Politiker halten Bande hoch

Was haben die Grünen jemals für die Bauern getan?

Im Anschluss an die größte Bauern-Demonstration im Nachkriegs-Deutschland ist Anton Hofreiter vergangenen Dienstag vor die Kamera getreten. Grund: Der Grünen-Fraktionsvorsitzende bietet den Landwirten den Dialog an.

„Eine vernünftige Agrarpolitik, die Klima und Umwelt schützt, kann nur mit den Bauern, nicht gegen die Bauern passieren“,

so Hofreiter.

Porträtphoto des Grünen-Politikers Anton Hofreiter
Ist das Dialogangebot ernst gemeint?

Bloß: Können Deutschlands Landwirte dieses Angebot ernst nehmen?

Buhmann grüner Agrarpolitik

Denn dass die Bauern am 22. Oktober landesweit auf die Straße gegangen sind, hat auch damit zu tun, dass Hofreiter bzw. seine Partei die konventionell wirtschaftenden Landwirte seit Jahr und Tag an den Pranger stellen. Sie haben das schwarz-weiß in der öffentlichen Debatte befeuert, so dass die Öffentlichkeit heute beispielsweise glaubt, Deutschlands Landwirte vergiften ihre Landsleute mit „Ackergift“. Dabei sind es PflanzenSCHUTZmittel, die übrigens auch Biolandwirte einsetzen – aus denselben Gründen wie ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen: Sie schützen ihre Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen und gewährleisten Ertragssicherheit (wo viele Grüne gerne blanke Profitgier unterstellen!).

Aber dass auch Bio-Landwirte Pestizide einsetzen, diese zentrale Info halten Hofreiter und seine Kollegen in der Öffentlichkeit wohlweislich zurück. Was im Einzelnen in der Bio-Landwirtschaft zum Einsatz kommt, kann hier nachgelesen werden: „Mythenjagd (1): Bio bedeutet ungespritzt“. Dabei gilt hüben wie drüben: Seit Paracelsus macht unverändert die Dosis das Gift.

Erinnern Sie sich an Ihre Nitrat-Rants, Herr Hofreiter? Sie sprachen von „Güllefluten“ und der „Überdüngung unserer Gewässer“, kündigten an, die Trinkwasserpreise würden steigen aufgrund der „zunehmenden Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrate der Agrarindustrie“. Ohne es mit Fakten sonderlich ernst zu nehmen, wie hier nachzulesen ist.

Dass jetzt peu à peu an den Tag kommt, dass sich für Nitrate und Stickstoffe noch ganz andere zu verantworten haben – ich glaube nicht, dass nach der Hetze der vergangenen Jahre auch nur ein einziger Landwirt sich in diesem Land vorstellen kann, dass die Grünen dem nachgehen, geschweige denn in ihre Überlegungen bzw. Kampagnen einbeziehen werden. Oder haben Sie, Herr Hofreiter, bzw. Ihre Kollegen auch nur in einem einzigen Ihrer Rants gegen die Agrarindustrie beim Thema Nitrat das Wort „Belastungsmessnetz“ erwähnt? Hart in der Sache PLUS Fairness, Redlichkeit und Respekt war bis dato Ihrer aller Sache nicht.

Fakten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Was wir, Landwirte, Gesellschaft und Politik, brauchen für eine zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft, sind Fakten als Diskussions- und Entscheidungsgrundlagen. Und keine ideologisch verbrämten Agrarwende-Visionen, für die Sie und Ihre Kollegen sich die Argumente brachial zurechtbiegen.

Nach allem, was gewesen ist, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass die Landwirte viel von Ihnen oder Ihren Kollegen zu erwarten haben. So gut wie jegliche Kommunikation rund um die konventionelle Landwirtschaft war feindseliger Natur. Hinzu kommt, dass viele Bauern in den vergangenen Jahren versucht haben, bei Facebook mit Ihnen oder Ihren Kollegen in ein Gespräch zu treten. Die meisten, so wie Sie auch, haben den Dialog verweigert.

Fazit:

Persönlich würde ich Ihr Angebot als ein den eindrucksvollen Bildern der Demonstration geschuldeten Kurzschluss betrachten. ABER: Vielleicht sehen die Landwirte das anders? Es bleibt spannend!

Wenn ich Sie im Folgenden daran erinnern darf, was Sie und Ihre Kollegen an wertvollem Porzellan kaputt geschlagen gehaben – und wie unfassbar rabiat?

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt im Bundestag, 11. September 2019

„Bauern zerstören die Landschaft | Bauern vernichten die Arten | Bauern verseuchen das Wasser“

Wer Ihr seid!

Wie Ihr seid! Teil 1: Harald Ebner
Wie Ihr seid! Teil 2: Partei, Fraktion und grüne Europagruppe

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 1 – Einleitung
Teil 2 – Massentierhaltung
Teil 3 – Antibiotika
Teil 4 – Glyphosat
Teil 5 – Glyphosat: Gift in den Händen der Abgeordneten Harald Ebner MDB, Martin Häusling MEP, Sven Giegold MEP und Maria Heubuch MEP
Teil 6 – Nitrat: Gülleschwemme? Oder ist alles ganz anders, als es aussieht?

Grüne-Politiker halten No Hate Speech-Bande hoch
„Sprache schafft Welt und Wirklichkeit“. Robert Habeck : „Genverseucht, Gendreck, Merkelgift (Anm.: gemeint ist Glyphosat), Frankensteinpflanze, Feldbefreiung, genmanipuliert, chemieverseucht, Chemiebauer, Agrarmafia, Genpflanze, Horrorsaat, Monsterpflanze, genkontaminiert…“ Ludger Weß zitiert aus grünen Pressemitteilungen | Ackergift, Brunnenvergiftung, Gülleschwemme, Gülleflut …. kleiner Auszug aus meiner Analyse grüner Kommunikation

4 Gedanken zu „Was haben die Grünen jemals für die Bauern getan?

  1. Wie wir alle wissen, haben die Grünen und ihr artverwandtes Volk der realitätsfernen Abgeordneten, meistens wenig Hintergrund, von dem was sie verurteilen, maßregeln, beschneiden, besteuern oder oder.
    Vielleicht liegt es an den wenigen Berufen oder sogar Abschlüssen in fundierten Fächern.
    Die meisten, wie wir wissen, machen Politik für Geld, ob nun zu hohe Diäten oder für Spenden oder für Konzerne.
    Aber von dem was man beschließt, haben die wenigsten Ahnung oder wollen es nicht wissen.
    Ich habe vier Anfragen an die Grünen gestartet, außer Spendenliste und Eintritts Formular kam nichts. Absolut nichts.
    Doch, etwas! Hinweise auf Parteiprogramm und Ziele der nächsten Zeit.

    Merken die Politiker, alle Politiker ob grün rot gelb schwarz oder dunkelrot überhaupt noch was sie machen oder anrichten mit ihrem Geschwätz?

  2. Deine Einsichtsresistenz ist wirklich erstaunlich! Wer bitte, hat sich denn in den Agroindustrie- Markt begeben? Wer hat sich denn für Massen- Tierhaltung und Anbau entschieden, die Antibiotika und Gifte en masse erfordern? Wer ‚füttert‘ denn die Menschen mit Müll, der mit 3(!), anstatt 84 Elementen gedüngt wurde? Wer sonst noch, außer den Bauern tötet von Insekten, über Beipflanzen, Nutztieren, Bodenlebewesen soviel?

    – Und … auf dem Video: Du siehst nicht gesund aus! Und als Gesundheitstrainer glaub ich nicht, dass das Zufall ist 😉
    Baldige Besserung und
    paradise your life! 😉

    1. Bei den Grünen und ihren Verbündeten aus NGOs und Medien herrscht ein breiter Konsens darüber, dass die konventionellen Landwirte Umweltverschmutzer, Volks- und Brunnenvergifter und Tierquäler sind. Ein Dialog nach ihren Vorstellungen bedingt das Eingestehen dieser Schandtaten und kann sich nur noch darum drehen, wie man wider zu einem braven Menschen wird. Und so muss man nach deren Meinung dankbar darüber sein, dass sie einem die Chance zur Rehabilitierung geben, wenn man demütig zu Staube kriecht. Ihr Pamphlet erinnert mich an Parolen gegen andere Bevölkerungsgruppen. In der Historie wurde diesen diese „Chance“ nicht eingeräumt. Muss man deshalb den Grünen dankbar sein, dass sie keinen Scheiterhaufen oder gesellschaftliche Ächtung und Verlust der Menschenrechte fordern?

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