Tierschützer auf dem Holzweg

Tierschützer demonstrieren gemeinsam mit PeTA

Der Lingener Tierschutzverein demonstrierte am vergangenen Wochenende im emsländischen Lingen gegen die Haltung von Wildtieren beim Circus Krone.

14.07.2018, 18:40 Uhr GEGEN WILDTIERHALTUNG Peta demonstriert in Lingen vor dem Circus Krone
(c) Lingener Tagespost vom 14.7.18

Eigentlich kein Problem, obwohl Krone hohe Standards bei der Unterbringung und Transport seiner Tiere bietet. Die Bedingungen für die Wildtiere werden sicherlich ganz individuell und subjektiv bewertet. Der Cirkus Krone klärt sehr transparent darüber auf, aber dennoch ist es legitim, die Tierhaltung dort zu kritisieren und dagegen zu demonstrieren.

Was für mich allerdings unverständlich ist, ist die Tatsache, dass die Lingener Tierschützer, selber oft Halter von Pferden oder Haustieren, gemeinsam mit Anhängern der Tierrechtsorganisation PeTA demonstrierten.

Deshalb habe ich folgenden Leserbrief geschrieben, der heute in der Lingener Tagespost veröffentlicht wurde: Tierschützer auf dem Holzweg weiterlesen

„Sonderangebot = Ramsch?“

Sonderangebote für Fleisch haben oft einen schalen Nachgeschmack: Je billiger das Fleisch, desto grausamer die Haltungsbedingungen. So will es zumindest der Mainstream. Tierärztin und leidenschaftliche Schweinehalterin Nadine Henke von den Brokser Sauen hat die Zusammenhänge mal in einem Blogpost auseinandergeklamüsert. Auslöser für die kleine, aber feine Analyse war Edeka: Bei unfassbaren 0,15 Euro je 100 g Hähnchenschenkel sorgte die Rabattaktion des Supermarktes bundesweit für Empörung sowie einiges Rauschen im Blätterwald.

Screenshot Edeka-Beilage
Die Übeltäterin: der Edeka-Montagsknüller

Am Ende kam es, wie es oft kommt, wenn mal genau hinschaut: Wieder einmal segnete eine heilige Kuh das Zeitliche.  Nadine Henke hat mir erlaubt, ihren Beitrag bei BlogAgrar online zu stellen. Also

Vorhang auf für: „Sonderangebot = Ramsch?“

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FG(A)U: Gentechnikkritiker klären über neue Gentechnologien auf

Graphik FGU
Lobbyisten des Anti Gentechnik-Komplexes unter sich – sponsored by Behörden des Bundes

Für den gesunden Menschenverstand dürfte glasklar sein: Aktuelle Entwicklungen im Bereich neuer Gentechnikverfahren von gentechnikkritischen Nichtregierungsorganisationen (NGO) bzw. Aktivisten abschätzen lassen ist ähnlich sinnentleert wie den Wolf als Hütehund einsetzen. Wo Schäfer sich allerdings umgehend zu Hochzeitsplanern umschulen lassen würden, geben sich Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) tiefenentspannt – und munter Steuergelder aus!

Stein des Anstoßes ist die frisch gegründete Fachstelle Gentechnik und Umwelt (FGU), die über aktuelle Entwicklungen im Bereich Gen- und Biotechnologien (v.a. Genome-Editing) wissenschaftlich begründet aufklären will. Projektgeber ist das BFN mit Mitteln aus dem BMU.

FG(A)U: Hütehund Wolf

Pikant: Mit der Projektdurchführung ist Testbiotech e.V. betraut, eine NGO, die für ihre deftige Skepsis gegenüber Gentechnologien bekannt ist. Ferner existiert ein Beirat, dem Aktivisten durchweg gentechnikkritischer NGO angehören.

Plus: Fachwissen im Sinne einer gründlichen Professionalisierung, sprich Studium, Promotion/Habilitation oder Forschung, ist Mangelware.

Der Mangel an wissenschaftlicher Expertise dürfte also durch eine gehörige Portion Voreingenommenheit ausgeglichen werden. Die Frage ist naheliegend: Wofür bezahlen wir eigentlich Steuergelder? Schwerlich für einen unabhängigen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Dr. Kathrin Naumann vom Agrarbetrieb Groß Grenz in Benitz (bei Schwaan) hat ihre Bedenken  niedergeschrieben und BlogAgrar erlaubt, die Zeilen zu veröffentlichen.

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Landwirt Langreiter beim Bayrischen Rundfunk

Gerhard Langreiter darf einen Tag lang mitmischen

Im Rahmen der Aktion #Mitmischen beim Bayerischen Rundfunk war Gerhard Langreiter, Landwirt und Ferkelerzeuger aus dem Landkreis Mühldorf am Inn, für einen Tag bei der Redaktion von Kontrovers, einem Poltikmagazin beim BR, mit dabei. Bei BlogAgrar berichtet er von seinen Eindrücken.
Gerhard Langreiter mischt mit

Landwirte und Journalisten kritisieren sich häufig gegenseitig. Viele Landwirte reagieren auf die Kritik seitens der Gesellschaft mit mehr Offenheit und Transparenz. Und auch bei den Medien gibt es diese Tendenz. Im Rahmen der Aktion #Mitmischen beim Bayerischen Rundfunk war Gerhard Langreiter, Landwirt und Ferkelerzeuger aus dem Landkreis Mühldorf am Inn, für einen Tag bei der Redaktion von Kontrovers, einem Poltikmagazin beim BR, mit dabei. Hier erzählt er von seinen Eindrücken:

Wie kam ich zu der Ehre?

Vor einiger Zeit ging eine Info runm, dass der Bayerische Rundfunk eine Mitmachaktion für sein Publikum macht und man sich dafür bewerben kann. Da hab ich natürlich gleich das Formular ausgefüllt und mich unter anderem für Kontrovers beworben. Ich war dann auch einer der Glücklichen, die ausgelost wurden und so durfte ich im Rahmen der Aktion #Mitmischen einen Tag die Redaktion von Kontrovers begleiten. An dem Tag hat die Redaktion volles Programm, da abends die Sendung ausgestrahlt wird. Erst sollten wir um 8.30 Uhr schon vor Ort sein, es hat sich dann aber doch noch auf 10 Uhr verschoben, wahrscheinlich, damit die Leute erst mal in Ruhe mit ihrer Arbeit beginnen konnten.

Los gings:

Als ich also beim BR in Freimann, München, eintraf und von einem Empfangskomitee registriert wurde und mit Giveaways und Butterbreze versorgt wurde, holte uns gleich einer der Mitarbeiter der Redaktion ab und es ging gleich ins Büro von Andreas Bachmann, dem Redaktionsleiter und (im zweiwöchigen Wechsel mit Ursula Heller) Moderator der Sendung.

Wir waren insgesamt zu viert, die diesen Tag dort verbringen durften und so haben wir uns alle erst einmal vorgestellt und Herr Bachmann hat dann auch gleich erzählt, was uns an diesem Tag erwarten würde. Außerdem durften wir Kritik zu den letzten Sendungen äußern und was wir uns für diesen Tag erwarten würden.

Ich hatte mir bis jetzt gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht und hab mich einfach mal überraschen lassen. Da bei mir auf dem Hof schon das eine oder andere Mal ein Fernsehteam war, war dies alles jetzt auch nicht etwas so Besonderes.

Ab in den Schneideraum:

Ich durfte nun einen Autoren des Teams beim Schneiden eines Beitrags begleiten, der an diesem Tag abends gesendet werden sollte. Im Beitrag ging es darum, dass eigentlich nicht die Honigbiene gefährdet ist, sondern die Wildbiene. Diese Thema war natürlich für mich als Landwirt prädestiniert und die Redaktion fand es auch gleich ziemlich passend, dass ich mit dabei war.

So wurden wir in den Schneideraum geführt und da waren der Autor und der Cutter schon fleißig am werkeln und hatten schon die Hälfte des Films zurechtgezimmert. Bis dann aber alle Töne, Spezialeffekte, Diagramme, Texte usw. passten, dauert es noch bis 16 Uhr. Wenn man bedenkt, dass sie um 8 Uhr angefangen haben, war ich dann doch überrascht, dass man für einen Beitrag von 4 Minuten so viel Zeit benötigt. Zu meinen Eindrücken vom Schnitt dann später noch mehr!

Endspurt:

Nachdem dann der Text von der Redakteurin abgenommen wurde und dann von der Sprecherin eingesprochen, war der Beitrag fertig und nach einem weiteren Zusammentreffen mit Andreas Bachmann ging es dann nach dem Abendessen ins Studio, wo gerade aufgebaut wurde. Die Sendung wird live gesendet, wobei ja nur die kurzen Sequenzen zwischen den Beiträgen dann live vom Moderator gesprochen werden. Der Rest wird eingespielt. Auch das Interview wurde schon vorab aufgezeichnet, weil der Interviewpartner zur Sendezeit keine Zeit hatte.

Um es nicht endlos in die Länge zu ziehen – Auch das war noch mal alles sehr spannend, der Regieraum übervoll mit Technik und auch hier die Leute alle sehr symphatisch. Danach gab es nochmal eine Nachbesprechung mit der Redaktion, die sich an diesem Tag wirklich sehr viel Zeit für uns genommen haben und auch noch freundlich und nett blieben, wenn einer meiner „Mitmischer“ mir persönlich doch schon ziemlich auf die Nerven ging.

Nun zum Fazit:

Wie schon bei meinen anderweitigen Kontakten mit Journalisten war es auch hier so, dass es sich ausschließlich um sehr angenehme, informierte Menschen gehandelt hat, die mit viel Elan und Zeitaufwand zum Beispiel diese Sendung Kontrovers jede Woche auf die Beine stellen.

Jeder Autor hat zwar das Thema von der Redaktion vorgegeben, hat aber viele Freiheiten, wie er oder sie dann diesen Beitrag ausgestaltet.

Speziell bei den Bienenfilm sind mir folgende Aspekte besonders aufgefallen:
  • Vorab wurden mehrere Interviews geführt, mit einem Imker, einem ÖDPler und einem Zoologen. Beim Zoologen waren sie anscheinend ziemlich lange auf der Suche, einige haben aus Zeitgründen abgesagt oder waren fachlich nicht geeignet, so wurde ein englischstämmiger Professor aus Halle an der Saale interviewt (Robert Paxton), er sehr sympathisch rüberkam, wodurch der Mann von der ÖDP fast aus dem Film rausgefallen wäre, weil der Beitrag zu lang wurde.
  • Ich durfte auch „mittexten“ und konnte mehrmals Einwände einbringen, wenn etwas fachlich nicht richtig war oder falsches Bildmaterial verwendet wurde. Ich sag nur Glyphosat und Pflanzenschutz im Rapsfeld… Der Professor hatte viele gute Sätze gebracht, wo er verdeutlicht hat, dass er das alles nicht so dramatisch sieht. Doch nach dem Schnitt war am Schluss zum Beispiel ein Satz drin, dass Obst teurer werden wird, weil es nicht mehr so viele Wildbienen geben wird in Zukunft. Man hätte auch viele andere Sätze (die ich vorgeschlagen hätte) verwenden können, aber dann hätte ja das schon vorher fixe Fazit des Films nicht mehr gepasst, dass die Wildbiene vom Aussterben bedroht ist.
  • Auch die Bilder von den chinesischen Bestäubern waren mir ein Graus und ich hab gefragt, ob man das nicht streichen kann, da dies nur aus züchterischen Gründen gemacht wird, aber da konnte ich mich nicht durchsetzen. Spontan sind mir leider zu wenig Argumente eingefallen. Der Autor meinte dann, ein Kollege war dort schon vor Ort und in einer Region ist es wirklich so, dass es dort keine Bienen mehr gibt. Dass es in China so viel Honigbienen wie noch nie gibt und man ja einfach in eine solche Gegend Völker hinfahren könnte – diese Argumente kamen mir erst ein paar Tage später durch eine Diskussion mit Berufskollegen.
  • Auch war man der Meinung, dass alle Pflanzenschutzmittel gefährlich sind für Bienen. Ich hab dann den Zusatz bienengefährdend vorgeschlagen, es wurde dann draus – Pestizide, die für Bienen gefährlich sind… was ich im Nachhinein auch nicht für besonders glücklich empfand, weil die Sprecherin es meiner Meinung nach falsch betont hat, und Pflanzenschutzmittel sicherlich der geringste Grund für ein Wildbienensterben sind, aber man ist ja dann doch nur der Gast 😉
  • Es haben viele Leute bei diesem Beitrag mitgeredet: Zwei Autoren, der Cutter, die Redakteurin und der Redaktionsleiter, beim Einsprechen sogar der Techniker im Tonstudio. Niemand hätte hier böswillig forciert, dass es in diesem Beitrag gegen konventionelle Landwirtschaft geht, aber trotzdem ist schlichtweg zu wenig Fachwissen vorhanden. Und durch das ständige Wiederholen von Glyphosat, Insektensterben und Aussterben der Biene in China, hat mittlerweile jeder Journalist in Deutschland anscheinend eine Brille auf, die man so schnell nicht mehr weg bekommt und die dann dazu verleitet, mal schnell dieses Bild zu nehmen und mal schnell diesen Nebensatz reinzuschreiben und mal schnell das Interview an dieser einen Stelle zu schneiden.
  • Der Autor hat dann auch betont, dass es ganz gut war, dass ich mit dabei war, weil man so den einen oder anderen fachlichen Fehler nicht gemacht hat und ich hab für mich festgestellt, dass es im Bayerischen Rundfunk dringend zu jedem Thema eine(n) Fachfrau/mann bräuchte, der bei allem, was der BR versendet, egal ob Fernsehen, Radio oder Internet, nochmal drüberschaut. Alleine, was in den letzten Tagen bei BR24 schon wieder falsch dargestellt wurde – wenn das bei allen anderen Fachbereichen auch so massiv ist, wie bei der Landwirtschaft, dann besteht hier dringend Handlungsbedarf!

Es war für mich ein erkenntnisreicher Tag. Nochmal danke an Kontrovers für die herzliche Aufnahme und wenn mal wieder fachlicher Rat benötigt wird, ich stehe zur Verfügung!

Hier der Link zu dem Bienenbeitrag:
Snapshot von der Homepage des bayrischen Rundfunks zur Sendung
(c) BR, Kontrovers

Wir durften auch selber eine Anmoderation schreiben, die wir dann Andreas Bachmann vortragen durften:

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“

Ein Zitat, das fälschlicherweise Albert Einstein zugerechnet wird, aber ständig von Medien und Politik herangezogen wird. Ist bei dieser Aussage ein wahrer Kern vorhanden, oder ist es nur Panikmache?

Wir haben nachgefragt beim Imkern und Zoologen, was an dem Bienensterben dran ist.

Welche Anmoderation findet ihr besser? 😉

Viele Grüße, Gerhard


Weitere Informationen
zur Aktion #BRMitmischen 

Regionale Rezepte gesucht

BlogAgrar bittet um Mithilfe für ein tolles Kochbuchprojekt

Portrait von Silvia Schlögel
Silvia Schlögel (Facebook-Profilfoto)

Silvia Schlögel aus Bayern ist Bäuerin, Landfrau, Mutter und Teil der Hauswirtschafterei. Und sie sucht regionale Rezepte für ein Kochbuchprojekt. Dabei möchte BlogAgrar gerne helfen:

Für Band 1 der dreiteiligen Kochbuchserie, an dem zur Zeit fieberhaft gearbeitet wird, werden noch Rezepte aus dem Norden Deutschlands gesucht. Aber auch für den zweiten Band (Rezepte aus der Mitte Deutschlands) werden bereits Rezepte gesammelt.

Wer also noch tolle Rezepte hat, der schreibt an heimatkueche@dlv.de.

#Crashkurs Heimatküche

Band 1: So kocht der Norden Deutschlands

Zum Heimatgefühl gehört die regionale Küche wie der Deckel auf den Topf.

#Crashkurs Heimatküche. Wir suchen die besten Rezepte. Bitte per Mail an heimatkueche@dlv.de senden
Rezepte gesucht!

Nichts auf der Welt weckt schneller und intensiver Kindheitserinnerungen als vertraute Düfte. Dabei hat jede Region in Deutschland ihre eigenen Spezialitäten. Und genau um diese Spezialitäten geht es in der neuen Kochbuchreihe „Crashkurs Heimatküche„.
Das Landfrauenteam der „Hauswirtschafterei“ will in einer Serie von 3 Büchern die überlieferten, neu interpretierten und allseits beliebten Leibspeisen aus Deutschlands Mitte, Norden und Süden mit Ihrer Hilfe festhalten.
Ob herzhaft, pikant oder süß – schicken Sie uns Ihr persönliches Lieblingsrezept aus Ihrer Region. Regionale Rezepte gesucht weiterlesen

EU-Agrarpolitik- verteufelt und verteidigt

Wissenschaftlicher Beitrat des Bundeslandwirtschaftsministeriums (WBAE) empfiehlt eine Neuausrichtung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP)

Wissenschaftlicher Beitrat: Für eine gemeinwohlorientierte Gemeinsame Agrarpolitik der EU nach 2020: Grundsatzfragen und Empfehlungen
In dieser Stellungnahme bzw. Gutachten fordern 19 Wissenschaftler aus dem Agrarbereich eine gemeinwohlorientierte Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik.
Dabei solle der Focus nicht mehr auf die Einkommenssicherung der landwirtschaftlichen Betriebe bzw. deren Familien gelegt werden, sondern auf sogenannte Gemeinwohlleistungen.

Direktzahlungen runter, Umweltleistungen rauf

Das bedeutet, die Direktzahlungen an Landwirte sollten nach Ansicht des WBAE sollten abgebaut werden und Maßnahmen für Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz sollten besser Honoriert werden.
Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) und insbesondere die Förderpolitik hat viele Schwächen, die auch ganz gut vom WBAE aufgezeigt werden. Ich glaube in dieser Frage herrscht recht großer Konsens.

Doch warum wehren sich viele Landwirte und folglich auch der Deutsche Bauernverband dagegen, die GAP zu revolutionieren?

Einige Aspekte meinerseits:

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„Rekord-Fusion: Imperium übernimmt Mordor für 62,5 Milliarden Dollar“

Gegensätzlicher hätten die Reaktionen nicht ausfallen können: In Mordor und dem Galaktischen Imperium rieb man sich satanisch-grinsend die Hände, in Mittelerde, Trillionen Sternensystemen sowie der Berliner Bundesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen dagegen rang man selbige verzweifelt gen Himmel.

Grund: Wie wir erfahren haben, ist ein unheilverheißender Milliarden-Deal in trockenen Tüchern: Das Galaktische Imperium hat das finstere Reich Mordor für insgesamt 62,5 Milliarden Dollar übernommen. Damit ist die bereits 2016 angekündigte Übernahme nach einem langwierigen Genehmigungsprozess endlich in trockenen Tüchern.

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Julia Klöckner auf Hoftour

Im Rahmen des Landratswahlkampfs besuchte am 23.05 die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner die Stoltenhäger Agrar- Produktions- und Handelsgesellschaft mbH (kurz STAP).

Dem Geschäftsführer Herrn Hartmut Ruhtz war es ein besonderes Anliegen, die Mitarbeiter vorzustellen, um aufzuzeigen wie viele Familien von dem Betrieb leben:

  • Insgesamt 15 Vollarbeitskräfte
  • 4 Aushilfen und
  • ein Lehrling.

kein Mobilfunkempfang

Vor dem Hof Rundgang stellte Frau Klöckner fest das man hier „Ruhe“ hat, da das Mobilfunknetz nicht zur Verfügung stand.

Julia Klöckner sitzt in der Kabine eines großen Schleppers der Marke Fendt und inspiziert die umfassenden technischen Geräte und Bedienungsbildschirme
Julia Klöckner in der Kabine eines Fendt-Schleppers

Danach begann der Hofrundgang. Als erstes bekam Frau Klöckner einen der Fendt 936 erklärt von Junior René Rempt. Und selbstbewusst wie Frau Klöckner ist, stieg sie auf den Trecker und startete ihn.

Diskussion an der Pfanzenschutzspritze

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Warum Landwirte ihre Tiere super pflegen und dann trotzdem zum Schlachten abgeben

Ist es nicht seltsam, dass ein Bauer seine Schweine, Puten oder Rinder mit Können und Engagement, Respekt und Zuneigung aufzieht, nur um sie dann zur Schlachtung zu geben?

von Sönke Hauschild

Das fragt sich manch ein Bürger, der dann allerdings meist genauso beherzt in sein leckeres Mettbrötchen beißt. Doch warum machen Bauern das? Und wie verträgt sich diese Hingabe mit der anschließenden Abgabe?

Ein Schwein schaut aus dem Viehtransporter nach draussen
Schwein auf einem Viehtransporter (c) Sönke Hauschild

Der Versuch einer Erklärung:

Der Beruf des Landwirts zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Wir haben mit Natur zu tun. Dort gibt es keine 100 % kontrollierten Bedingungen wie in der Industrie. Alles, was wir machen, ist ein Kompromiss – hoffentlich ein möglichst guter. Ein Kompromiss zwischen dem Wesen der Natur und dem menschlichen Wunsch, uns davon eine Scheibe abzuschneiden, damit auch wir leben können.

Wissen und Technik helfen uns, den Kompromiss besser zu machen, mehr nicht.

Der Kastenstand in der Abferkelung ist ein kurzzeitiger Kompromiss zwischen dem Bewegungsdrang der Sau und dem Leben der neugeborenen Ferkel.
Die Laufstallhaltung der Kühe ist ein Kompromiss zwischen den natürlichen Verhalten der Kuh und einer wirtschaftlichen Milcherzeugung.
Der Ackerbau ist ein Kompromiss zwischen der Artenvielfalt und dem Erzeugen gesunder und günstiger Lebensmittel.
Pflanzenschutz ist ein Kompromiss zwischen dem Schutz der Nutzpflanze und dem Überhandnehmen des Pilzbefalls, Unkrautdrucks oder Insektenbefalls.

Auch Natur ist ein Kompromiss

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Ferkelkastration: Offener Brief

Offener Brief (zur Zukunft der Ferkelkastration in Deutschland) an

  • Marcus Mosa (EDEKA)
  • Lionel Souque (REWE)
  • Klaus Gehring (Schwarz Gruppe)
  • Marc Heußinger (Aldi)
  • Olaf Koch (Metro Gruppe)
  • Clemens Tönnies (Tönnies Fleisch)
  • Tom Heidmann (VION)
  • Johannes Steinhoff (Westfleisch)
  • Kjeld Johannesen (Danish Crown)
  • Martin & Stefan Müller (Müller Gruppe)
Ferkelchen nascht an einer Futterschale. An der Schnauze kleben Futterreste.
(c) Nadine Henke, Brokser Sauen

Sehr geehrte Herren,

der 01.01.2019 rückt immer näher. Mit diesem Datum soll in Deutschland nun endlich mit der betäubungslosen Ferkelkastration Schluss sein. Allerdings stehen damit unsere deutschen Ferkelerzeuger und auch die Mäster vor einer großen Herausforderung.

Drei Alternativen stehen zur Verfügung

Zur Zeit gibt es drei zugelassene Verfahren: Es besteht die Möglichkeit, die Ferkel von einem Tierarzt betäuben zu lassen, und sie dann zu kastrieren. Die Ferkel könnten jedoch auch einfach unkastriert bleiben und als Eber gemästet werden. Eine weitere Variante wäre die Immunokastration. Alle drei Verfahren haben sowohl Vor– als auch Nachteile. Alle drei Alternativen sind wie oben schon erwähnt zugelassen und damit möglich. Wir Landwirte sind bereit, das gewünschte Verfahren in die Praxis umzusetzen. Nur dazu benötigen wir eine gewisse Planungssicherheit. Denn der Ferkelerzeuger muss in den ersten Lebenswochen entscheiden, ob die Tiere kastriert werden sollen, oder nicht. Und auch der Mäster muss wissen, ob er später eine Absatzmöglichkeit hat (als Volleber oder immunokastriert), wenn er beispielsweise Eber kauft.

Weiterer Strukturwandel?

Unsere Ferkelerzeuger stehen zur Zeit vor einem riesengroßen Dilemma, denn sie müssen die Entscheidung treffen. Sie wissen zur Zeit nicht, egal was sie tun, ob sie später Ferkel erzeugt haben, die am Markt auch nachgefragt werden. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu anderen europäischen (v.a. dänischen und holländischen) Ferkelerzeugern, die weiterhin problemlos Kastrate (völlig losgelöst unter welchen Voraussetzungen diese kastriert wurden) liefern dürfen und werden.

Sehr geehrte Herren,

wir Ferkelerzeuger möchten weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Bitte sagen Sie uns, welches Verfahren Ihr Unternehmen bevorzugt, damit wir uns darauf einstellen können. Lassen Sie uns zeitnah in den Dialog treten und gemeinsam eine Lösung finden. Damit es auch in Zukunft noch ein 4 x D gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Nadine Henke