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Jamaika: Droht uns ein Bauernopfer?

Nachbetrachtung zur Bundestagswahl: Was würde eine mögliche Jamaika-Koalition für die Landwirtschaft bedeuten?

Deutschland hat gestern gewählt. Die Wahlbeteiligung ist erfreulicherweise angestiegen und die Liberalen (FDP) sind wieder Teil des künftigen Bundestages. Doch das waren dann auch in meinen Augen die positiven Aspekte der gestrigen Wahl. Die Volksparteien sind deutlich geschrumpft und die rechte AfD hüpft locker über die 5%-Hürde und wird sogar drittstärkste Fraktion.

Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017. Neben der großen Koalition ist auch eine Jamaika-Koalition möglich
Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 (entnommen von ard.de)

Die SPD hat sehr schnell nach der ersten Prognose eine Regierungsbeteiligung abgelehnt. Damit bliebe dann eigentlich nur noch das sogenannte Jamaika-Bündnis aus Union, FDP & Grünen. Eine Konstellation die vielen Bauern in Deutschland Bauchschmerzen bereitet.

Warum „Jamaika“ gefährlich sein kann für das Land

Viele Bäuerinnen und Bauern haben schlicht Angst vor einem grünen Jamaika: Droht uns ein Bauernopfer? weiterlesen

tweet des Tages mit @RenateKuenast

Heute morgen war Hauptversammlung der Bayer AG. Renate Künast und andere Kritiker  waren auch vor Ort, um gegen die geplante Fusion zwischen Bayer und Monsanto zu demonstrieren.
Künast twitterte folgendes Foto und die Reaktion von Bayer kam promt und schlagfertig:


Das Tribunal

tribunalAm kommenden Wochenende findet in Den Haag das „Monsanto-Tribunal“ statt. Veranstalter sind diverse Nicht-Regierungs-Organisationen, aber auch Vertreter politischer Parteien werben für diese Veranstaltung.  Der Ort wurde wohl bewusst so gewählt, um eine gedankliche Nähe zum Sitz des Internationalen Gerichtshofes herzustellen.

Hier die Einführung auf der Homepage des Monsanto-Tribunals:

„Für eine wachsende Anzahl von BürgerInnen in der ganzen Welt ist der amerikanische Konzern Monsanto das Symbol für die industrielle Landwirtschaft: eine Produktionsform, welche durch den massiven Einsatz von Chemikalien die Umwelt verpestet, den Verlust der biologischen Vielfalt beschleunigt und massiv zur globalen Erwärmung beiträgt.
Monsanto fördert ein Modell von Industrielandwirtschaft, das weltweit mindestens ein Drittel der anthropogenen Treibhausgasemissionen verursacht. Die industrielle Landwirtschaft ist zu einem grossen Teil verantwortlich für die Abnahme von Bodenfruchtbarkeit und Grundwasserreserven, für Biodiversitätsverlust und Artensterben, sowie weltweit für die Verdrängung von Millionen von Kleinbauern. Mit der Patentierung von Lebewesen und Saatgut bedroht dieses Modell die Ernährungssouveränität von uns allen.“

Wer diese Zeilen aufmerksam liest, erkennt schnell, dass nicht nur Monsanto, sondern generell das Modell der „industriellen Landwirtschaft“ auf der Anklagebank sitzen. Es geht den Veranstaltern also nicht nur um Glyphosat, sondern um die derzeitige Wirtschaftsweise insgesamt.

Renate Künast, ehemalige Landwirtschaftsministerin und Vertreterin der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ bewirbt diese Veranstaltung auf ihrer Facebook-Seite. Auch hier ist an den Begriffen „Monokulturen“, „Gentechnik“ und „Agro-Landwirtschaft“ (Anmerkung: was ist Agro-Landwirtschaft?) klar zu erkennen, dass mit dieser Veranstaltung die Form der Landwirtschaft in Misskredit gebracht werden soll, die von der überwiegenden Zahl der Landwirte heute praktiziert wird. Interessant die Erläuterung, dass es sich beim Monsanto Tribunal um „eine zivilgesellschaftliche Gerichtssimulation“ handelt.

Der Vorwurf an Monsanto lautet „Ökozid“ –  auch in diesem Wort verbirgt sich ein bewusstes Täuschungsmanöver: Die Ähnlichkeit zum Begriff „Genozid“ für Völkermord soll die Geschäftstätigkeit der Agrarkonzerne kriminalisieren.

Hier die Posts von Renate Künast:

29.7.2016: „Das Monsanto-Tribunal braucht unsere Unterstützung. Denn Engagement und Veranstaltungen kosten. #monsanto“snap_kuenast_tribunal
6.10.2016: „Das internationale Monsanto-Tribunal findet ab nächster Woche in Den Haag statt! Monsanto betreibt und fördert ein Modell der industriellen Landwirtschaft, das weltweit zu Umweltverschmutzung, Zerstörung und Hunger führt. Das prangern wir an und erstellen nebenbei noch unsere Vision einer gerechten Zukunft.“
11.10.2016: „Am Wochenende findet das so genannte Monsanto-Tribunal, eine zivilgesellschaftliche Gerichtssimulation in Den Haag statt. Monsanto zerstört mit seiner Agro-Landwirtschaft, Monokulturen und Gen-Technik die Menschenleben und den Planeten.“

Ergänzend sei noch gesagt, dass diese Veranstaltung keine rechtliche Relevanz hat. Es handelt sich um einen reinen Schauprozess, dessen Ausgang, eine „Verurteilung“ von Monsanto, vermutlich schon im Vorfeld feststeht.

Bernhard Barkmann (BlogAgrar)
Susanne Günther (schillipaeppa.net)
Willi Kremer-Schillings bauerwilli.com)
Marcus Holtkötter @BauerHolti (Holtkötter-Agrar.de)

Politik muss Nein zu Glyphosat sagen?

In einem aktuellen Kommentar fordert Claudia Plaß von NDRinfo ein NEIN zu Glyphosat.

Meine Antwort stelle ich hier mit einigen ndr_info_glyphosat_plassZusatzinformationen online:

Sehr geehrte Frau Plaß,
Sie fordern in Ihrem Kommentar eine schonende Bodenbearbeitung. Vielleicht sollten Sie wissen, dass die konservierende Bodenbearbeitung ohne Unkrautregulierung per Glyphosat nur schwer umzusetzen ist. Das Gegenteil wird mit einem Verbot bewirkt. Es wird wieder vermehrt gepflügt werden, die Intensität der Bodenbearbeitung wird wieder zunehmen. Die Folge wird dann

  • vermehrte Bodenerosion durch Wind und Wasser
  • Abbau der organischen Substanz (verschlechtert auch die CO2-Bilanz)
  • Reduzierung des Bodenlebens
  • schlechtere Wassernutzungseffizienz wegen höherer Verdunstung
  • Ausweichen auf neue, wenig getestete Herbizid-Cocktails sein.

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tweet des Tages – mit @p_humm

twitter_philipp_hummelZugegeben: Der tweet, den ich heute vorstellen möchte, ist ein paar Tage alt.Aber es wird morgen oder übermorgen vermutlich wohl die nächste Angriffswelle von Big GREEN gegen das Totalherbizid Glyphosat geben. Mit diesen Angriffen gegen den umstrittenen Wirkstoff wird leider auch gleichzeitig die Unabhängigkeit und Seriösität des Bundesinstitutes für Risikotwitter_logobewertung (BfR) in Frage gestellt. Dabei ist die Unabhängigkeit des BfR unheimlich wichtig. Das hat die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast vor 13 Jahren bei der Gründung des Institutes auch so gesehen: tweet des Tages – mit @p_humm weiterlesen

Bio ist nicht gleich Bio

In der FAZ vom 1.Oktober 2015 erschienen acht Artikel über Landwirtschaft und Ernährung. Georg Keckl macht sich ein paar Gedanken zu den Berichten und Artikeln. Dieses ist achte Teil der kleinen Serie:

2.03 DEMETER war nie, wollte nie und wird nie ein Bio für die Massen sein

„Mir ist ein bäuerlich konventioneller Betrieb tausendmal lieber als ein biologisch industrieller.“ Herr Bauck, 

Herr Bauck schwelgt offensichtlich in der Zeit vor den Künast’schen-Bioverordnungen. Die Ministerin wollte „Bio für die Massen“ und extrahierte aus den Regeln der Bioverbände eine abgeschwächte Verordnung, die es bis zum Gesetz, zur EU-Bioverordnung, brachte.

Alle Biosiegel auf einem Blick. Quelle: http://www.mydailygreen.de/
Alle Biosiegel auf einem Blick. Quelle: http://www.mydailygreen.de/

Vorher war die Welt für Demeter, Bioland u.a. noch in Ordnung, denken viele. Aber ihre Vordenker wollten nicht nur Vereinsvorsteher sein, sie wähnten sich zur Weltrettung berufen, auch um den Preis einer Konkurrenz auf dem Bio-Markt. Bio sollte Mainstream werden, sonst ginge die Welt unter! Billig-Bio führte zu Umsatzsteigerungen, aber das Stufen-Model: Konventionell, EU-Bio, Verbands-Bio und dann nochmal eine Unterscheidung in „industriefreundliche“ und mehr „bäuerliche“ Bio-Verbände, das ist schwer zu vermitteln, die Grenzen verschwimmen.

Bio ist ordnungspolitisch problematisch. Hurra, eine neue Verwaltungsebene! Eine zweite staatliche „Normebene“ über „konventionell“ einzubauen, wäre keine Saatsaufgabe. Es genügt die eine, die hat für alle gut zu ein. Die zu kontrollieren, ist Staatsaufgabe. Das ist die Ebene, auf der Wettbewerb klar stattfinden kann, was unseren Wohlstand generiert. Wer mehr will, eine „Bionormebene“, eine „Zertifikatewirtschaft“, selbstverständlich hätte das Privatangelegenheit von Privatorganisationen zu sein, selbstverständlich zu Privatkosten! Dazu sind die Prozente da, die DEMETER, Bioland etc. bei jedem Verkauf ihrer Betriebe mitkassieren. Diese Kosten teilweise zu verstaatlichen, ist Steuerverschwendung, ist eine Schwächung des Standortes. Kaum einer begreift, was man mit einer staatlich garantierten „Bio-Normebene“ für einen Wahnsinnsaufwand treibt, der immer mehr wächst. Viele Bioflächen haben gegenüber der Nutzung vor den Bioprämien keinen Öko-Mehrwert, da wird nur die Subvention mitgenommen. Almen, Heide, Moore, Deiche wurden nie künstlich gedüngt etc.. Minister und die neue Ökobürokratie brauchen Existenzberechtigungen.


Die Ausgabe der FAZ vom 1.10.2015 ist als e-Paper hier erhältlich: http://e-kiosk.faz.net/faz-2015-10-01-pdf.html