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Kommt ein Bauer in die Stadt

Meine erstes Erlebnis mit Airbnb*

Letze Woche bin ich relativ kurzfristig für zwei Tage nach Berlin gereist. Dazu benötigte ich natürlich eine Schlafstelle. Bisher habe ich fast immer in einem Hotel gewohnt.
Bei der Suche nach freien und nebenbei auch bezahlbaren Hotelzimmern über die üblichen Online-Portale wurde mir sehr schnell klar, dass es sehr teuer wird.

Günstige Angebote – und da spreche ich von happigen 120€ pro Nacht- gab es noch am Stadtrand von Berlin mit einer ellenlangen Anreise zu den Terminen im Zentrum, die ich gerne wahr nehmen wollte.

Ich habe bereits mit innerer Ablehnung und Ärger die Hotels in der 200€-Klasse sondiert, da fiel mir ein, dass es doch Airbnb gibt. Eine Buchungsplattform für private Zimmer- bzw- Wohnungsvermietungen, die auch in der Kritik steht, die Wohnungsknappheit für die Stadtbevölkerung zu verschärfen. Wegen dieser Negativschlagzeilen habe ich zum ersten mal etwas von dem amerikanischen Unternehmen gehört.

Airbnb ist eine kostengünstige Alternative zum Hotel

Also gut.Gucken kostet ja nichts. Internetseite aufgerufen und „Berlin“ in die Suchmaske eingegeben. Da zu erwarten war, dass ich eh wenig Schlaf bekommen würde, habe ich mir die günstigsten Angebote zuerst anzeigen lassen. Und dann stand mein Favorit auch schon an Platz 1 der Suchergebnisse:

Ein Zimmer von „Martin“ in einer WG am Kottbusser Tor. Mitten in Kreuzberg. Für 32 € und ein paar Cent incl. Gebühren. Perfekt!

Urheber: Lienhard Schulz , Berlin-Kreuzberg, "Kotti" Sozialer und 1.Mai-Brennpunkt Selbst fotografiert, Mai 2004 GNU FDL
Kottbusser Tor, Zentrum von Kreuzberg (von Wikipedia)

Ich habe schon viele Geschichten aus Kreuzberg und dem Kottbusser Tor gehört und bin auch mal im Möbel-Olfe einer Kneipe oder Club eingekehrt. Für mich eine ganz andere Welt, total spannend. Für mich war schnell klar, das ich dieses Angebot annehmen werde. Die Bewertungen vorheriger Gäste waren gut mit ein paar Abzügen bei der Reinlichkeit der Räume.

Die Buchung, Registrierung ging wirklich flott und einfach. Ich habe „PayPal“ und mit diesem Zahlungsdienstleister hatte ich überhaupt keine Probleme bei der Buchung und Bezahlung.

Bereits der „Check in“ ist spannend

Am Mittwochnachmittag kam ich in Berlin an und dann wollte ich auch sofort einchecken. Zwischenzeitlich hat mein Kollege René Rempt aus Mecklenburg-Vorpommern sich an mich bzw. meinem Zimmer angehängt, weil er ebenfalls kein bezahlbares Hotel mehr finden konnte. Ich habe ihm die Handynummer des Vermieters gegeben (die werden mit dem Buchungsprozess bei Airbnb normalerweise ausgetauscht) und er hat das OK  (für einen Zwanziger) bekommen, gemeinsam mit mir in dem Zimmer auf der Schlafcouch zu übernachten.

Wir haben uns vor dem Haus verabredet, damit wir gemeinsam einchecken und später auch zusammen zur Veranstaltung des Forums moderne Landwirtschaft zu gehen. Nachdem wir die Eingangstür des mehrstöckigen Altbaus gefunden haben, ging es hinein. Die WG lag im zweiten Stock, die Bewohner waren da und haben uns geöffnet.

Internationale WG

In der WG wurde Englisch gesprochen, ein Deutscher, ein Italiener und ein weiterer englischsprachiger junger Mann, den wir aber nur kurz gesehen haben waren da. Der Bewohner des Zimmers, das wir nun gemietet hatten, weilte im Ausland.

Kurze Wohnungsführung mit Schlüsselübergabe und dann waren wir schon in „unserem“ Zimmer und haben uns kurz ausgeruht, dann frisch gemacht und umgezogen bevor wir und zum Regierungsvietel aufgemacht haben.

Im Flur schnupperten wir einen süßlichen Duft. Vermutlich von einem Joint, aber sicher können wir das natürlich nicht sagen. 😉

Der Abendveranstaltung war sehr interessant und es wurde wie erwartet spät. Zu später Stunde sind wir mit einigen weiteren Gästen in der ständigen Vertretung gelandet zum Kölsch trinken. Irgendwann- vermutlich so um 2- ging es zurück zu unserer Herberge.

Nächtliche Diskussionen über Musik und Landwirtschaft

Als wir die Wohnung betreten haben, war in der Küche noch Betrieb. Wir setzen uns zu dem Deutschen und dem Italiener und diskutierten, nachdem wir uns als Landwirte geoutet hatten, kontrovers, aber respektvoll über Landwirtschaft, Nitrat, Glyphosat und Massentierhaltung. Das volle Programm. Aber auch über Musik, denn unsere Gastgeber waren DJ bzw. Instrumentenbauer. Und beide irgendwie auch Lebenskünstler.

Bleibende Erinnerungen

Dieser Berlinaufenthalt wird mir noch ziemlich lange im Gedächntnis bleiben. Ich bin Leuten zusammen gekommen, mit denen ich niemals sonst diskutiert hätte. Es war spannend und auch aufschlussreich. Ich habe ein etwas besseres Gefühl dafür, wie Großstädter drauf sind, wie sie denken und leben. Und vielleicht haben unsere Gastgeber auch ein etwas anderes Bild von normalen Bauern und der Landwirtschaft erhalten.

Als René und ich am nächsten Morgen die Wohnung verlassen haben, schliefen wohl noch alle Bewohner, so dass wir leider ohne Verabschiedung gegangen sind. Aber wer weiß? Es war bestimmt nicht das letzte Mal Berlin & Airbnb für mich und vielleicht ist dann ja wieder ein Zimmer am Kottbusser Tor frei.

Berlin an einem Oktobermorgen

* WERBUNG
ich habe diesen Beitrag aus freien Stücken geschrieben. Ich finde Airbnb spannend und gut. Der in diesem Text eingebaurte Link zur Internetseite von Airbnb ist ein sogenannter Partnerschaftslink, womit ich Reisegutscheine in Höhe von 15€ bekommen kann, wenn darüber Neukunden gewonnen werden. Diese Neukunden bekommen 25€-Reiseguthaben geschenkt.

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Deutschland blüht auf

Die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ geht in die vierte Runde

Dazu habe ich Radio Randwirtschaft ein kleines Interview gegeben:

Von Beginn an habe ich die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ unterstützt und später auch organisatorisch unter die Arme gegriffen. Jetzt stehen wir – und damit meine ich hunderte Landwirte, die über des Internet bzw. den sozialen Netzwerken ihr Betriebe vorstellen bzw. sich der öffentlichen Diskussion stellen – vor der vierten Auflage.

Alles begann vor gut drei Jahren

Deutschland blüht auf weiterlesen

veganer Tierschutz auf der „Wir haben es satt“-Demo?

Auch in diesem Jahr fühlen sich viele Tierrechtler und Veganer berufen, für ihre Ideologie („mit Bio ist es nicht getan, echter Tierschutz ist vegan!“) auf der bunten „Wir haben es satt“-Demo zu demonstrieren.

Snapshot bei Facebook

Und das soll eine Demo FÜR die Landwirtschaft sein? Es fällt den Veranstaltern wohl ziemlich schwer, sich von den extremen Tierrechtlern zu lösen. Echte Alternativen und Lösungswege werden mit diesen Gruppen niemals möglich sein. Was viele Gruppen auf der großen Demonstration zusammenhält , ist der kleinste Nenner bzw. der gemeinsame Gegner– die „böse“ Massentierhaltung und Agrarindustrie. Beide Begriffe werden aber nicht weiter definiert, ein jeder hat eine andere Vorstellung wann Massentierhaltung bzw. Agrarindustrie beginnt.

Es werden im Vorfeld die vielen Höfe beklagt, die in der Vergangenheit aufgeben mussten. Und gleichzeitig wird mit dem riesen Strauß an unterschiedlichsten Forderungen der teilnehmenden Gruppen das Höfesterben angeheizt. Denn jede Erhöhung der Auflagen und Anforderungen, sorgt auch für das Aus von tendenziell kleineren Betrieben.

Wenn das so weiter geht, dann können die Demonstranten in ein paar Jahren gegen die Agrarindustrie und Massentierhalter, die im Ausland ansässig sind, demonstrieren. Die werden dann den deutschen Markt bedienen, denn was mit der „Wir haben es satt„- Demo betrieben wird, ist eine weitgehende Abwicklung der leistungsfähigen deutschen Landwirtschaft und der damit verbundenen Höfe.

Wenn „Wir haben es satt“ ernsthaft eine Demo für die Bauern sein möchte, dann sollte sie sich zu allererst von den Tierrechtsgruppen und Veganern distanzieren!

Entzieht den Tierrechtlern die Gemeinnützigkeit!

Menschenhass der Tierrechtler wird nach Terroranschlag deutlich

Der Terroranschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von gestern Abend schockiert die Nation. Deutschland ist in Gedanken bei den Opfern und deren Familien, die ein trauriges Weihnachtsfest vor sich haben.

Leider gibt es neben den rechten Hetzern von NPD, AfD und Co. auch immer wieder Tierrechtsorganisationen, die diese Schreckensnachrichten für sich bzw. ihre Ziele instrumentalisieren und ihre Menschenverachtung dokumentieren.

animal_peace_terror_editWährend man die rechten Parteien mit der Nichtwahl bestrafen kann, sollte man meiner Meinung nach den Tierrechtlern, die alle solch extreme Positionen haben, die Gemeinnützigkeit entziehen.
Für mich als Bauer sind das Terrororganisationen, die nicht noch den Schutz des Staates benötigen.

Dialog: „Wir haben es satt“-Kongress

In Berlin angekommen, aber noch unrasiert
In Berlin angekommen, aber noch unrasiert

Bin gerade in Berlin angekommen und bereite mich noch ein wenig auf den morgigen Tag vor. Denn ich bin nicht zu Erholungszwecken in Berlin. Ich habe die Ehre, morgen an einem agrarpolitischen Talk im Rahmen des „Wir haben es satt“-Kongresses teilzunehmen. Ich werde die Bewegung „Wir machen Euch satt“ hoffentlich gut vertreten.

whes_kongress_2016Ab kurz nach zehn werde ich dann mit Dr. Anton Hofreiter (Bündnis90/Die Grünen), Dr. Kirsten Tackmann (Linke), Dr. Karin Thissen (SPD), Kees de Vries (CDU) und Jochen Fritz (Wir haben es satt!) unter der moderatorischen Leitung von Frau Dr. Tanja Busse („Die Wegwerfkuh“) über verschiedene agrarpolitische Themen diskutieren.

whes_kongress_planWenn ihr noch Fragen und Anregungen für mich habt, könnt ihr sie gerne in der Kommentarzeile hinterlassen.

Drückt mir die Daumen! Bis morgen, dann werde ich mich zurückmelden!

Ob es einen Live-Stream gibt, kann ich nicht sagen. Wer zuerst einen Link kennt, der postet ihn bitte für alle hier im Blog- 😉

Das Emsland fährt nach Berlin…

… zur „Wir machen Euch satt“- Demo

Wir fahren nach Berlin!

wmes_logo_01Am 16. Januar 2016 findet die zweite Auflage der „Wir machen Euch satt“-Demo in Berlin statt.
Dazu wird ein Bus aus dem Emsland eingesetzt.

Die Berlinfahrt wird insgesamt 100 € pro Person kosten. Darin enthalten ist: Das Emsland fährt nach Berlin… weiterlesen

Meine Motive

Warum ich mich für die „Wir machen Euch satt“- Demo (WMES) einsetze.

Die Premieren-Demo im vergangenen Januar war angesichts der extrem kurzen Vorbereitungszeit von vielleicht gerade zwei Wochen ein Achtungserfolg- in meinen Augen. Die ca. 1000 Demonstranten auf dem Washington-Platz am Berliner Hauptbahnhof machten erstmal auch öffentlich deutlich, dass sie es Leid sind, von den vielen tausend, bunt gemixten Teilnehmern und Veranstaltern des Demozuges der „Wir haben es satt“-Demonstration diffamiert und in den Dreck gezogen zu werden.

wmes_logo_01Die kleine Gegendemonstration mit überwiegend aktiven Bauern und Landfrauen wurde von einigen Medien wahr genommen. Bei einigen (nicht nur) neutralen Beobachtern setzte wohl ein Denkprozess ein. Ist es vielleicht doch nicht so einfach, die Landwirte in bestimmte Schubladen zu stecken? Hier die „guten“ Bauern auf der WHES und dort die bösen konventionellen Bauern und Massentierhalter mit ihren großen Höfen, die gerne für jedes Übel in der Welt verantwortlich gemacht werden können?

Natürlich ist es nicht so einfach! Das wissen aber leider die landwirtschaftsfernen Verbraucher nicht und viele Journalisten leider auch nicht. Auch die Macher der WHES fingen an zu grübeln. Plötzlich ist eine kleine Gruppe aufgetreten, die ihr gewohntes Meinungs-Monopol an diesem Tag aufgebrochen hat. Plötzlich drohten die pauschalen, verzerrten und teils auch schlicht falschen Anschuldigungen gegen die moderne Landwirtschaft differenziert von außen betrachtet zu werden!
Plötzlich könnte deutlich werden, dass die „Wir haben es satt“-Fraktion nicht für die Mehrheit der deutschen Landwirtschaft spricht, sondern – im Gegenteil – nur für eine aktive, aber letztlich kleine Gruppe steht, die nur eine Gemeinsamkeit haben:

„Wir haben es satt“ will sich auf Kosten der großen Mehrheit der Landwirte in Deutschland profilieren.“

 

Deshalb ist es wichtig, dass das Zeichen durch die „Wir machen Euch satt„- Meine Motive weiterlesen

Wir machen Euch satt 2.0

15880_5_61_Berlin_whesBereits Mitte Januar ist es wieder so weit: Die internationale Grüne Woche in Berlin öffnet wieder ihre Tore. Seit 2011 nehmen Gegner der konventionellen Landwirtschaft diese Messe zum Anlass für eine „Agrarwende“ und gegen die „industrialisierte“ Landwirtschaft zu demonstrieren. „Wir haben es satt“ ist dabei die Parole. Dabei hat jeder Teilnehmer ganz persönliche Gründe, warum er/sie „es satt hat“.
Die Demonstranten und Organisatoren treffen dabei die allermeisten Bäuerinnen und Bauern ins Herz, weil letztlich auf den vergangenen Demos die moderne Landwirtschaft verurteilt wurde. Mit meist falschen bzw. überzogenen Behauptungen:
Im Vorfeld und im Zuge der Demos wurden zum Beispiel sogenannte Atlanten zu Fleisch und Boden angefertigt. Dabei wurden in unwissenschaftlicher Weise die Fakten so stark verdreht, dass die herkömmliche Landwirtschaft – und damit eben auch die überwiegende Mehrheit der Landwirte-  in einem sehr schlechten bzw. in einem viel zu schlechten Bild erschien. BlogAgrar-Autor Georg Keckl gibt in seinen als PDF-Datei erschienenen Abhandlungen „Anti-FleischAtlas“ und „Anti-Bodenatlas“ die Antwort auf die vielen Falschaussagen und Fehldeutungen.

994_berlin_whesIn diesem Jahr gab es bekanntlich die erste Ausgabe der „Wir machen Euch satt“- Demo, in der knapp 1000 Landwirte am Berliner Hauptbahnhof für die Belange der großen Mehrheit der Bäuerinnen und Bauern demonstrierten. Es wurde gefordert, die Diffamierung der Landwirte zu beenden und mehr Dialog mit uns, mit den Landwirten eingefordert. Diesen Dialog gab es an verschiedenen Stellen (z.B. hier, hier und hier).

Nichtsdestotrotz haben sich die Gegner der herkömmlichen und modernen Landwirtschaft wieder zu einer weiteren Auflage von „Wir haben es satt“ verabredet. Diesmal kämpfen sie dem Papier nach für die Belange der Bäuerinnen und Bauern.

Also könnte man doch gemeinsam eine einzige Demo besuchen?

Nein!
Denn wir sind die Bauern und „Wir machen Euch satt“!

Die „Wir haben es satt“-Organisatoren und Förderer sind auch weiter -teils heftige- Kritiker der breiten und vielfältigen Landwirtschaft in Deutschland!

Deshalb wird es auch in 2016 eine „Wir machen Euch satt“-Demo geben!

Seid dabei und zeigt Euch mit der überwältigenden Mehrzahl der Landwirte, Landfrauen und Landjugend solidarisch! In Berlin oder in den vielen Städten in den Regionen!

16. Januar 2016 ab 9:15 Uhr:
„Wir machen Euch satt 2.0“ in Berlin…
…und auch in Deiner Nähe

Was soll das?? Was soll „WIR machen Euch SATT !“ ?

von 2014 (c) BUND
von 2014 (c) BUND

Bereits die letzten vier „Wir haben es satt“ – Demos (whes) haben mich enttäuscht und auch verletzt. In direkten Kontakten zu Berufskollegen habe ich festgestellt, dass auch diese sich von diesen Demos sich getroffen fühlen, aber mehr ist trotz aller Diskussion   nicht geschehen. Schulter-Zucken war die Reaktion der letzten Jahre, vielleicht auch mit der Hoffnung verknüpft, dass man diese Proteste aussitzen kann. Letzlich war
Hilflosigkeit angesagt. Doch in 2014 haben sich viele aktive Landwirte viel besser vernetzt. Es gab neben unzähligen Online-Treffen auch Treffen im sogenannten Real-life.

Jetzt in diesem Jahr 2015 haben sich wenige, aber gut vernetzte Landwirte aus dem ganzen Bundesgebiet gefunden und stellen einen Kontrapunkt zur großen Demo gegen die Landwirtschaft auf die Beine. Alles unheimlich kurzfristig und spontan.
Aber anscheinend gefällt dieses Vorhaben den Organisatoren der „Wir haben es satt“- Demo gar nicht, dass nun echte Bauern zu einer Demonstration mit dem Motto „WIR machen Euch SATT!“ (Hashtag #wirmacheneuchsatt) aufrufen. Die Diskussion in den diversen Foren wurde spürbar härter.
Heute wurde ich von SpiegelOnline überrascht, dass verdeckte Blogger (ich etwa auch??) im Lobby-Auftrag des DBV unterwegs wären? So viel Phantasie werde ich mit gesunden landwirtschaftlichen Produkten wohl nie erlangen… Deshalb für alle: Ich betreibe dieses Blog zu meinem reinen Privatvergnügen. Ich bestimme die Themen, die hier gebloggt werden und auch die Inhalte- und sonst niemand!
Aber nun komme ich zum Kern dieses Beitrages:
Alle, die heute bei der „Wir haben es satt“- Demo gegen die breite deutsche Landwirtschaft mitmarschieren wollen, die sollten sich mal bewusst machen, mit wem sie so durch Berlins Straßen laufen.
Dabei ist es mir eigentlich schnurz egal, ob eine Heinrich-Böll-Stiftung gegen die deutschen Bauern demonstriert. Die verdrehen gerne Fakten wie im „Fleisch-Atlas“ oder im aktuellen „Boden-Atlas„. Aber das stört mich weiter nicht: Sie waren für mich irrelevant und haben sich dazu noch wissenschaftlich disqualifiziert. Auch die Teilnahmen von BUND und NABU sind nicht wirklich überraschend. Nicht umsonst werden beide Organisationen sich mit der radikalen PeTa zusammen getan haben (Link).
Zugegeben, das trifft mich eigentlich doch, weil ich zumindest mit Leuten der NABU-Basis auf meinem Hof in Naturschutzfragen gut zusammengearbeitet habe. Ich habe große Freude an Turmfalken, Steinkäuzen, Schleiereulen, Fledermäusen, Schwalben, Spatzen und…. Aber es gibt anscheinend großen Spendenbedarf, dass man das harmonische Zusammenspiel mit den Landwirten vor Ort aufs Spiel setzt! Mich ärgert das schon seit Jahren!! „Whes“ wird auf Kosten der Naturschützer vor Ort durchgeführt.
Ein wirklich großes Ärgernis ist für mich als Katholik (und dazu werde ich wohl noch intensiver in diesem Blog Stellung beziehen müssen), dass auch Misereor „es satt hat“ und gegen die heimischen, in meiner Region eher klein-strukturierten, aber durchaus erfolgreichen Betriebe auf die Straße geht und gegen sie demonstriert. Misereor beschwichtigt. Doch um nur gegen die europäische Agrarpolitik- die plötzlich der Hauptgegner zu sein scheint- zu protestieren, muss man nicht mit Whes marschieren. Ich fühle mich in meiner Ehre zutiefst verletzt!
Es wird in der kommenden Woche einen weiteren Blogartikel geben, denn die Zeit ist für mich zu weit voran geschritten.

Aber jeder und erst recht jeder Landwirt, der heute mittag bei „Wir haben es satt“ mitlaufen wird, der solle sich vor Augen halten, mit wem er mitläuft:

1. Animal Peace:

Snapshot vom Facebookauftritt von animal-Peace in 2015
Snapshot vom Facebookauftritt von animal-Peace in 2015

Menschen-verachtender geht es kaum. Ob alle Aussagen als feie Meinungsäußerung in unserer Demokratie durchgehen können? Mir kommen als Bullenmäster jedenfalls bei diesen Worten die Tränen… 🙁 – aber lest selbst:

Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015
Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015

2. Bund für vegane Lebensweise:

gefunden auf der Facebookseite von Bund für vegane lebensweise
gefunden auf der Facebookseite von Bund für vegane lebensweise

Die dort organisierten Veganer wollen sich also radikalen Tierbefreiern in dem Demonstrationszug anschließen. Rechtsstaatlichkeit ist dort vermutlich nicht das höchste Ziel…

3. VEBU

(c) VEBU 2014
(c) VEBU 2014

Nicht so extremistisch, aber Tierhaltung wird abgelehnt- egal ob bio oder konventionell…

4. deutsches Tierschutzbüro

(c) dt. Tierschutzbüro
(c) dt. Tierschutzbüro

Zugegeben: jemand, der sich mit Vegetarier- bzw. Veganer-Bünden nicht beschäftigt hat, der wundert sich, wie viele unterschiedliche Organisationen es doch so gibt. So lange es genügend Dumme gibt, wird  auch die Anzahl dieser vermeintlichen Gutmenschen, die sich in Vereinigungen und Vereinen organisieren wollen, nicht zurückgehen.

5. PeTA

(c) facebook-Auftritt von PeTA
(c) facebook-Auftritt von PeTA

Ok, PeTA ist keine der offiziellen Organisatoren und ruft auch nicht selber zur Demo gegen die Bauern auf. ABER bitte vergesst nicht, dass BUND, NABU und PeTA eine Zusammenarbeit vereinbart haben. Vermutlich um die Spendeneingänge zu optimieren…. Ein typisches Win-Win-Win-Verhältnis auf Kosten der Bauern!

Ich habe den Eindruck, dass alle, die bei „Wir haben es satt“ mitgehen, sich in irgendeiner weise auf kosten der allermeisten Bauern profilieren wollen. Sie alle reden über und Bauern, aber nicht mit uns!wirmacheneuchsatt_2

Ich mache mich nun auf zur „WIR machen Euch SATT!“- Demo. Ich freue mich auf viele nette und vielleicht auch kontroverse Gespräche. Bis gleich!

Wir machen Euch satt! – Petition

igw_homeVom 16. bis 25. Januar wird in diesem Jahr die weltweit wichtigste Messe für die Ernährungswirtschaft, die Internationale Grüne Woche, in Berlin stattfinden.

Zum bereits fünften Mal rufen diverse Gegner der modernen Landwirtschaft zu einer Gegendemonstration unter dem Motto „Wir haben es Satt“ auf. In diesem Jahr wird die Demo am 17. Januar durchgeführt. Untertitel: Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Für die Agrarwende!

Unter den Organisationen, die zu dieser Demonstration aufrufen und mit vielen Halbwahrheiten und Falschinformationen gegen die konventionelle Landwirtschaft hetzen, sind übliche Verdächtige wie BUND, NABU, Deutscher Tierschutzbund aber auch Berufskollegen der AbL oder Hilfsorganisationen wie Misereor oder Brot für die Welt.

change_orgDie allermeisten Landwirte fühlen sich durch diese Demo und die Anschuldigungen der Demonstranten in ihrer Ehre tief verletzt. Aus diesem Grund wurde von den Machern der Internetplattform „Frag den Landwirt“ eine Petition auf change.org gestartet. Sie hat folgenden Inhalt:

Wir machen Euch satt!
Petition an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Jede Stunde, jeden Tag arbeiten in Deutschland die Landwirte zum Wohl ihrer Mitmenschen. Dass wir in Deutschland seit 70 Jahren keinen Hunger mehr kennen, ist ein großer Verdienst der Landwirtschaft.
Der Fleiß, das Können und das unternehmerische Engagement der Bauern hat das deutsche Volk wahrlich satt gemacht.
Doch anstatt den Bauern für ihre Arbeit dankbar zu sein, wenden sich zunehmend Parteien, Medien und Lobbyorganisationen gegen ihre Ernährer. Mit teils unseriösen und fachlich falschen Argumenten wird vielfach eine regelrechte Hetze gegen die moderne Landwirtschaft betrieben.
Am 17. Januar wird zum 5. Mal eine Großdemonstration mit diesem Thema zum Kanzleramt ziehen. Wir Landwirte können nicht alle nach Berlin fahren, um für unser Anliegen vor dem Kanzleramt zu demonstrieren.
Darum wenden wir uns auf diesem Wege an Sie, mit der Bitte:
Erkennen Sie die Leistungen von uns Landwirten öffentlich an!
Reden Sie mit uns und nicht über uns!
http://www.fragdenlandwirt.de/

Meine herzliche Bitte:
Unterzeichnet diese Petition und unterstützt die Bemühungen, dass die Leistungen der herkömmlichen Landwirtschaft wieder mehr Anerkennung erlangen!

Hier noch einmal der Link: https://www.change.org/p/bundesministerium-f%C3%BCr-ern%C3%A4hrung-und-landwirtschaft-erkennen-sie-die-leistungen-von-uns-landwirten-%C3%B6ffentlich-an-reden-sie-mit-uns-und-nicht-%C3%BCber-uns

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Bauernwiki- Frag doch mal den Landwirt

Aktuell sind es 485 Unterzeichner- da geht noch was! 😉 Auch die Begründungen, die als Grund für die Unterzeichnung mit angegeben wurden, sind sehr interessant zu lesen. Das tut dann wirklich auch mal gut! Danke dafür! 🙂