Archiv für den Monat: Februar 2016

Glyphosat-Bier-Challenge

Landblogger-Icon-rechteckDer Skandal um Glyphosat in deutschem Bier erschüttert das Land. Bloggerkollege Olaf Henke (landblogger.de) ist todesmutig und startete eine neue Challenge bei Facebook und hat mich nominiert:

Hier meine Challenge:

Nominiert habe ich übrigens Hendrik Hanekamp, Susanne Günther und Werner Modes, deren Rolle hier im Blog durch ein Klick auf die jeweiligen Namen erforscht werden kann.

Prost!…
…und lasst Euch den Genuss
und den Spaß am Leben nicht vermiesen!

Momentaufnahme 1 (26.02.2016 22-47)

Glypho-Fiktion, Teil 5

Ludger Weß (Facebook-Profilbild)
Ludger Weß (Facebook-Profilbild)

Gestern wurde bekanntermaßen eine weitere unseriöse Angriffswelle gegen das Glyphosat gestartet und verschiedene Biersorten in Deutschland untersucht und scheinbar gefunden.
Aus diesem Grund erweitere ich meine kleine Glypho-Fiktion-Serie um das Kapitel #Biergate. Die Vorgehensweise ist hier sehr ähnlich zu der mittlerweile entkräfteten Muttermilch-Kampagne.

Ludger Weß ordnet die Gefahren des Glyphosats hier wissenschaftlich und zugleich anschaulich ein. Lesenswert!

Grüne fordern gesünderen Alkohol!

Jetzt ist das deutsche Bier dran

Kurz vor dem Termin der Neuzulassung des Pflanzenschutzwirkstoffs Glyphosat in der EU ist eine weitere Angriffswelle der vielen Glyphosatgegner auf das von ihnen verteufelte Glyphosat gestartet. Zielscheibe dieses mal ist nach den Funden im Urin, den gefakten Funden in der Muttermilch nun das, dem deutschen Manne heilige, Bier!

Das Medienecho wird wieder enorm sein. Ich hoffe nur, dass einige Journalisten sich an dem Dreisatz in ihrem Schulunterricht erinnern und selber rechnen und sich nicht von der geplanten Angstmacherei anstecken lassen.

Daniel Bohl
Daniel Bohl

Daniel Bohl* hat schon einmal ganz grob überschlagen und beim Urheber der Studie, dem Umweltinstitut in München, kommentiert und dafür viele „gefällt mir“-Klicks erhalten:

Ausschlaggebend für die Bewertung der Gesundheitsgefährdung ist die in der EU zulässige Tagesaufnahme, kurz ADI (acceptable daily intake). Diese liegt für Glyphosat bei 0,3 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Das würde für einen 80 kg schweren Jever-Trinker (23,04 µg Glyphosat / l Bier) bedeuten, dass er 1.042 Liter Jever täglich (!) trinken müsste.

Der Ehrlichkeit müsste man aber unbedingt hinzufügen, dass dieser Trinker mit einem von der Weltgesundheitsorganisation als mit Sicherheit krebserregend eingestuftem Stoff Probleme bekommen würde. Dieser Stoff kommt im Jever in 2.000.000 fach (!) höherer Konzentration vor als Glyphosat, nämlich Alkohol! Na dann Prost!

Woher kommt denn das Glyphosat? Wenn denn die Zahlen stimmen und die Untersuchung nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte, bleibt die Frage: Woher kommt denn das Glyphosat?
Die Vermutung meinerseits ist, dass das Getreide kurz vor der Ernte zur Sikkation mit einem glyphosathaltigem Mittel gespritzt wurde. In Deutschland ist diese Praxis nur noch in absoluten Ausnahmefällen erlaubt und ansonsten verboten. Also liegt die Vermutung nahe, dass die Glyphosatspuren aus dem Ausland, wo weniger strenge Regelungen vorherrschen, importiert wurde. Aber das ist nur eine Mutmaßung meinerseits…

Das BfR und der Deutsche Bauernverband (DBV) haben mittlerweile auch Stellungnahmen herausgegeben. Der DBV fordert eine sachliche debatte ein und schreibt in seiner Stellungnahme:

Debatte zu Glyphosatrückständen im Bier sachlich führen
Deutscher Bauernverband: Vorerntebehandlung bei Braugerste in Deutschland nicht zugelassen

(DBV) Im Zusammenhang mit den heutigen Medienberichten über Rückstände von Glyphosat im Bier weist der Deutsche Bauernverband (DBV) darauf hin, dass die Anwendung von Glyphosat zur Vorerntebehandlung bei Braugerste in Deutschland nicht zugelassen ist.

Auch bei Hopfen, der ebenfalls zur Bierherstellung benötigt wird, findet in Deutschland keine Anwendung mit Glyphosat statt. Zudem stammt etwa die Hälfte der in Deutschland verarbeiteten Braugerste aus Importländern, in denen weniger strenge Anwendungsbestimmungen für diesen Wirkstoff gelten.

Autor Deutscher Bauernverband
Rückfragen an DBV-Pressestelle
Telefon 030-31904-240
Anschrift Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Copyright DBV
e-mail presse@bauernverband.net


 

* Daniel Bohl, 43 Jahre, ist Stellv. Vorsitzender und zuständig für den Acker- und Pflanzenbau in der Wariner Pflanzenbau eG in Trams, Mecklenburg-Vorpommern. Er ist Mitglied des Landesvorstandes der FDP Mecklenburg-Vorpommern, agrarpolitischer Sprecher und Kandidat auf Platz 6 der FDP Landesliste für die Landtagswahl 2016.

 

Jetzt reicht´s! Wir wollen mitreden!

Wenn soziale Netzwerke heiß laufen
Diskussionsrunde auf der RegioAgrar Weser-Ems 2016

(Pressemitteilung) Berlin, 18. Februar 2016 – Auf der Landwirtschaftsmesse RegioAgrar Weser-Ems, die vom 24. bis 26. Februar 2016 in den Weser-Ems Hallen in Oldenburg erstmalig ihre Tore öffnet, findet am Donnerstag, dem 25. Februar 2016 eine Podiumsdiskussion über das Für und Wider sozialer Netzwerke statt.

regio-agrar-weser-ems_bannerAb 16:00 Uhr diskutieren im Großen Foyer Landwirte und Agrarblogger über ihre Erfahrungen, die sie mit den sozialen Medien machen. Denn das Interesse von Verbrauchern, die Aktivitäten der Landwirte im Netz zu verfolgen, wächst.
Bilder und Videoclips machen die Runde, in Internettagebüchern, den Blogs oder auf Plattformen wie YouTube oder Facebook geben Landwirte Einblicke in ihren Alltag. Sie suchen den Dialog und nicht die Konfrontation mit den Verbrauchern, müssen jedoch dafür oft viel Kritik einstecken. Jetzt reicht´s! Wir wollen mitreden! weiterlesen

Wie groß ist die Schnittmenge von Grünen und rechten Parteien?

Die Frage stelle ich mir gerade, als ich zuerst auf folgende Einladung stieß: grüne_stadt_land_handinhand

Da war doch mal was, oder? Genau, wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, wird bemerkt haben, dass „Stadt und Land – Hand in Hand“ zu Nazizeiten ein Motto für das zu Propagandazwecken missbrauchte Reichserntedankfest war. Diese Propaganda war für die Vorbereitung des Krieges von zentraler Bedeutung. Wie groß ist die Schnittmenge von Grünen und rechten Parteien? weiterlesen

Unheilige Allianz von Politik und NGOs

Da spricht mir jemand aus der Seele! Ich zitiere nun eine Rede vom Vizepräsidenten des deutschen Bauernverbandes Werner Schwarz aus Schleswig-Holstein, die er am vergangenen Mittwoch in Wesel, NRW, anlässlich des dortigen Agrar-Forums gehalten hat:

Werner Schwarz
Werner Schwarz

„In den letzten Jahren hat sich die Landwirtschaft als ein neues Betätigungsfeld vieler gesellschaftlicher Gruppen erwiesen, sehr zur Verwunderung der Bauern. Landwirte hatten ihren Versorgungsauftrag im Auge. Und in der Tat: Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit waren wir in der Lage, derartig vielfältige, gesunde, günstige Lebensmittel für die gesamte Bevölkerung bereit zu stellen.

Aus welchem Hinterhalt kommt dann also dieser Angriff? Es ist kein Hinterhalt. Es ist der Fluch der guten Tat. Wir haben eine hohe Lebenssicherheit hergestellt. Diese Sicherheit führt nun dazu, dass man die Lebensmittelerzeuger in Frage stellt. Eine moralische Diskussion um Essen und Tierhaltung, Bodenschutz Artenvielfalt ist vor allem ein Wohlstandsphänomen.
Denn

– wir haben viele Tierkrankheiten ausgemerzt,
– die Ackerfrüchte bringen Erträge, von denen wir früher und andere heute noch träumen,
– das Wasser hat Trinkwasser-Qualität, die Luft ist sauber, der Boden fruchtbarer denn je.

Doch NGOs und Politik treten in eine unheilige Allianz der Betroffenheit und kehren scheinbar basisdemokratisch das System der Landwirtschaft um. Die Diskussion über die Nutztierhaltung ist an medialen Falschaussagen schwerlich zu übertreffen. Ein Dr. Hofreiter ist nicht in der Lage, die grüne Agrarwende ohne Schlagworte wie Massentierhaltung, Pestizide, Agroindustrie, Grundwasserverseuchung oder südamerikanische Todesschwadronen zu beschreiben. Behörden lehnen Stallbauten im Ablehnungsbescheid schon mal mit der Begründung ab, dieses sei „Massentierhaltung“ und damit nicht genehmigungsfähig. Unheilige Allianz von Politik und NGOs weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 4

Kalkulierte Skandalmeldung?

Als im Juni vergangenen Jahres die Bundestagsfraktion der Bündnisgrünen die Pressemitteilung zu den Glyphosatfunden in Muttermilch herausbrachte, setze sich eine gewaltige Medien-Maschinerie in Gang. Nahezu alle Medien nahmen das Thema auf und berichteten darüber, sogar die Tagesschau. Die wenigsten Journalisten hielten es in dieser hektischen Zeit allerdings für nötig, diese Meldung etwas zu hinterfragen. Stattdessen wurden in der Bevölkerung und speziell bei stillenden Müttern Ängste geschürt.

breite Medienwirkung
Die das Suchergebnis bei Google weist auf eine breite Medienwirkung hin

fragezeichenIch frage mich, ob die Initiatoren der unwissenschaftlichen Studie, die Wirkung in den Medien ganz bewusst einkalkuliert haben, um das Zulassungsverfahren des Pflanzenschutzmittels Glyphosat zu torpedieren?  Glypho-Fiktion, Teil 4 weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 3

In Teil 3 der Glypho-Fiktion-Reihe möchte ich Ludger Weß* rebloggen:

WIE MAN SÄUGLINGE FÜR POLITISCHE KAMPAGNEN MISSBRAUCHT

Ludger Weß (Facebook-Profilbild)
Ludger Weß (Facebook-Profilbild)

Schon in der Antike wusste man – der griechische Historiker Thukydides hat darüber geschrieben -, dass Angst eine Haupttriebkraft für das politische Handeln ist. Mit Angst gewinnt man Unterstützer und zieht das Wahlvolk auf seine Seite.

Niemand beherzigt diese Erkenntnis heute so perfekt wie Umweltschutz-NGOs und ihre Lobbyisten in Parteien und Parlamenten. Die größte Angst kann man schüren, wenn man Müttern einredet, ihre Kinder würden vergiftet – durch Impfstoffe, Vitamin D, Fluor im Trinkwasser oder Gift in der Nahrung. Auf die Spitze treiben lässt sich die Angst durch die Behauptung, Mütter würden ihren Kindern durch das Stillen schwerste Gesundheitsschäden  zufügen.

Genau mit dieser Behauptung – Muttermilch sei durch „wahrscheinlich krebserregendes Pflanzengift“ verseucht -, ging die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Juni 2016 an die Öffentlichkeit. Die Fraktion hatte eine Untersuchung von 16 Glypho-Fiktion, Teil 3 weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 2

Bauernverband_SH_logoAuf der Facebookseite des Bauernverbandes Schleswig-Holstein ist folgender Kommentar zum Thema Glyphosat und Muttermilch zu lesen:

Grüner Jubel: Endlich amtliche Muttermilch-Tests auf Glyphosat!

Im Juni 2015 ließen Bündnis 90/Die Grünen 16 Muttermilch-Stichproben auf Glyphosat testen. Die Ergebnisse waren „zunächst“ alarmierend, so die Grünen heute. Nein! Sie waren nicht alarmierend, sie waren falsch. Denn, das geben die Grünen heute selber zu: Es gab zu diesem Zeitpunkt noch keine Testmethode.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) entwickelte daraufhin Testverfahren für Glyphosat in Muttermilch und untersuchte jetzt 114 Proben. Ergebnis: In keiner Probe wurde Glyphosat oberhalb der Nachweisgrenze gefunden. Noch einmal: In keiner Probe. Glypho-Fiktion, Teil 2 weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 1

snap_grüne_muttermilch_glyphosatEnde Juni vergangenen Jahres sorgte die Bundestagsfraktion der Bündnisgrünen für Aufregung in der Öffentlichkeit und vor allem bei stillenden Müttern. Sie behaupteten, in mehreren Muttermilchproben Spuren von Glyphosat, einem höchst umstrittenen Pflanzenschutzmittel, gefunden zu haben.
Schon damals kamen sehr viele Zweifel auf, was die Seriosität der Messungen und der Bewertung der Laborergebnisse anbelangte.

BlogAgrar berichtete in folgenden Posts von der reißerischen Kampagne:

bfr_logoJetzt bestätigt eine vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Auftrag gegebene Studie hochoffiziell, dass kein Glyphosat in Muttermilch nachweisbar ist und die Testverfahren der Studie der grünen Bundestagsfraktion nicht geeignet waren, Glyphosat zu bestimmen- schon gar nicht in so niedrigen Konzentrationen wie damals behauptet.


Ich möchte nun einen ersten Kommentar meiner geschätzten Kollegin Susanne Günther rebloggen. Sie schreibt in ihrem Blog schillipaeppa.net:

Die Grünen in der Pestizid-Sackgasse: Kein Glyphosat in Muttermilch nachweisbar

Im vergangenen Sommer ließ die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen 16 Muttermilch-Stichproben auf Glyphosat untersuchen. Bei der Analyse, die man von einem tiermedizinischen Labor  durchführen ließ, wurden die Grünen fündig und schlugen Alarm: Glypho-Fiktion, Teil 1 weiterlesen