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Stellungnahme von Eckehard Niemann

Eckehard Niemann erklärt seinen Rücktritt bei der AbL

Foto von Eckehard Niemann
Eckehard Niemann (c) Niemann

Am vergangenen Samstag legte der bisherige Pressesprecher der niedersächsischen AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), überraschend von seinen Ämtern innerhalb der AbL zurück (BlogAgrar berichtete leider nur auf Facebook und Co).

Heute versendete Niemann über seinen E-Mail-Verteiler der „AGRAR-HINWEISE“ folgende Erklärung, die ich hier mit seinem Einverständnis wiedergeben möchte. Einen ersten Kommentar von mir füge ich am Ende des Beitrage an:

Hallo,
nachdem ich in der letzten Ausgabe der AGRAR-HINWEISE darauf hingewiesen hatte, dass ich meine Funktionen innerhalb der AbL aufgebe, haben mich viele Mails erreicht. Vielen Dank dafür und für die vielen Aufforderungen, dass es die AGRAR-HINWEISE auch weiterhin geben müsse.
Es gab auch viele Nachfragen zu den Gründen für meine Entscheidung. Deshalb hier folgende Erklärung dazu:
Meine Kritik an Entwicklungen innerhalb der AbL bezieht sich auf die Bundesebene und nicht auf den AbL-Landesverband Niedersachsen/Bremen. Allerdings wurde mir in meiner Funktion als Landesverbands-Pressesprecher immer deutlicher, dass die AbL vor allem nach deren Bundespolitik beurteilt wird. Deshalb gebe ich diese Funktion auf, damit ich mich künftig klarer und ohne falsche Rücksichtnahmen dazu äußern kann. Wenn ich jetzt meine Posten in der niedersächsischen AbL niederlege, so bleibe ich doch weiterhin ganz bewusst Mitglied der AbL. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hat schließlich in den letzten Jahrzehnten ganz vielen Bauern eine Stimme gegeben – gegenüber Agrar- und Ernährungsindustrie und auch gegenüber Raiffeisen- und Bauernverbands-Spitzen. Sie hat Bündnisse mit wichtigen gesellschaftlichen Gruppen geschlossen und in betrieblicher Selbsthilfe Direktvermarktung und Biolandbau vorangebracht.

Ich bin aber zunehmend besorgt darüber, dass sich die AbL in wichtigen Bereichen von einer bäuerlichen Interessenvertretung zu einem bloßen Teil der Natur- und Umweltschutz-Szene entwickelt. Ziemlich weit entfernt von den Bauern hat sich die AbL mittlerweile z.B. bei konventionellen Ackerbauern und auch bei Weidetierhaltern in der Frage der Regulierung von Wolfsbeständen. Im Bio-Bereich würde ich mir ebenfalls eine konsequentere Interessenvertretung von Bauern gegenüber bestimmten Entwicklungen wünschen – so zum Beispiel zur immer schwächeren Marktstellung der Biobauern innerhalb des Biosektors und zur Verdrängung von „Bauernhof-Bio“ durch immer mehr Agrarindustrie-„Bio“ oder EU-„Bio“ light. Die Gründe für diese Entwicklung sehe ich darin, dass die AbL sich in manchen Bereichen mittlerweile abhängig sieht von mächtigen Bündnis-Organisationen aus dem nichtlandwirtschaftlichen Bereich. Gesellschaftliche Bündnisse – wie bei der Demonstration „Wir haben es satt“ – sind für den gesellschaftlichen Einfluss von Bäuerinnen und Bauern sehr wichtig. Sie sind es aber auch nur dann, wenn sich diese Bündnisse auch wirklich für Bauern-Anliegen stark machen – und insbesondere auch für die der 90% konventionell wirtschaftenden, mittelständischen Bauernhöfe.Diese Unterstützung von Bündnis-Verbänden gibt es am ehesten noch im Milchbereich oder bei der Verhinderung von Gentechnik. In anderen Bereichen fehlt mir dies: Wenn z.B. gefordert wird, dass es künftig nur noch „EU-Zahlungen an Bauern gegen zusätzliche Umwelt-Leistungen“ geben dürfe, dann schadet dies den Bauern. Es reicht nicht, wenn man dann lediglich die erhöhten Kosten für solche Umwelt- und Tierwohl-Anforderungen erstattet bekäme – damit wäre ja keinerlei Einkommenswirkung verbunden. Die EU-Direktzahlungen der „ersten Säule“ dürfen nicht abgeschafft werden, sie müssen beibehalten werden – wenn auch mit Staffelungen und höheren Hektar-Prämien zugunsten kleiner und mittlerer Betriebe und mit einer Kappungs-Obergrenze der betrieblichen Fördersummen gegenüber gesellschaftlich unerwünschten agrarindustriellen Großbetrieben (z.B. mit mehr als 500 Hektar). Denn dadurch lassen sich unerwünschte und gesellschaftsschädliche Struktur-Ergebnisse von rein marktwirtschaftlich-neoliberalen Prozessen politisch wirksam korrigieren. Sie können und müssen ein Korrektiv sein für die neoliberalen Markt-Verzerrungen, durch die agrarindustrielle Großbetriebe sonst weiter vordringen würden. Der Erhalt einer strukturellen Vielfalt von Bauernhöfen ist ein Wert an sich – als zu erhaltende sozioökonomische Grundlage lebendiger ländlicher Strukturen, einer vielfältigen Agrarstruktur und einer artgerechteren Tierhaltung. Zudem sind Direktzahlungen zu einem Gutteil ein Ausgleich für die höheren gesetzlichen EU-Standards gegenüber Drittländern ohne solche Standards. Sie sind somit Ersatz für den mittlerweile fehlenden Außenschutz gegenüber Dumping-Importen aus Drittländern – nur durch die Direktzahlungen können derzeit die Landwirte in der EU mit den Weltmarktbedingungen und –preisen existieren.

Allerdings scheint manchen Nichtlandwirten mittlerweile eine sozioökonomische bäuerliche Struktur verzichtbar. Auch etliche nichtbäuerliche Mitglieder sehen in der AbL vor allem eine Umwelt-NGO und definieren eine „bäuerliche Landwirtschaft“ nicht mehr als Landwirtschaft, die von Bauern betrieben wird, sondern – losgelöst von dieser wichtigen sozioökonomischen Agrarstruktur – nur noch als schönklingenden Sammelbegriff für irgendwelche Umweltziele, die angeblich auch Agrarindustrielle umsetzen könnten.

Aktuell kritisiere ich zudem die Positionierung auf AbL-Bundesebene zur Schweinehaltung, die vor allem ein „Tierwohl“-Siegel zur Schaffung eines begrenzten Premium-Marktsegments fordert – statt eine flächendeckende Umsetzung der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie. Das „Neuland“-Programm war von der AbL stets als Modell für einen gesellschaftlichen Umbau der Schweinehaltung gedacht – und es hat modellhaft gezeigt, dass und wie eine artgerechtere Schweinehaltung mit Stroh und ohne Ringelschwanz-Kupieren praktikabel ist. Und gerade jetzt, wo die EU auch gegenüber Deutschland auf eine verbindliche Umsetzung genau dieser Tierhaltung drängt, ist es fatal, von dieser anstehenden Aufgabe abzulenken: „Neuland“ und deren Trägerverband Deutscher Tierschutzbund dürfen diese Chance nicht opfern für eigene kleine Vorteile bei einem solchen Tierwohlsiegel.

Angesagt ist jetzt die flächendeckende Umsetzung der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie (mit Kupierverbot und Zugang zu Stroh) und des Kastenstands-Urteils. Nur so kann man Planungssicherheit für alle Betriebe schaffen, die aktuelle gesellschaftliche Debatte für die Finanzierung der notwendigen Umbau-Programme wirklich nutzen und die Akzeptanz der Nutztierhaltung sichern. Gemäß Nutztierhaltungs-Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats ist zunächst mit Dänemark und den Niederlanden eine angemessene und koordinierte Übergangsfrist zu vereinbaren, damit der mit den Tierwohlmaßnahmen automatisch verbundene Abbau ruinöser Überschüsse auch wirklich zu „Klasse statt Masse“ mit endlich fairen Erzeugerpreisen führt. Mein Anliegen bleibt: Die AbL muss zu ihren Wurzeln als Vertretung bäuerlicher Interessen gegenüber ökonomischen „Marktpartnern“ und zugleich innerhalb gesellschaftlicher Bündnisse zurückkehren. Darüber ist jetzt eine offene und transparente Debatte angesagt.

Eckehard Niemann

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veganer Tierschutz auf der „Wir haben es satt“-Demo?

Auch in diesem Jahr fühlen sich viele Tierrechtler und Veganer berufen, für ihre Ideologie („mit Bio ist es nicht getan, echter Tierschutz ist vegan!“) auf der bunten „Wir haben es satt“-Demo zu demonstrieren.

Snapshot bei Facebook

Und das soll eine Demo FÜR die Landwirtschaft sein? Es fällt den Veranstaltern wohl ziemlich schwer, sich von den extremen Tierrechtlern zu lösen. Echte Alternativen und Lösungswege werden mit diesen Gruppen niemals möglich sein. Was viele Gruppen auf der großen Demonstration zusammenhält , ist der kleinste Nenner bzw. der gemeinsame Gegner– die „böse“ Massentierhaltung und Agrarindustrie. Beide Begriffe werden aber nicht weiter definiert, ein jeder hat eine andere Vorstellung wann Massentierhaltung bzw. Agrarindustrie beginnt.

Es werden im Vorfeld die vielen Höfe beklagt, die in der Vergangenheit aufgeben mussten. Und gleichzeitig wird mit dem riesen Strauß an unterschiedlichsten Forderungen der teilnehmenden Gruppen das Höfesterben angeheizt. Denn jede Erhöhung der Auflagen und Anforderungen, sorgt auch für das Aus von tendenziell kleineren Betrieben.

Wenn das so weiter geht, dann können die Demonstranten in ein paar Jahren gegen die Agrarindustrie und Massentierhalter, die im Ausland ansässig sind, demonstrieren. Die werden dann den deutschen Markt bedienen, denn was mit der „Wir haben es satt„- Demo betrieben wird, ist eine weitgehende Abwicklung der leistungsfähigen deutschen Landwirtschaft und der damit verbundenen Höfe.

Wenn „Wir haben es satt“ ernsthaft eine Demo für die Bauern sein möchte, dann sollte sie sich zu allererst von den Tierrechtsgruppen und Veganern distanzieren!

Quo vadis, Welthungerhilfe?

welthungerhilfe_logoIch habe im letzten Jahr Werbung für die Welthungerhilfe gemacht (ein Cent für Misereor), nachdem Misereor und Brot für die Welt sich mit einseitigen und undifferenzierten Schuldzuweisungen auf Kosten der modernen Landwirtschaft profilieren wollten und so für Spenden warben. Auch die aktive Teilnahme als Förderer der „Wir haben es satt“-Demo wurde von mir und sehr vielen Berufskollegen als Schlag ins Gesicht empfunden.
Konsequenz: diese Organisationen bekommen von mir keine Spenden mehr.
Stattdessen habe ich auf die Welthungerhilfe verwiesen.
Nun habe ich entdeckt, dass diese Organisation zwar nicht Förderer (wie Misereor bzw. Brot für die Welt), aber offizieller Unterstützer der jährlichen Demonstration gegen die moderne Landwirtschaft ist. Eine herbe Enttäuschung für mich.
Was meint ihr? Wie ist das unterstützende Engagement der WHH zu bewerten?
Für welche Entwicklungsorganisation kann man als moderner Bauer denn noch spenden, ohne sich selber ins Fleisch zu schneiden?
Eines steht für mich jedoch felsenfest:

Auch zur kommenden internationalen Grünen Woche müssen die Landwirte aufstehen und für den Berufstand, für die moderne Landwirtschaft eintreten und nicht pauschal gegen sie schimpfen und diffamieren wie es eine kleine Splittergruppe unter den Landwirten mit einem ganz bunten Strauß an NGOs Jahr für Jahr machen!

Postfaktisch mag zwar das Wort des Jahres sein, aber wir dürfen dennoch nicht aufhören zu argumentieren und für unsere Positionen kämpfen!

mehr Infos: http://www.wir-machen-euch-satt.de/ (Facebook)

dialogstattprotest_2017

Dialog: „Wir haben es satt“-Kongress

In Berlin angekommen, aber noch unrasiert
In Berlin angekommen, aber noch unrasiert

Bin gerade in Berlin angekommen und bereite mich noch ein wenig auf den morgigen Tag vor. Denn ich bin nicht zu Erholungszwecken in Berlin. Ich habe die Ehre, morgen an einem agrarpolitischen Talk im Rahmen des „Wir haben es satt“-Kongresses teilzunehmen. Ich werde die Bewegung „Wir machen Euch satt“ hoffentlich gut vertreten.

whes_kongress_2016Ab kurz nach zehn werde ich dann mit Dr. Anton Hofreiter (Bündnis90/Die Grünen), Dr. Kirsten Tackmann (Linke), Dr. Karin Thissen (SPD), Kees de Vries (CDU) und Jochen Fritz (Wir haben es satt!) unter der moderatorischen Leitung von Frau Dr. Tanja Busse („Die Wegwerfkuh“) über verschiedene agrarpolitische Themen diskutieren.

whes_kongress_planWenn ihr noch Fragen und Anregungen für mich habt, könnt ihr sie gerne in der Kommentarzeile hinterlassen.

Drückt mir die Daumen! Bis morgen, dann werde ich mich zurückmelden!

Ob es einen Live-Stream gibt, kann ich nicht sagen. Wer zuerst einen Link kennt, der postet ihn bitte für alle hier im Blog- 😉

Das Emsland fährt nach Berlin…

… zur „Wir machen Euch satt“- Demo

Wir fahren nach Berlin!

wmes_logo_01Am 16. Januar 2016 findet die zweite Auflage der „Wir machen Euch satt“-Demo in Berlin statt.
Dazu wird ein Bus aus dem Emsland eingesetzt.

Die Berlinfahrt wird insgesamt 100 € pro Person kosten. Darin enthalten ist: Das Emsland fährt nach Berlin… weiterlesen

Meine Motive

Warum ich mich für die „Wir machen Euch satt“- Demo (WMES) einsetze.

Die Premieren-Demo im vergangenen Januar war angesichts der extrem kurzen Vorbereitungszeit von vielleicht gerade zwei Wochen ein Achtungserfolg- in meinen Augen. Die ca. 1000 Demonstranten auf dem Washington-Platz am Berliner Hauptbahnhof machten erstmal auch öffentlich deutlich, dass sie es Leid sind, von den vielen tausend, bunt gemixten Teilnehmern und Veranstaltern des Demozuges der „Wir haben es satt“-Demonstration diffamiert und in den Dreck gezogen zu werden.

wmes_logo_01Die kleine Gegendemonstration mit überwiegend aktiven Bauern und Landfrauen wurde von einigen Medien wahr genommen. Bei einigen (nicht nur) neutralen Beobachtern setzte wohl ein Denkprozess ein. Ist es vielleicht doch nicht so einfach, die Landwirte in bestimmte Schubladen zu stecken? Hier die „guten“ Bauern auf der WHES und dort die bösen konventionellen Bauern und Massentierhalter mit ihren großen Höfen, die gerne für jedes Übel in der Welt verantwortlich gemacht werden können?

Natürlich ist es nicht so einfach! Das wissen aber leider die landwirtschaftsfernen Verbraucher nicht und viele Journalisten leider auch nicht. Auch die Macher der WHES fingen an zu grübeln. Plötzlich ist eine kleine Gruppe aufgetreten, die ihr gewohntes Meinungs-Monopol an diesem Tag aufgebrochen hat. Plötzlich drohten die pauschalen, verzerrten und teils auch schlicht falschen Anschuldigungen gegen die moderne Landwirtschaft differenziert von außen betrachtet zu werden!
Plötzlich könnte deutlich werden, dass die „Wir haben es satt“-Fraktion nicht für die Mehrheit der deutschen Landwirtschaft spricht, sondern – im Gegenteil – nur für eine aktive, aber letztlich kleine Gruppe steht, die nur eine Gemeinsamkeit haben:

„Wir haben es satt“ will sich auf Kosten der großen Mehrheit der Landwirte in Deutschland profilieren.“

 

Deshalb ist es wichtig, dass das Zeichen durch die „Wir machen Euch satt„- Meine Motive weiterlesen

Animal Peace darf getöteten Landwirt herabwürdigen

[Agrarheute] Die Tierrechtsorganisation Animal Peace darf den Tod eines Landwirts weiterhin verunglimpfen. Auch das zweite Verfahren gegen die Tierrechtlerin Silke Ruthenberg wurde eingestellt.

Der Jubel über einen Bullen, der einen Landwirt tötete, sei nicht strafbar und durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, das hier höher zu bewerten sei als die Würde eines Verstorbenen.

Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015
Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015

Wie das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt (BLW) Mitte September schreibt, kam die Staatsanwaltschaft München zu dieser Bewertung und stellte ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die Tierrechtler ein.

„Rinder-Mann geh‘ Du voran: Wieder ist ein Held aus unserer Mitte aufgestanden“. Mit diesen Worten beginnt ein Artikel der Tierrechtsorganisation Animal Peace, der am 10. Januar dieses Jahres auf der Website viva-vegan.info veröffentlicht wurde. Unter der Überschrift „Ein Bulle nimmt Rache“ äußerte die Tierrechtsorganisation ihre große Freude über einen Unglücksfall, bei dem ein 61-jähriger Landwirt aus Nümbrecht bei Köln von einem Bullen getötet worden war. Silke Ruthenberg, die Vorsitzende des Vereins Animal Peace, bezeichnete den getöteten Landwirt als „Sklavenhalter“.

Staatsanwaltschaft München stellt Verfahren ein [weiter bei agrarheute.com]


Ich bin wirklich entsetzt! Scheinbar können die Landwirte hierzulande sich nicht mehr auf den Schutz des Gesetzes verlassen. Auch bei Einbrüchen in unsere Ställe haben wir wohl tatenlos zuzusehen- kaum ein Einbrecher aus der Tierschutz- bzw. Tierrechtsszene wird von deutschen Gerichten verurteilt.
Das illegal beschaffte Filmmaterial wird zudem gerne auch vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen veröffentlicht. Für alle Seiten wohl ein gutes Geschäft, das auf Kosten eines einzigen geht: Der Landwirtschaft!

Die Freisprüche für die Menschen-verachtenden Aktionen der Tierrechtsorganisation sorgen dafür, dass weitere tödliche Unfälle von Tierhaltern bejubelt werden:

animalpeace_pferd_2015_07_ii

Ich bin wirklich sehr gespannt, ob im kommenden Jahr zur Grünen Woche in Berlin, wenn eine weitere „Wir haben es satt„-Demo auf dem Programm steht, die Veranstalter der Demo wieder diese Feinde der Landwirtschaft mitmarschieren lassen.

Für alle, die für die Belange der Landwirtschaft demonstrieren wollen, spreche ich hiermit schon mal eine Einladung zu der am selben Tag stattfindenden „Wir machen Euch satt“-Demo aus. Weitere Infos werde ich zu gegebener Zeit folgen lassen.

siehe auch: Was soll „WIR machen Euch SATT !“ ?

 

LANDWIRTE ENTTÄUSCHT VON MISEREOR

Niederlangen (VEL). Bisher bildete die Katholische Kirche stets einen festen Anker für die Landwirtschaft. Jetzt besteht die Gefahr, dass beide zukünftig getrennte Wege gehen. Grund ist die Teilnahme von Misereor an einer Protestbewegung gegen die moderne Landwirtschaft anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Einen Versuch, die Wogen zu glätten, unternahm daher die Landjugend Neulangen. Sie lud Vertreter aus Landwirtschaft und Kirche zu einem Dialog ein.

Der Saal in Niederlangen war voll besetzt mit Landwirten. Allen gemeinsam ist das Unverständnis über das Verhalten von Misereor (c) Knoll, VEL
Der Saal in Niederlangen war voll besetzt mit Landwirten. Allen gemeinsam ist das Unverständnis über das Verhalten von Misereor (c) Knoll, VEL

Die Fronten sind verhärtet. Bernhard Barkmann, Landwirt aus Messingen, ist von der Haltung Misereors gegenüber der modernen Landwirtschaft zutiefst enttäuscht. Landwirte würden heutzutage für alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht. Einen Rückhalt in der Gesellschaft sieht er kaum noch. Dass sich nun auch eine kirchliche Organisation offensichtlich gegen die Landwirte stellt, verletzt ihn und seine Berufskollegen. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ organisierten Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbände eine groß angelegte Protestdemo in Berlin – aktiv beteiligt auch das katholische Hilfswerk Misereor. Tausende Menschen gingen im Januar auf die Straßen. Sie hielten Plakate mit scharfen Parolen in die Luft. „Was wollt Ihr Euren Kindern sagen“ oder „Tiermörder“, waren nur einige der Sprüche, die die Landwirte wie ein Dorn mitten ins Herz trafen.

Bernhard Barkmann (rechts) sprach den vielen anwesenden Landwirten bei dem Podiumsgespräch aus der Seele (c) Knoll, VEL
Bernhard Barkmann (rechts) sprach den vielen anwesenden Landwirten bei dem Podiumsgespräch aus der Seele (c) Knoll, VEL

Felix zu Löwenstein, Mitglied des Misereor-Beirates, sah die Demonstration hingegen nicht als Aktion gegen einzelne Landwirte. Er stellte vielmehr die Systemfrage: „Es geht nicht darum, ob Biobauern gut und konventionelle Landwirte böse sind. Wenn so viele Höfe sterben, frage ich, ob das System als ganzes so noch funktioniert“, so Löwenstein, der selber biologischer Landwirt ist. Aus dem Publikum meldete sich daraufhin Arnold Krämer, Leiter der Landwirtschaftskammer Bezirksstelle Emsland, zu Wort: „Wie soll die Systemalternative denn aussehen? Wäre es ethisch vertretbar, in unserer Gunstregion nur noch Ökolandbau zu betreiben, der ein Vielfaches an Fläche benötigt? Das wäre, als würden wir mit angezogener Handbremse wirtschaften.“

Auch viele Vorurteile gegen die moderne Landwirtschaft wurden an diesem Abend ausgeräumt. Dass Landwirte für den Hunger in der Welt verantwortlich seien, ist laut Landwirt Barkmann zu kurz gedacht. So stehe gerade das in der Schweinehaltung eingesetzte Sojafutter in der Kritik, Kleinbauern in Südamerika in die Armut zu drängen. „Sojabohnen werden wegen ihres Öles angebaut. Das Schrot ist nur ein Restprodukt. Die meisten Futtermittel wie Getreide für unsere Tiere bauen wir auf unseren heimischen Höfen an“, stellte der Schweinehalter klar.

„Ihr habt Euch die falschen Sündenböcke ausgesucht“, ärgerte sich ein Landwirt aus Osnabrück. Er rief die Misereor-Vertreter dazu auf, mutig zu sein und den Verbraucher in die Pflicht zu nehmen. Denn heutzutage würden so viele Lebensmittel wie nie zuvor achtlos auf dem Müll landen. Mit den ständigen Beschimpfungen der Landwirte würde genau das Falsche erreicht: Die Landwirte, die mit Herz und Leidenschaft arbeiten, hören auf. Denn welcher junge Landwirt wolle noch einen Hof übernehmen, wenn er nur beleidigt wird?

Dialog mit MISEREOR

dialog_misereorIch habe in diesem Blog bereits meinen Unmut über die Beteiligung von MISEREOR an der „Wir haben es satt“ – Demonstration (WHES) geäußert. (und zwar hier und hier)
Mit diesem Unmut stehe ich nicht alleine. Vielen Landwirten und Landjugendlichen aus dem ganzen Bundesgebiet geht es ganz ähnlich. Sie haben allerdings in den vergangenen Jahren meist nur in kleinem Rahmen dagegen protestiert und eine Spende verweigert. In diesem Jahr, so scheint es mir, sind die Bauern etwas besser vernetzt. Die WHES-Demo hat ca. 1000 überwiegend aktive Landwirte dazu veranlasst, auf der relativ spontan geplanten „Wir machen Euch satt“ – Demo für die Leistungen der heimischen Landwirtschaft zu werben. Ein Motto dort war auch: „Miteinander reden, anstatt übereinander!
So bin ich froh, dass MISEREOR sich einem Dialog mit Landwirten und Landjugendlichen auf folgender Veranstaltung stellt:

Landwirtschaft und Misereor im Dialog

am 9. Februar 2015 um 18.30 Uhr im emsländischen Niederlangen. Dialog mit MISEREOR weiterlesen

„Wir machen Euch satt!“ – Demo

Hiermit möchte ich alle Landwirte und Unterstützer der Landwirtschaft auffordern, sich möglichst an der Gegendemonstration zur unsäglichen und Bauern-diffamierenden „Wir haben es satt“- Demo zu beteiligen:

wirmacheneuchsatt_aufruf_demo_2015

Bei dieser Demo soll, kann bzw. darf auch getanzt werden zum legendären „Farmer Style„: