Ausrichtung unserer zukünftigen Landwirtschaft.
            Grüße aus der Katholischen LandvolkHochschule Oesede

          2. Hallo Johannes Buß

            Sie stellen sich das zu einfach vor. Ich bin selber Katholik, und weiß um den guten Willen vieler Spender, sowie auch der Helfer.
            Nur der gute Wille allein reicht nicht; Man muss auch Gutes tun. Und da sind wir schon beim alles entscheidenden Punkt:
            Misereor fehlt es an Personen, die in der Lage sind, die Situation zu beurteilen, und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Helfen nützt nichts, wenn aus dem vermeintlich guten Helfen in Realität ein „Zu Tode helfen“ wird.
            Reales Helfen kann nie von Ideologen bewertet werden. Misereor muss also zwingend in der Realität ankommen, und seine Arbeit fachlich bewerten lassen. Ein Milliarden-Konzern wie Misereor sollte sich in seinem Wirken nicht auf die Thesen von einem verlogenen BUND und seinen falschen Atlanten stützen, und damit die Ärmsten dieser Welt weiter ins Elend stürzen.
            Wie Sie schon sagten: “ Weil wir Christen im Nächsten, im Notleidenden Gott selber sehen, wollen wir Leid bekämpfen.“
            Dann muss man das auch tun: Aber Richtig!
            Derzeit kann man sagen, dass jeder Cent an Misereor das Leid in der Welt vergrößert – trotz guter Absicht, und trotz dessen, dass bestimmt auch viele gute Projekte laufen.
            Schade

            Beste Grüße
            Bauer Hubert (der im Internet anonym bleiben will, um seine Familie und seinen Betrieb nicht der real von Misereor-Bündnispartnern ausgehenden Gefahr auszusetzen)

          3. Hallo Bernhard Barkmann

            Man kann Misereor nicht in anderen Ländern die notwendige Kompetenz zutrauen, wenn man sieht, dass hier die Arbeit das Gegenteil dessen, was gut ist, offenbart.
            So wie sie hier gegen die beste, sicherste und ökologischste Lebensmittelproduktion aller Zeiten kämpfen, versuchen sie auch in anderen Ländern dessen Aufbau zu verhindern.
            Wenn wir hier mit diesen Methoden Landwirtschaft betreiben würden, wie Misereor sie für Entwicklungsländer propagiert, würde auch bei uns trotz bester klimatischer Bedingungen, und über Generationen permanent verbesserter Böden, Hunger, Krankheit und Elend allgegenwärtig. Hätten wir Landwirtschaft nach der Vorstellung von Misereor hier in Deutschland, würden sie in Bangladesch für uns Spenden sammeln.

          1. Hallo Johannes,

            das ist ein langes Thema, und meine Zeit ist diese Woche sehr begrenzt. Aber vorab etwas Informationsmaterial, welches auf die wichtigsten Punkte eingeht. Was von Greenpeace vertreten wird, ist beinahe 1:1 auf Misereor übertragen. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass sich Greenpeace auch kriminell engagiert, während sich Misereor für Misereor das Elend reicht, um damit Spendengelder werben zu können.
            http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/greenpeace_veruebt_verbrechen_gegen_die_menschlichkeit

          2. Die Gentechnik wird sehr kontrovers diskutiert. MISEREOR nimmt dabei eine sehr ideologische Haltung ein.
            Ein paar Links dazu:
            Misereor feierte die Zerstörung eines Vesuchsfelds mit gentechnisch verändertem Reis:
            http://www.misereor.de/blog/2013/08/28/philippinische-landwirte-zerstoren-versuchsfelder-mit-goldenem-reis/

            Hier segnet der Papst den golden Rice:
            http://www.welt.de/politik/ausland/article122021827/Der-genveraenderte-Reis-der-Leben-retten-kann.html

            Auch topagrar berichtete: http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Greenpeace-mit-schuld-an-Hungertoten-1266216.html

            Es ist noch nicht soo lange her, dass die Gentechnik in der Medizin bei vielen verpönt war. Mittlerweile ist sie allgemein akzeptiert. Die grüne Gentechnik wird aus unterschiedlichsten Gründen abgelehnt. Dabei könnte sie auch im ökologischem Landbau Vorteile bringen: http://www.scilogs.de/detritus/die-biobranche-in-der-selbstgestellten-gentechnikfalle/

      2. Hallo Herr Barkmann,

        die herkömmliche Landwirtschaft verdrängt jede Art von eigenbodenständiger Landwirtschaft. Im Emsland wie auch in anderen Teilen der Erde. Und setzt große Migrationsbewegungen in Kraft. In entwickelten Räumen mit hohen Subventionen, Arbeitsplatz- und Finanzransfers können sich die Verdrängten Auswege suchen. Aber anderswo auf der Erde funktioniert das wohl nicht. Anstatt Landflucht durch globale Märkte und rücksichtslosem Wettbewerb zu forcieren sollte doch kleinen und kleinsten Betrieben, die zur Stabilität und Ernährungssicherheit in den jeweiligen Ländern beitragen, etwas mehr ökonomischer und ökologischer Respekt und Förderung zu Teil werden, um notwendige gesellschaftliche Anpassungsschritte zu humanisieren. Eine Familie, die sich um ihre eigene Parzelle kümmert, tut dies effektiver als jede andere Wirtschaftsform. Auch das hat das Emsland stark gemacht. Warum sollte das in Entwicklungs- und Schwellenländern anders sein?
        Warum wohl waren die Erträge kleiner Heuerstellen und von Kleinbauern höher als die großer Güter in Relation zur eingesetzten Herstellungsenergie und produzierter Energie in Form von Lebensmitteln? Da zählt nicht Technik, Wissenschaft und Pflanzenschutz, sondern vor allem Kenntnis der Örtlichkeit, generationsübergreifende Erfahrung und Engagement.
        Die Grünen sind in ihrer Gesamtheit sehr schwierig und arbeiten aufgrund mangelnder Sachkenntnis (Landwirtschaft) in der Regel mit anderen Methoden, aber durchaus dem Ganzen potenziell zuträglich.
        Die Energiewende z.B. ist eine Initiierung der Grünen und hat große Finanzmittel auch in das Emsland gespült. Damit wurden und werden leider auch die großen Stallanlagen kofinanziert. Dadurch wurde die Energiewende zum Teil durch Gier und Rücksichtslosigkeit konterkariert. Da sich die politische Grundkonstellation in Niedersachsen in Richtung Grün, Tierwohl und Ökologie bewegen wird in Bezug auf die Nutzung der ländlichen Räume, hat das Emsland die Wahl. Meiner Meinung nach können die Landwirte des Emslands und Oldenburger Münsterlands nur noch über Modalitäten reden, nicht über die grundsätzliche Richtung. Das Landvolk und die Bauernvertreter sowie die Kammer sind sich noch nicht im Klaren darüber, welche politischen, fachlichen und personellen Vorbereitungen die ‚Grüne Seite‘ bereits in die Wege geleitet hat, um den Ansprüchen der Bevölkerung, die von großen Teilen der Landwirtschaft leider so nicht gesehen werden, gerecht zu werden und diese auch parteipolitisch zu nutzen.

  4. Kennt jemand diese ekelerregende Sekte, die versucht Kirchen zu unterwandern?

    http://www.nachhaltig-predigen.de/index.php/jahresthemen/ernaehrung-2012-13/273-ernaehrung-thema-1

    Hier ein Auszug:
    „Gesundheit- der Tiere:

    In der Schöpfungsgeschichte wird den Tieren ein Platz gegeben, noch bevor der Mensch die „Bühne“ betritt. Ob diese Reihenfolge dem Wohl des Menschen oder dem Wohl des Tieres dienen sollte, ist offen.

    Tatsache ist, dass Massentierhaltung diesen Platz der Tiere gegenüber der urprünglichen „Ordnung“ sehr deutlich verschiebt. Wie viel „Wohl des Tieres“ darf dem „Wohl des Menschen“ geopfert werden? Die Bewegung zwischen Bäumen und Pflanzen – ein Leben lang, Sonne und Regen?

    Discountläden und Handelsketten sorgen für billigere Güter für die Konsumenten und verdienen noch selbst dabei – wie kann das gehen!? Indem der Preisdruck in die Gegenrichtung, nämlich zum Hersteller und Produzenten hin, ausgeübt wird. Landwirte geben – zumindest bei „intensiver“ Land- und Viehwirtschaft – den Druck an die nächst Schwächeren – die Tiere – weiter. Deren Lebensbedingungen werden „industrialisiert“. „Milchmaschinen“ mit vier Beinen in der EU schaffen eine Milchleistung von 10.000 kg pro Jahr. Die Kühe aus Burkina Faso geben nur einen Bruchteil dieser Menge.

    Trotzdem (oder deswegen) reicht der auf dem „Weltmarkt“ erzielbare Milchpreis kaum zur Kostendeckung, weder in der EU, noch in Burkina Faso. Zum Teil liegt das am Milchpulver, das – EU-subventioniert! – die Milchpreise in Burkina Faso und vielen anderen Ländern unterläuft. (Quelle: „Mensch Macht Milch“ – eine Fotoausstellung zur EU-Agrarpolitik und ihren Auswirkungen und Perspektiven in Nord und Süd, Herausgeber: Germanwatch et al.)“

    Diese Art von Volksverhetzung ist einmalig in der jüngeren Geschichte Deutschlands. Langsam wird es Zeit, dass Politik und Justiz sich einschalten – aber vor Allem, dass sich die Kirchen langsam distanzieren, nicht dass sie den selben Fehler machen, wie vor dem 2WK, und sich vor den Karren der Schergen spannen lassen!

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