Archiv für den Monat: August 2018

Glyphosat- auch ein Geschäft für Anwälte

Geschworenengericht verurteilt Monsanto

Das Gerichtsurteil auf Kalifornien am vergangenen Freitag zur Schadenersatzforderung eines 46-jährigen Hausmeisters, der regelmäßig mit dem Totalherbizid RoundUp, umgegangen ist, schlägt hohe mediale Wellen.

Forderung eines Verbots

Glyphosatgegner nehmen dieses Urteil als weiteren Beweis, dass Glyphosat krebserregend sei und fordern einen sofortigen Ausstieg, z.B in Hessen. Renate Künast, ehemalige grüne Landwirtschaftsministerin, forderte im DLF gleich wieder ein generelles Verbot und ignorierte wiederholt die große Einigkeit der Wissenschaft, die zum Schluss gekommen ist, dass bei vernünftiger Anwendung von keiner Krebsgefahr auszugehen ist.

Es geht um sehr viel Geld

In vielen Artikeln wurde in meinen Augen zu wenig dieses Urteil eingeordnet. Man muss beachten, dass hier Laien geurteilt haben und keine Wissenschaftler. Man muss wissen, dass es hier um extrem viel Geld geht. Das Gericht spricht dem Ankläger 289 Millionen Dollar zu. Die Anwälte dürften sich da einen Teil der Summe abschneiden.
Natürlich geht es auch für Bayer bzw. Monsanto um sehr viel, denn es warten hunderte weitere Fälle, die noch vor Gericht verhandelt werden. Auch vor diesem Hintergrund erscheint es logisch, dass Monsanto hier in Berufung geht.

Eigeninteresse der Anwälte

Ich möchte hier in diesem Blogpost das Eigeninteresse der Anwälte in den Focus rücken. Auch sie haben ein gehöriges Interesse an diese Klagen.

Prof. David Zaruk, Betreiber des Blogs risk-monger.com, ist Experte in Risiko- und Wissenschaftskommunikation. Er twittererte gestern folgende Zeitungsanzeige:

Übersetzung:
Viele warten auf meinen Blog auf den Dewayne Johnson Fall.
Es geht nicht um Wissenschaft, sondern um Opportunismus.
Anwaltskanzleien manipulierten Fakten, täuschten Opfer, missbrauchten NGOs und erzeugten öffentliche Wut.
Wo ist die Wissenschaft? Leitender Anwalt ist ein Scientologe. RFK Jr ist ein Antivaxxer.
Ich bin zu übel für diese Scheiße

Die Anwaltskanzlei Weitz & Luxenberg sucht aktiv nach krebskranken Menschen- nicht nur per Zeitungsannonce, auch mit Fernsehspots und über das Internet.

Pikante Rolle von Christopher Portier

Weiteres pikantes Detail, das in den Medien so gut wie gar nicht thematisiert wird:
Christopher Portiers Doppelrolle und ein mögliches Eigeninteresse bei der Einstufung des Wirkstoffes Glyphosat.

  • Er war einerseits als „Invited Specialist“ Mitglied der Arbeitsgruppe des IARC. Die IARC (internationale Agentur für Krebsforschung) stufte Glyphosat im Jahre 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.
  • Zugleich ist Portier auch seit 2015 als Berater bei Weitz & Luxenberg und einer weiteren Kanzlei für die Glyphosatprozesse angestellt.

Mit dieser Information ging dieser nicht unbedingt hausieren als er z.B. bei der Anhörung im deutschen Bundestag zu Glyphosat befragt wurde.

Detaillierte Informationen bietet Susanne Günther in ihrem Blog –> Portier-Papers

Groß gegen klein?

Fleischermeisterin Dhem kritisiert das gegeneinander in der Fleisch- und Wurstbranche

Ich bin heute Vormittag auf einen emotional verfassten Facebookpost von Sarah Dhem gestoßen, der wirklich lesenswert ist.

Parallelen zur Landwirtschaft

Ich sehe als Landwirt gewisse parallelen zur Landwirtschaft. Da habe ich das Gefühl, dass auch viel zu oft gegeneinander gearbeitet wird. Bio gegen Konventionell, groß gegen Klein, Nord gegen Süd, BDM gegen Bauernverband und so weiter und natürlich auch umgekehrt!
Aber lest bitte selber und kommentiert Eure Meinung dazu:

Moin.

Mein Name ist Sarah Dhem, ich bin Fleischermeisterin und ich bin entsetzt über das Gegeneinander unserer Branche.

Mirko und Sarah Dhem
Mirko & Sarah Dhem (Foto: Timo Lutz Werbefotografie)

Alles fing an mit einem Artikel der Deutsche Presse-Agentur. Groß gegen klein? weiterlesen

Propaganda und Zensur bei Quarks

Einseitiger Filmbeitrag des Wissenschafts-Magazins

auf Facebook sorgt für Ärger

Was ist passiert? Es geht um diesen kurzen Film, der bei Facebook von Quarks veröffentlicht wurde:

In diesem Video wird suggeriert, wie einfach es ist, seine Weidetiere vor Wolfsrissen zu schützen.  Ein 1,2m hoher Zaun (im Video sind Schafsnetze zu sehen) mit Elektrodraht, diesen eingraben und dazu ein Herdenschutzhund und fertig ist der effektive Schutz vor dem Raubtier. Wenn es nur so einfach wär…

Propaganda? Ich meine Ja!

Kein Wort über die Probleme, die die betroffenen Tierhalter wirklich haben, kein Wort von einer anderen Sichtweise, nichts! Hier wird in meinen Augen versucht, die öffentliche Meinung in eine bestimmt Richtung zu lenken. Und das ist für mich Propaganda! Wikipedia sagt dazu:

Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden.

Leider kein Einzelfall

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Spitzenforscher sind bestürzt über EuGH-Urteil zur neuen Gentechnik (CRISPR/Cas9)

Die folgende Stellungnahme der drei Direktoren vom Max-Planck-Institut finde ich sehr bemerkenswert. Ich finde es gut, wenn Forscher und Wissenschaftler sich zu aktuellen Debatten und Diskussionen zu Wort melden.

Deshalb veröffentliche ich diese Stellungnahme und ergänze die Originalfassung um ein paar Formatierungen und Überschriften:

Stellungnahme der Direktoren am Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung zu der jüngsten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs bezüglich genetisch veränderter Organismen

6. August 2018

Wir, die Direktoren des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung, sind bestürzt über das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs der Europäischen Union, das gentechnisch veränderte Pflanzen und Nutzpflanzen streng reguliert.

Gen-Editierung von hoher Bedeutung und nicht neu

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CO2-Reduktion? Mir doch egal! Sprach die Republik und fuhr ihr Klima an die Wand.

Wir haben Dürre. An der Dürre ist der Klimawandel Schuld. Am Klimawandel ist die konventionelle Landwirtschaft Schuld. Und jetzt lassen sich die Bauern ihr fahrlässiges Handeln auch noch bezahlen.

Wer regelmäßig und viel Zeitung liest, Fernsehen schaut, Meme betrachtet, Diskussionen in den Sozialen Medien verfolgt, kann sich des Verdachts nicht erwehren: Medien, Politik und Öffentlichkeit haben wieder mal ihren heißgeliebten Sündenbock am Wickel – die konventionelle Landwirtschaft. Und mit Dr. Felix von Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zudem ein Landwirt und Kollege. In einem Interview des ZDF-Morgenmagazins forderte er am 1. August, die Vergabe von Nothilfen an ökologische Auflagen zu knüpfen.

Warum es so hoch hergeht, erschließt sich mir nicht in einer Angelegenheit, in der man höchstens von einer Kollektivschuld reden kann. Wir alle haben es vermasselt (vorausgesetzt, es kommt wirklich so schlimm wie prophezeit). CO2-Reduktion? Mir doch egal! Sprach die Republik und fuhr ihr Klima an die Wand. weiterlesen

Ferienpassaktion auf dem Bauernhof

Bauernhof wird zum Kinderparadies

So titelte die Lingener Tagespost den Zeitungsbericht zur der Ferienpassaktion, die in der letzten Woche auf unserem Hof stattgefunden hatte.

Bauernhof in Messingen wird zum Kinderparadies. 20 Kinder lernen bei Ferienpassaktion Kälbchen kennenVeranstaltet wurde dieser Nachmittag vom landwirtschaftlichen Ortsverein Messingen mit administrativer Unterstützung seitens der Samtgemeinde Freren, die uns die Werbung und das Anmeldeverfahren abgenommen hatte.

Hier sind die Fotos zu sehen, die in der Lingener Tagespost veröffentlicht wurden
Fotocollage auf Bildern von Jessica Lehbrink, Lingener Tagespost

Plätze waren schnell ausgebucht

Apropos Anmeldung: Da wurden wir ziemlich schnell von einem großen Andrang überrascht, so dass wir die Zahl der Teilnehmerplätze verdoppelt haben- auf 20 Kinder. Trotz anfänglicher Bedenken hat das wirklich richtig gut geklappt.

Die Kinder waren alle sehr neugierig, begeisterungsfähig und haben mit großem Interesse zuerst die Hofführung mitgemacht und später gut miteinander gespielt auf dem Trampeltrecker-Parcours oder der Strohburg.

viele Programmpunkte

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