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Konstruktiv geht irgendwie anders

Die Ferkelkastration – ein leidiges Thema, was uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird

Nach der Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um 2 Jahre, müssen nun für die Landwirte umsetzbare Alternativen bis zum 31.12.2020 her, denn ab 01.01.2021 soll ja nun endlich Schluss sein mit der betäubungslosen Kastration.

Nadine Henke hält ein Saugferkel in den Händen

Jetzt hat das BMEL den ersten Entwurf für eine Verordnung veröffentlicht, die es den Landwirten erlauben soll, die Narkose mittels Isofluran selbstständig durchzuführen. Daraufhin sind nun die Verbände gebeten worden, zu diesem Entwurf Stellung zu nehmen.

Ich habe in den letzten Tagen etliche dieser Stellungnahmen gelesen und bin ehrlich gesagt schockiert und enttäuscht. Die meisten Verbände halten an ihrer Sicht der Dinge fest, beschäftigen sich letztlich überhaupt nicht mit der Isoflurannarkose und der Verordnung. Beispielsweise ist in der gemeinsamen Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und ProVieh zu lesen, dass…

die Politik in zukunftsweisende und tiergerechte Lösungen wie die Ebermast mit und ohne Impfung gegen Ebergeruch investieren muss, statt Verstümmelungen von männlichen Ferkeln mit geplanten 38 Millionen Euro Steuergeldern zu fördern.

Ich muss ganz ehrlich gestehen, ein solcher Satz von Tierärzten, macht mich fassungslos. Vor allem fordert derweil eine andere Arbeitsgruppe, genau diese „Verstümmelungen“ flächendeckend für Katzen:

Aus den genannten Gründen besteht ein gesellschaftlicher Konsens, die Kastration möglichst flächendeckend und bei allen Haltungsformen durchzuführen.

Derweil halten viele landwirtschaftlichen Verbände an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Isoflurannarkose fest und diskutieren in einem Positionspapier die Frage, warum ein Landwirt nicht einfach Lidocain einsetzen kann.

In der Schule hieße es – setzen sechs, Thema verfehlt

Ich bin maßlos enttäuscht von der destruktiven Art und Weise mit diesem Verordnungsentwurf umzugehen. Ich weiß nicht, ob den dort agierenden Verbänden nicht klar ist, dass Isofluran in den nächsten Jahren der einzige Weg sein wird, den die Landwirte noch gehen können, wenn sie keine Eber mästen wollen (bzw. vermarktet bekommen).

Politiker wie Albert Stegemann oder auch Ursula Heinen-Esser haben uns ganz klar zu verstehen gegeben, dass es den vierten Weg in den nächsten zwei Jahren (es fehlt immer noch der Nachweis der Schmerzausschaltung) nicht geben wird, zudem wird es weder eine weitere Fristverlängerung noch eine Änderung des Tierschutzgesetzes geben. Natürlich können wir auch noch 1,5 Jahre damit verschwenden, darüber empört zu sein, nur das wird an der Sache nichts ändern.

Liebe Tierschutzverbände,

sicher ist die „Nichtkastration“ (sprich Ebermast mit oder ohne Immunokastration) der eleganteste Weg – nur dieser findet keine 100% Akzeptanz bzw. Absatz. Es gibt nun die Möglichkeit, an einer mittelfristigen Lösung mittels Isofluran zu arbeiten, oder dieses weiterhin konsequent abzulehnen, und einfach den Tierschutz zu exportieren. Dann darf allerdings auch die Frage erlaubt sein – geht’s Euch überhaupt um die Tiere oder nur um Eure Daseinsberechtigung?

Liebe Tierärzte,

natürlich ist es Euer Recht, weiterhin an dem Tierärztevorbehalt im Rahmen einer Vollnarkose festzuhalten. Dann erwarte ich aber von Euch, dass Ihr alle ab dem 01.01.2021 Gewehr bei Fuß steht, um in den Ferkelerzeugerbetrieben genau diese Narkosen durchzuführen. Denn es ist nicht okay, eine solche Forderung zu stellen bzw. daran festzuhalten, und dann von anderen Kollegen zu verlangen, diese Arbeit zu erledigen. Deswegen wünsche ich mir, dass jeder, der eben nicht ab 01.01.2021 täglich in einem Ferkelerzeugerbetrieb Ferkel narkotisieren möchte, sich für diese Verordnung stark macht und konstruktiv an einer Lösung im Sinne des Tierschutzes mitarbeitet.

Liebe Landwirte,

gleiches gilt für Euch – ich wünsche mir von Euch eine konstruktive Zusammenarbeit, sowohl hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit dem Inhalationsnarkosegas Isofluran, als auch hinsichtlich der Schulungsmaßnahmen zum Sachkundenachweis. Wer weiterhin diese Methode ablehnt, solle sich bitte einfach mit der Ebermast auseinandersetzen, diese Alternative jedoch für andere Ferkelerzeuger nicht zerreden, denn sie wird zum heutigen Zeitpunkt die einzige Alternative der Kastration nach dem 31.12.2020 bleiben.

Last but not least – es geht auch anders…

Positiv hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang noch die Stellungnahme des Deutschen Raiffeisenverbandes – sie zeigt, wie eine konstruktive Mitarbeit an  einer Lösung aussehen kann. Vielen Dank dafür!!!

Für wen gilt denn eigentlich die Pressefreiheit?

Und zweite Frage: Was treibt Tierrechtsorganisationen an?

Meine Kollegin Nadine Henke hat heute morgen die Beschneidung der Pressefreiheit durch das deutsche Tierschutzbüro kritisiert:

Tierschutzbüro und Pressefreiheit?
mit einem Klick geht´s zu Nadines Artikel

Hintergrund:

Die Tierrechtsorganisation hat in Oldenburg wirklich krasse Verstöße auf einem Schlachthof aufgedeckt und zu einer Pressekonferenz eingeladen.

Kurz vor dieser PK wurde allerdings der Chefredakteur der LAND&FORST Ralf Stephan wieder ausgeladen.

Beschneidung der Pressefreiheit

Diese Beschneidung der Pressefreiheit kennt man eigentlich nur von der AfD. Jetzt verweigert das Tierschutzbüro den Zutritt für einen sogenannten Agrarjournalisten, der vermutlich sehr kritisch in der Vergangenheit über Tierrechtsorganisationen berichtet hat.

Journalisten zweiter Klasse?

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Der Überbringer der schlechten Nachricht…

… wurde fälschlicherweise schon im alten Griechenland bestraft. Die Frage, die sich stellt ist, wann lernen wir endlich dazu, lassen das und machen uns auf den Weg, um nach Lösungen zu suchen?

Tierschutzkontrollen in den Betrieben

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen hinsichtlich der Häufigkeit von Tierschutzkontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben in einem Artikel aufgegriffen. Demnach finden in Niedersachsen rechnerisch in einem Betrieb nur alle 20 Jahre Kontrollen bezüglich Tierschutzgesetz durch das zuständige Veterinäramt statt, auf Bundesebene alle 17 Jahre.

ein Jogger läuft auf einer breiten Bergstraße der Sonne entgegen
(c) Nadine Henke, canva

Die Landwirte sind empört

Das Landvolk hat Zweifel an den Zahlen der Komtrolldichte. Auch in den sozialen Medien empören sich Landwirte – vor allem wird der Autor des Artikels auf seine Facebook Seite zum Teil wirklich auf unverschämte Art und Weise angegriffen. Nur warum sind die Landwirte empört? Und wie kommt es nun zu diesen Zahlen?

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen

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Zeit läuft für Ferkelerzeuger ab

Ab 1. Januar 2019 dürfen Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden

Es gibt einige Wege bzw. Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration, die grundsätzlich möglich sind. Relativ kurzfristig ginge:

  • die Ebermast
  • Immunokastration
  • Kastration mit Vollnarkose
  • Kastration mit lokaler Betäubung

Für alle Wege gibt es Vor- und Nachteile.

Langfristig sind Lösungen wie Spermasexing oder züchterische Bearbeitung des Ebergeruchs denkbar. Allerdings wird es bis zur Deadline im kommenden Jahr hier niemal Lösungen geben können.

Was aber wohl wirklich niemand möchte, sind analog zur Debatte des Kükentötens die „Bruderferkel„, die als schwereres Spanferkel „verwertet“ werden würden.

Radio Randwirtschaft, Folge 19

der bayrische Sauenhalter Gerhard Langreiter berichtet im Interview mit Thomas Wengenroth, dass keines dieser Wege die eine große Lösung für Deutschlands Ferkelerzeuger ist: Zeit läuft für Ferkelerzeuger ab weiterlesen

Drohungen, gehackter Fernseher: Hatz auf NRW-Ministerin erreicht neue Eskalationsstufe

Blick in eine Großbucht der Mastschweinehaltung von Christina Schulze Föcking
Mastschweine im Stall von Schulze Föcking, Juni 2017

Wer einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb besitzt, Schweine mästet und NRW-Landwirtschaftsministerin ist, der – ist Freiwild! Christina Schulze Föcking und ihre Familie durchleben gerade einen Horrortrip: Seit Monaten ist die Politikerin massiven Anfeindungen bei Facebook ausgesetzt. Vor einigen Tagen wurde die Familie zudem Opfer eines Hackerangriffes.

Unbekannte hatten sich Zugang zum Fernseher der Familie verschafft und ein Video eingespielt (WDR, 16.03.2018: NRW-Umweltministerin wird massiv bedroht). Hintergrund: Familie Schulze Föcking war im Juli vergangenen Jahres seitens eines Tierrechtlers vor laufender Stern TV-Kamera Missstände im Schweinestall angeklagt worden. Zu Unrecht, wie ein Berufskollege bei BlogAgrar im Detail erläutert. Nichtsdestotrotz schloss sich eine massenmediale Hatz an. Drohungen, gehackter Fernseher: Hatz auf NRW-Ministerin erreicht neue Eskalationsstufe weiterlesen

Anmerkungen Stern TV

Auch wenn ich so langsam müde werde, ständig Berichte zu kommentieren, es einfach unkommentiert im Raum stehen lassen, möchte ich auch nicht.

Gestern lief bei stern TV der xte Beitrag über den grausamen Alltag in Ferkelerzeugerbetrieben. Dieses Mal hat es eine Anlage hier in Niedersachsen getroffen. Jan Peiffer und weitere dringen 5 Mal illegal in diese Anlage, um krampfhaft Missstände zu dokumentieren.

Nun ja, was ist nun dran an den dargestellten Missständen?

Es gibt eine Sache, die wir ebenfalls aufs Schärfste verurteilen – das ist eine Nottötung eines Ferkels mittels Schlag auf den Stallboden – das ist verboten und damit absolut indiskutabel!

Nur spannend sind die Kommentare von Frau Plange. Anmerkungen Stern TV weiterlesen

Bilder können täuschen

Es gibt sehr viele (nächtliche) Stalleinbruchvideos, die von Tierrechtsorganisationen erstellt worden sind und gerne auch von verschiedenen Medien gesendet und verbreitet werden.

In jedem dieser Videos soll suggeriert werden, dass die gezeigten Missstände die Bedingungen im gesamten Stall, dem gesamten Betrieb und gerne auch in der gesamten Branche vorherrschen.

Ich habe jetzt ein Video von der Gruppe (oder Organisation?) „Echte Tierfreunde“ bei YouTube entdeckt, dass zeigt, wie man mit Bildern und erst Recht mit geschickt musikalisch unterlegten und wenig belichteten Videos ein falscher Eindruck erweckt werden kann:

Anmerkung: Bilder können täuschen weiterlesen

Pressemitteilung der CDU* zur Plakataktion von „Dies Irae“

Liebe Künstlergruppe »Dies irae«

Durch Ihre jüngste Aktion, bei der Sie an Bushaltestellen Werbeplakate heimlich durch Ihre eigenen ersetzt haben, sind wir auf Sie aufmerksam geworden. Zu den Bildern von unvorteilhaft aussehenden Schweinen haben Sie folgenden Text formuliert:

Tierschutz à la CDU. Die CDU setzt sich dafür ein, dass diese Zustände legal bleiben.

(c) private Zusendung

Wir möchten uns herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns in Fragen des Tierschutzes unterstützen. Denn mit Ihrer pfiffigen Aktion tragen Sie erheblich dazu bei, die Menschen für Tierschutzbelange zu sensibilisieren. Dies ist ganz in unserem Sinne. Dass Tiere sich verletzen und krank werden können, wissen leider immer weniger Bürger. Ebenfalls gerät immer mehr in Vergessenheit, dass Verletzungen und Krankheiten sehr übel aussehen können – zumal, wenn sie in ungünstigem Licht aufgenommen wurden. Ihre Plakate helfen, diesen alten Wissensschatz zu heben und der jungen Generation weiterzugeben.

Bedanken möchten wir uns auch für Ihre ausdrückliche Würdigung, dass wir die Legalität der gezeigten Zustände sicherstellen möchten. In der Tat sind wir im Einklang mit dem Tierschutzgesetz entschieden der Ansicht, dass kranke oder verletzte Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden dürfen, sondern einen Anspruch auf medizinische Versorgung auch dann haben, wenn letztere keine wundersame Spontanheilung bewirkt, als hätte Jesus persönlich seine Hand aufgelegt. Wir sind überdies der Meinung, dass Tiere nicht gleich abgeschafft werden sollten, weil sie krank werden oder einander verletzen können.

Liebe Künstlergruppe! Wir sind sehr interessiert an kreativem Input von außen und würden uns freuen, wenn wir in Zukunft eng mit Ihnen zusammenarbeiten dürften. Es wäre ganz wunderbar, wenn Sie uns bei der Konzeption, Produktion und Verbreitung ähnlich aufklärerischer Kampagnen helfen könnten. Denn es gibt bis zum Jüngsten Tag noch viel zu tun!

Wir stellen uns folgende Plakataktionen vor:

1. Schlimme Fotos aus dem Pschyrembel mit der Zeile: »Skandal! Menschenrechtler setzen sich dafür ein, dass diese Zustände legal bleiben!«

2. Schlimme Fotos von Wolfsrissen: Lämmer, Fohlen, Kälber entweder skelettiert oder mit herausquellendem Gedärm.

Artgemäß ist nur die Freiheit!

Dazu die Zeile: »Naturschützer setzen sich dafür ein, dass diese Zustände Normalität werden!«

Appetit auf ein leckeres Lammsteak? Zu spät!

3. Schlimme Fotos von Gnadenhöfen, Lebenshöfen oder aus der Heimtierhaltung könnten das Bild abrunden und zur umfassenden Tierschutz-Bildung der Bevölkerung beitragen. Vielleicht schauen Sie sich einfach mal heimlich auf dem Hof Butenland oder bei Hilal Sezgin um. Wenn Sie dort wider Erwarten nichts Geeignetes finden, nehmen Sie einfach andere Bilder von irgendwo. Es interessiert niemanden, wo die Bilder wirklich gemacht worden sind. Hauptsache schön schrecklich! Aber das brauchen wir Ihnen ja nicht zu sagen.

Das sind nur erste Ideen unsererseits. Wir sind sicher, das Ihnen noch viel kreativere Lösungen einfallen. Fotografieren Sie sich doch mal gegenseitig nach einer durchzechten Siegesfeier wider die “Tierausbeuter”! Da sehen Sie bestimmt auch ganz schön elend aus. Dann schreiben Sie dazu: Unendliches Leid – apokalyptische Zustände bei(m) Dies irae! und plakatieren das in ganz Deutschland. Gewiss wird die Mehrheit der Betrachter aus Mitleid für Ihre Abschaffung plädieren.

Wie wäre es? Möchten Sie uns unterstützen? Es soll Ihr finanzieller Schaden nicht sein. Und niemand braucht zu erfahren, dass das Geld von uns stammt. Wir übernehmen im Falle des Falles auch gerne die Anwalts- und Prozesskosten gegen die Wall-AG.

Bitte melden Sie sich! Wir freuen uns auf Sie!

Herzlichst

Ihre CDU


* PM, wie ich sie mir gewünscht hätte und von Klaus Alfs in seinem lesenswerten Blog vorgeschlagen wurde

PeTA auf ev. Kirchentag

Um es sofort am Anfang klar zustellen: Ich bin Katholik und glaube an Gott. Allerdings falle ich vom Glauben an die Institution Kirche ab, wenn ich sehe, wie radikalen, meschenfeindlichen Tierrechtlern auf Kirchentagen eine Bühne geboten wird.

Snapshot von der Facebookseite von PeTA
Snapshot von der Facebookseite von PeTA

So war PeTA auf dem vergangenen Kirchentag der evangelischen Kirche in Stuttgart mit einem Infostand vertreten. Die Organisation, die mit Öffentlichkeits-wirksamen Aktionen Provokationen auf sich aufmerksam macht und Spendengelder generiert, wofür dann wieder Werbung und Aktionen organisiert werden können. Für den Tierschutz an sich wird wenig investiert und eingesetzt. PeTA befindet sich in einem Krieg gegen die Menschheit (1).
Landwirte, die nach einem Hofbrand Tiere verloren haben, werden generell mit einer Strafanzeige von PeTA „belohnt„. PeTA, die mit ihrer Tierrechtler-Gesinnung oft auch menschenfeindlich sind, dürfen auf dem Kirchentag um weitere Spenden werben?! Da kann man als Landwirt, der Tiere respektvoll nutzt, wirklich vom Glauben abfallen.

Warum tut sich die Kirche (und da meine ich evangelisch und katholisch) so schwer damit, sich von den Forderungen und Machenschaften der Extremisten zu distanzieren? PeTA auf ev. Kirchentag weiterlesen